Widerstand ist zwecklos

Die Versuchung hat das bei mir aufgegeben. Ich spring so schnell auf alles an, das macht gar keinen Spaß mehr…

Mit meinem Umzug nach Stuttgart habe ich mein Mobilitätsverhalten inklusive Fuhrpark radikal verändert. Der größte Einschnitt bestand darin, dass ich schweren Herzens einen Großteil meiner Fahrräder verkaufen musste. Ein üppiges Haus mit zwei Garagen schränkt einen da deutlich weniger ein als eine Etagenwohnung in Stuttgart. Ein Nebeneffekt war, dass ich vor lauter Bargeld aus dem Verkaufserlös eine Zeit lang nicht mehr zum Geldscheindrucker musste und beinahe die Geheimzahl vergessen habe. Das Auto abzugeben war da wesentlich einfacher. Die meisten Strecken fahre ich mit dem alten Fahrrad, zwei Kilometer zur Arbeit, ins Hallenbad genau so weit. Wenn ich doch mal ein Auto brauche, habe ich im Umkreis von 500 Metern mehrere Stadtmobil-Stationen, wo ich für kleines Geld eines leihe. Dazu gibt es noch die Leihräder der Bahn für spontane Spritztouren. Und dann gibt es ein Leihangebot, das für den linksgrünversifften Städter so genial ist, dass ich nur auf einen Vorwand gewartet habe, zuzuschlagen: in Stuttgart kann man Lastenräder ausleihen! Mehrere Geschäfte, die Lastenräder besitzen, haben sich zur Lastenradinitiative zusammengetan und verleihen diese Geräte gegen eine kleine Spende an registrierte Benutzer. Heute habe ich beim Bioladen meines Vertrauens (wo ich seit einer Woche Mitglied bin, aber das ist eine andere Geschichte, die auch mit der Schokoladentour zusammenhängt) ein Yuba Mundo gechartert und habe Gerätschaften aus dem 18 Kilometer entfernten Ludwigsburg abgeholt. Gestartet bin ich voll bester Vorsätze und hab den Motor erst mal ausgestellt. In der Ebene ging das wunderbar, aber an der kleinsten Steigung merkte ich das Gewicht ganz schön. (Das vom Fahrrad, meines bin ich ja gewohnt). Am Fußgängersteg über den Arnulf-Klett-Platz gabs dann eine kleine Panne: die Kette sprang vorne nicht aufs kleine Blatt und ich bin nach 5 Metern jämmerlich verhungert. Irgendein Nasenbär hatte den inneren Anschlag verstellt – ich habs instandgesetzt. Als es aus dem Kessel hinausging, habe ich doch den Akku angeworfen. Ich bin so was ja nicht gewohnt und war dann schwer beeindruckt. Fünf Stufen kann man einstellen. Die erste reichte fürs meiste aus, mit 3 und mehr flog ich die Steigungen nur so hinauf. Unterm Strich läuft es drauf hinaus, dass man bergauf wahlweise etliche (wegen des Gewichts) Gänge runterschaltet oder eben die elektrische Unterstützung einen Ticken hochdreht. Weils pressiert hat, habe ich gern letzteres gewählt. Mit dem Saft aus der Dose kommt man auch bei voller Zuladung zügig von der Ampel weg und kann geschmeidig im Stadtverkehr mithalten, 30 Sachen sind locker drin und bei entprechender Verkehrsdichte kommen die Autos eh nicht wesentlich schneller voran. Von Zuffenhausen zum Pragsattel bin ich auf dem Radweg gefahren. Auf den 1,7 km bin ich an jeder Ampel den gleichen Autos begegnet! Pünktlich um 2 Uhr war ich wieder am Laden und habe das Gefährt schweren Herzens wieder abgegeben. Gerade noch rechtzeitig, bevor ich mich zu sehr an den Motor gewöhnt habe…

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Über Günter

Manager und Triathlet
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