Als ich zehn war

Als ich zehn war, konnte ich mich noch hervorragend erinnern. Heute bin ich 10:46 (46 nach 10), da lässt das Gedächtnis etwas nach und ich kann mich nicht daran erinnern, woran ich mich mit 10 erinnert habe. Aber Lutz hat zur Blogparade gerufen, also krame ich mal in den Tiefen der Erinnerung.

alsichzehnwar-logo

Viel zu erinnern gab es ja damals nicht. Es gab noch keine „Erinnerungen auf facebook“, Mark Zuckerberg schwamm noch in Adams Wurstkessel, Bill Gates war gerade mal 15. Bis zu Olympia 1972 waren noch zwei Jahre hin.

Mit 10 kam man auch damals schon auf die weiter führende Schule. In meinem Fall war das das AMG, das Albertus-Magnus-Gymnasium im damals noch verschnarchten Regensburg, das mit gütig-weiser Hand von Fürst und Bischof regiert wurde. Zumindest ist auf jedem Grundstück im Stadtgebiet eine Grunddienstbarkeit eingetragen, nach der nur das Bier der Brauerei des einen oder des anderen ausgeschenkt werden darf. Dass das beste Bier der Stadt vom Kneitinger kommt, lernte ich erst später. Später war Regensburg auch deutlich weniger verschnarcht, das lag an der Universität, die in meinem 10. Lebensjahr gerade 3 Jahre in Betrieb war. Bevor ich die ehrwürdigen, wenn auch ob der sparsamen Bauweise schon leicht bröckeligen Hallen der Uni betreten durfte, musste ich aber erst mal das AMG schaffen. Dort wurde klassiche Bildung vermittelt und die Lehrkräfte waren entsprechend altehrwürdig. Und weil das Abitur, damals noch mehr als heute, erblich war, kannte die Hälfte der Lehrer die Väter der Hälfte der Schüler in meiner Klasse. Bei den Müttern der Schüler in meiner Klasse war es noch üblich, die höhere Bildung nicht durch Erbschaft, sondern durch Heirat zu erwerben. Meine Mutter hat sich immerhin den Doktortitel sauer verdient, sie hat die Promotion meines Vaters getippt und wurde Zeit ihres Lebens mit „Frau Doktor E.“ angesprochen. Meine Mutter war es auch, die mich mit 10 Jahren in den Sportverein gesteckt hat. Sie hatte früh erkannt, dass ich meinem Vater nicht nur in Sachen Intellekt nachschlug, sondern auch bei der Leibesfülle und Letzterem wollte sie vorbeugen. So begann meine Sportkarriere in dem Verein, der zwar „Ski- und Wanderclub“ heißt, aber hauptsächlich Leichtathletik und Schwimmen betreibt. Seither gab es bei mir nur kurze Phasen, in denen ich gar keinen Sport getrieben habe. Als 8 Jahre später der Triathlon erfunden wurde, bekam ich das erst mal gar nicht mit. Es sollte noch etliche Jahre vergehen, bevor ich meinen ersten Sprint absolvierte und noch einige Jahre mehr, bevor ich meinen ersten Blogbeitrag über meine erste Langdistanz verfasste.

Advertisements

Über modoufall

Manager und Triathlet
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Als ich zehn war

  1. Pingback: Blogparade: Teilnehmer

  2. Lutz Prauser schreibt:

    Vielen Dank für’s Mitmachen und den Rückblick auf eine spannende Zeit

  3. deutschemuslima71 schreibt:

    Ich mag Regensburg. Normalerweise fahr ich jedes Jahr einmal dorthin, gerade weil ich es noch ein wenig „verschnarcht“ finde, im Vergleich zu anderen Orten.

  4. Pingback: Blogparade 'Als ich zehn war' - Der Abschluss - Zwetschgenmann

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s