Paalewufrongßää?

Falls nicht, auch nicht schlimm, viele Straßburger können deutsch und sind trotz französischen Passes nicht zu stolz, es auch zu sprechen. Einzig die Sprachausgabe des Navi kam an ihre Grenzen, wenn die französischen Straßennamen deutsche Begriffe enthielten, wie in „rue de Meinau“.

In Straßburg fand am Wochenende die erste Ausgabe des Open Swim Stars Harmonie Mutuelle statt, mit Rennen über 1, 2 und 5 Kilometer. Am frühen Sonntagmorgen mümmelte ich mein Frühstück und chattete verschlafen mit Anna, die sich auch angemeldet hatte. Kurz nach 6 Uhr fuhr ich los und geriet schon nach 50 Metern in den ersten Stau, bestehend aus einem verwirrten Fußgänger, der mitten auf der Fahrbahn herumstolperte. Ich vergewisserte mich, dass er keine unmittelbare Gefahr für sich oder andere darstellte und fuhr weiter. In Illkirch-Grafenau, einem Vorort von Straßburg, fuhr ich erst einmal weitläufig um den Baggersee (Frz.: le Baggersee) herum und dann einem Franzosen hinterher, der auch zum Schwimmen wollte. Schließlich fanden wir den Eingang zu dem kleinen Park mit dem Badesee, in dem das Baden streng verboten ist.

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Für die Erstausgabe der Veranstaltung hatten sich gerade einmal 100 Leute angemeldet, so dass auf je zwei Teilnehmer knapp ein Helfer kam. À propos: MERCI BIEN À TOUTES ET À TOUS QUI NOUS ONT SUPPORTÉS CE JOUR-LÀ! Ein Helfer, ein Wasserwachtler, hatte noch vor dem Rennen mitten im See einen Beinahe-Zusammenstoß mit einem Fisch. Der Rettungsschwimmer sprang vom Boot und im nächsten Augenblick sprang neben ihm ein gewaltiger Fisch, gut einen halben Meter lang, vollständig aus dem Wasser. Zu beachten: ich bin kein Angler, sonst wäre der Fisch in diesem Bericht mindestens zwei Meter lang!

Ich checkte ein. Dank früher Anmeldung hatte ich Startnummer 2 und ließ mir die auf beide Hände pinseln. Das Wetter war nicht so toll, für später am Tag war Regen angekündigt und es blies bereits ein leichter Wind, deshalb dachte ich gar nicht daran, ohne Neo zu schwimmen. Bis der Ansager erzählte, das Wasser sei 25 Grad warm. Beim Neckarschwimmen in Ludwigsburg war ich im Neo bei 23 Grad schier eingegangen. Zur Probe ging ich bis zu den Knien ins Wasser und fühlte die gefühlte Temperatur. Die Windböen kräuselten das Wasser und meine Brusthaare und beeinflussten empfindlich mein Temperaturempfinden. Zum Glück war Anna, die Furcht- und Gnadenlose, inzwischen da und trieb mir die Neo-Flausen aus dem Kopf. Kurz vor 9:30 gab es eine kleine Einweisung: vier Bojen im See markierten einen Kurs von circa 1000 Meter, den wir je nach Strecke mehrmals zu schwimmen hatten. Dann gingen wir zum gemeinsamen Start über 2 und 5 Kilometer ins Wasser. Ich war von Anfang an froh, ohne Neo zu schwimmen. Die Temperatur war genau richtig und das Gefühl von Wasser auf der Haut ist einfach unvergleichlich. Mit der Gummipelle wäre ich vielleicht ein paar Minuten schneller gewesen, dafür hätte ich das Schwimmen bei weitem nicht so genossen. Und bei meinem Tempo kam es auf die Zeit ohnehin nicht an. Das ist der einzige Nachteil bei 5km-Schwimmen: es melden sich kaum Dilettanten an – die meisten Teilnehmer sind ehrgeizig und schnell! Wie schnell, das merkte ich, als mich die ersten nach drei Kilometer überrundeten… Immerhin habe ich auch einen 2km-Schwimmer überholt, der sich da wohl Ähnliches gedacht hat.

Insgesamt kam ich mit den 5000 Metern überraschend gut zurecht, was wohl an dem Rundensystem lag. Die Strecke teilte sich so von selbst in verdaubare Bissen. Bei Punkt-zu-Punkt Rennen wie am Grundl– oder Fuschlsee kämpfe ich immer mit der Diskrepanz zwischen dem optischen Eindruck der Entfernung und dem, was die GPS-Uhr anzeigt. Dafür ist dort die Aussicht schöner. Aber das hatte ich heuer schon, also schwamm ich vergnügt im Kreis, bzw. Viereck. Nach vier Runden kam wieder einer von hinten an. Ich dachte zuerst, der wäre fertig und schwömme zum Ziel, aber er ging ebenfalls auf die fünfte Runde. Ich konterte und konnte ihn noch vor der nächsten Boje stellen. Um dem Überholvorgang Nachdruck zu verleihen, drehte ich das Tempo deutlich hoch. Da ich nun schon mal in Fahrt war, beschloss ich in meinem Übermut, den letzten Kilometer noch so richtig durch zu prügeln. Kurz darauf bog ich in den Zielkanal ein, stand im seichten Wasser vorsichtig auf und joggte die zehn Meter zur Zeitnahmematte. Ein Helfer hängte mir die Medaille um, ein anderer sammelte meinen Chip ein. Dusche und Umkleide waren schnell erledigt, danach klatschten wir die Teilnehmer über die 1000 Meter ins Ziel. Weil die nach dem Schwimmen noch 200 Meter Strandlauf machen durften, hatten wir reichlich Zeit, über Kleidung, Laufstil und sonstige Äußerlichkeiten zu lästern. Wir haben aber alle lautstark angefeuert, von den Teenies, die das Rennen mit großem Vorsprung gewannen, bis zu den Omas, die in Rückenlage losgeschwommen waren.

Dann mussten wir noch zur Siegerehrung bleiben, Anna war Drittplatzierte über 5 km und hat mich offensichtlich auch knapp überrundet.

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Hier steht sie neben dem Olympia-Zweiten Jérémy Stravius, der die Siegerehrung vornahm.

Zum Glück haben wir bei der abschließenden Verlosung das Kajak nicht gewonnen, sonst hätten wir ein Transportproblem gehabt. Die Medaille hat problemlos ins Auto gepasst.

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Und nächstes Jahr sind wir wieder dabei! In Strasbourg sowieso, vielleicht auch in Paris oder Nonsard-Lamarche.

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Über Günter

Manager und Triathlet
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