Kalt, kälter, abrasiert

Langsam wird dieser Blog übel monothematisch. Der Mara 2015 fiel einem Tauchkurs zum Opfer, der Tria einer Verletzung und das Rad war lange Zeit in Reparatur. Blieb also nur Schwimmen, zum wiederholten Mal. Im September habe ich beim Schwimmdings an und in der Saar ein denkwürdiges Wochenende verbracht. Der eigentliche Wettkampf über 5 km verkam zur Nebensache. Hauptsache waren die lustigen, wunderbaren Stunden mit den tollen Leuten, die ich unterjährig nur in sozialen Netzwerken treffe. Unvergesslich der Schwumm in den Sonnenuntergang in der Saarschleife. In der Erinnerung verblasst sogar der Disput über Annas kreative Entfernungsangaben.

Danach war erst mal Ruhe im Karton. Ich hatte beruflich dies und das um die Ohren, was mich beschäftigte. Im Sommer hatte ich meinen Job auf 31. Dezember gekündigt. Langsam trieb mich der Gedanke um, was denn bitte danach kommen solle. Von mehreren Seiten hatte ich gehört, dass mein Lebenslauf schon sehr nach spätem 20. Jahrhundert aussah. Die ersten Berater, die ich befragte, boten professionelle Hilfe an, für einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Immerhin konnte ich ein Gespräch nutzen, um anschließend eine Runde im Bodensee zu drehen. Einige Gespräche später bekam ich eine Richtung in meine Aktivitäten. Ich stellte mich auf eine Übergangszeit von einigen Monaten ein, fand eine Beraterin, die zu meinen Ansprüchen passte und ließ mir, angeregt durch die endlosen Hairy Potter- und Haar der Ringe-Wiederholungen, erst mal einen Bart wachsen.

Im Oktober lud mich Ralf zum Eisschwimm-Training ein. Die Einladung kam über facebook und war mein erster Kontakt überhaupt mit Ralf. Ich hatte schon von diesen Eisschwimmsachen gehört, hatte aber bis dato keinen Ehrgeiz in diese Richtung entwickelt. Ralf war im Januar 2015 spontan nach Burghausen gefahren, zu den ersten Ice Swimming German Open, und war dort über die 50 Meter gestartet. Danach war er angefixt und hatte für Januar 2016 die 500 gemeldet. Jetzt suchte er Mitstreiter, die zur Vorbereitung jeden Sonntag mit ihm eine Runde im Breitenauer See drehen sollten. Ich hatte im Sommer mit Vollmondschwimmen im Neckar angefangen und das bis in den Herbst durchgezogen. Als Ralfs Einladung kam, dachte ich an die Berichte von Sabine, Anna, Josef und all den anderen, die ich vorigen Winter verfolgt hatte. Ende September war noch echt gemäßigt, warum also nicht mal probieren? Schließlich raten die Erfahrenen dazu, im Herbst anzufangen und einfach nicht aufzuhören. Bei mir hat’s funktioniert 🙂 Jeden Sonntag fuhr ich zum Breiti, schwamm mit Ralf, Matthias und wechselnden Mitstreitern eine Runde im See und fotografierte fleißig die Schwäne und uns. Jeden Sonntag hörte ich das Matinée-Rätsel des SWR2, aber nie die Lösung, weil wir da im Wasser waren. Drei Mal war ich sicher, die Lösung zu wissen, aber kam nicht durch. Anfangs, als die Wassertemperatur noch zweistellig war, schwammen wir rund 20 Minuten, später reduzierte sich das auf 10. Ende Januar, als wir mit dem Vorschlaghammer die Eisdecke aufbrachen, setzten wir uns nur kurz hinein.

Zwischen den Sonntagen am Breitenauer See schwamm ich regelmäßig im Neckar, erst allein, dann meist mit Martin und Volker, die auch für Burghausen gemeldet waren. Über die Feiertage blieb keine Badehose trocken. Weihnachtsschwimmen, Neujahrsschwimmen (am 2. Januar), Vollmondschwimmen und Dreikönigsschwimmen, inzwischen bei deutlich einstelligen Wassertemperaturen. Ich war als Einziger der Truppe nicht für Burghausen gemeldet. Drei Tage vor den Wettkämpfen dann die Nachricht, dass meine Frau über’s Wochenende wegfahren wollte. Damit hatte ich keine Ausrede mehr und meldete nach, über 50 Meter. Vor Ort konnte ich auch die 200 Meter noch melden. Das ganze Wochenende war eine grandiose Sause. Ich war mit Ralf und Matthias unterwegs und in Burghausen trafen wir den Rest der Truppe: die Ludwigsburger und all die anderen Verrückten, pardon: Normalen. Ich nenne jetzt keine Namen, weil ich ja doch wieder wen vergesse. Lieben tue ich sie alle.

Ende Januar dann der Schock: ich sollte mich für einen Interims-Job vorstellen; gleichzeitig stand ein Tauchkurs an. Konsequenz: der Bart ist wieder ab. Hier die Geschichte meiner Gesichtsbehaarung im Winter 15/16:

 

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Über Günter

Manager und Triathlet
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Eine Antwort zu Kalt, kälter, abrasiert

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