Zum Glück tuts weh!

Der Freiburg Marathon rückt näher, noch gut vier Wochen – jetzt beginnt die gefährliche Phase. Den ganzen Winter über war ich ausgesprochen fleißig und habe Grundlagenkilometer gesammelt, so viel wie schon lange nicht mehr zu dieser Jahreszeit. Im Januar habe ich angefangen, Tempoelemente einzubauen, nicht zuletzt wegen des Dirty Race Ende des Monats. Im Februar merkte ich dann, dass ich langsam schneller wurde. Nach vielen Läufen im Bereich 5:30 bis 6:00 min/km schaffte ich die mittellangen Sachen (10-15km) unter 5:30 und sah sogar auf den letzten Kilometern eines 16ers ab und zu die 4 auf der Uhr. Auch die Steigungen sehen in letzter Zeit richtig sportlich aus. (Zumindest fühlen sie sich an, als ob sie sportlich aussehen.) Nach meinem ganz persönlichen Plan möchte ich am kommenden Wochenende noch einen 30er laufen und dann die Kilometer auf zahlreiche 10er verteilen. Jetzt muss ich nur zwei Höllenhunde in Schach halten, die sich, wie im Ausdauersport üblich, vorzugsweise im Kopf einnisten: Der eine heißt „Übertraining in den letzten Wochen vor dem Wettkampf“ und hebt schon sein hässliches Haupt. Es zwickt und zwackt bereits dezent in den Knien und ab und zu auch in den Muskeln. Beim heutigen Morgen-10er ins Büro spürte ich ein Ziehen im Oberschenkel, das ich nicht recht deuten kann. Beim Abend-12er nach hause hatte ich anfangs mächtig Mühe, in die Gänge zu kommen. Das renkte sich unterwegs wieder ein und die 800 Meter leicht bergauf vom Monrepos zur Favorite liefen richtig zügig. Beinahe hätte ich den Mountainbiker noch eingeholt, der unten an der Schranke an mir vorbeigefahren ist. Jetzt heißt es, die richtige Kombination aus Voltarensalbe und In-den-Körper-hören zu finden, um die letzten Wochen bis zum Wettkampf verletzungsfrei zu überstehen. Der zweite Hund heißt nicht etwa mit Vornamen Schweine, sondern hört auf den an sich harmlosen Namen McMillan. Dieser fiese Kerl gaukelt dir vor, du könntest deine Marathonzeit im vorhinein ausrechnen. Na ja, das könntest du auch. Wenn du ehrlich zu dir selber bist. Zumindest sagt dir McMillans Rechner, welche Zielzeit nach menschlichem Ermessen absolut illusorisch ist. Du musst aber mindestens eine aktuelle(!) Zeit für eine andere Distanz parat haben. Habe ich aber nicht. Ich habe in 2014 zwei Halbmaras im Rahmen von Triathlons absolviert, das ist erstens überhaupt nicht vergleichbar und zweitens schon viel zu lange her. Und selbst wenn man zuverlässige Vergleichsdaten hat, darf man nicht der Versuchung erliegen, wider besseres Wissen deutlich schneller anzugehen, als drin ist. Bei einem Marathon geht das einfach nicht.

Jetzt weiß ich also, was die zwei größten Fehler sind. Ich weiß ebenso, dass unzählige Hobbyläufer das genauso gut wussten wie ich und sie trotzdem sehenden Auges begangen haben. Vielleicht sollte ich es zur Abwechslung mal mit Disziplin versuchen. Und mit ganz sparsamem Einsatz von Voltaren. Ein bisschen weh muss es schließlich tun – wenn man in meinem Alter morgens aufwacht und nix tut weh, ist man tot!

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Über modoufall

Manager und Triathlet
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