Fast eine Langdistanz

Mein Triathlon-Programm dieses Jahr war überschaubar und hoch konzentriert. Mit einer Woche Abstand bin ich auf der Challenge Kraichgau und beim City Triathlon Heilbronn gestartet – und auch gut angekommen. Wenn der Heilbronner Tri nicht eine Unterdistanz wäre, hätte ich somit eine komplette LD in zwei Etappen absolviert. Andererseits ist es schon sehr komfortabel, nach 70 km schon vom Rad zu steigen und danach nur noch 15 laufen zu müssen. Weil es mir ansonsten auf beiden Veranstaltungen ähnlich erging, erledige ich den Bericht in einem Aufwasch.

Im Kraichgau war dieses Jahr die Übernahme des Traditionsrennens durch die Erzkonkurrenz WTC nicht zu übersehen. Neben dem Challenge-Logo stach immer wieder das M-Dot Signet des künftigen Veranstalters ins Auge, auf den Startnummern war vorn das eine und hinten das andere aufgedruckt.

Beide Rennen konnten mit bestem Ausdauersport-Wetter aufwarten: trocken, sonnig, aber nicht zu heiß. Ich startete jeweils in der letzten Startgruppe und konnte den Tag recht entspannt angehen. Beim Schwimmen stellte ich mich am hinteren Ende an und schwamm erst einmal gemütlich los. Nachdem die Ehrgeizlinge in den ersten Reihen die gröbsten Schlägereien ausgefochten hatten, arbeitete ich mich langsam nach vorn. In Heilbronn schwimmt man im Kanal, da gibt es kein Verfranzen. Im Kraichgau im See war ich wieder einmal deutlich abseits des Feldes unterwegs. Nur an den Wendebojen begegnete ich wieder der Hauptgruppe. Dort ging es zwar eng, aber diszipliniert zu. Ich beendete die erste Disziplin unspektakulär und solide und machte mich auf die Radstrecke.

Auf dem Rad wurde es richtig lustig. Mit Ausnahme einiger guter Radler, die nur nicht schwimmen können, kam niemand mehr von hinten, dafür waren in den vorderen Startgruppen genug Schwache, die ich im Lauf der nächsten Stunden einsammeln konnte. Manchmal wehrte sich einer und versuchte einen Konter, aber meist konnte ich noch den Hammer rausholen und den Mitspieler nach wenigen Minuten abhaken. Nach sieben Jahren Triathlon klappt allmählich auch die Verpflegung. Wenn ich zum Gel reichlich Wasser trinke, kommt einige Minuten später brav das Bäuerchen und ich ohne Darmgrimmen durch. Den Flow im Darm konnte ich auch befördern, indem ich die Sitzbeinhöcker an den Nasen meines Adamo-Sattels einhakte und den Oberkörper nach vorn schön lang machte. Die ersten 60 km liefen so recht entspannt, dann machte sich die Anstrengung bemerkbar. Immerhin hatte ich noch genug Körner, um sportlich in T2 einzurauschen. Im Kraichgau hat man den Luxus des valet parking, in Heilbronn läuft man mit dem Rad an der Hand durch die ausgesprochen längliche Wechselzone bis zum numerierten Platz. Hier traditionell MEINEN HERZLICHEN DANK AN ALL DIE HELFER, DIE MIT RIESENEINSATZ BEI DER SACHE WAREN!

Auch die Lauferei absolvierte ich bei beiden Rennen ähnlich: solide, aber nicht wirklich schnell. Beide Laufstrecken bieten einen Wechsel aus ruhigen Abschnitten und Remmidemmi in der Innenstadt. Hier kommen wieder alle zusammen, wenn auch auf unterschiedlichen Runden. Im Kraichgau wunderte mich, dass ich die Steigungen weniger schlimm fand als bei meinem Staffeleinsatz im Vorjahr. Wahrscheinlich bin ich in der Staffel ständig am Anschlag gerannt und fühlte das Höhenprofil härter. Mit dem Radpart in den Beinen schlurfe ich halt doch entspannter über die Strecke. In Heilbronn lieferte ich mir lange ein persönliches Duell mit der Nummer 554, einem gewissen Stefan. Auf den langen Geraden konnte ich ihm jeweils ein paar Meter abnehmen, aber an der nächsten Steigung zog er wieder vorbei. In der dritten Runde merkte ich, dass er an der Verpflegung recht lang verschnaufte. Auf den letzten 500 Metern geht es noch mal rauf und runter, ich musste also den Rückweg am Kanal nutzen, um einen guten Vorsprung rauszuholen. Dabei half mir eine junge Frau, die aber ihre Starnummer vorschriftsmäßig vorn trug und deshalb anonym blieb. Der heftete ich mich an die Fersen und blieb dran, so lange es ging. Am Schluss habe ich doch etliche Sekunden auf Stefan rausgelaufen. Leider habe ich ihn danach nicht mehr gesehen, deshalb von hier ein Dankeschön für das spannende Rennen. Bei meiner Zugläuferin konnte ich mich im Zielbereich noch bedanken.

Noch am Sonntagabend habe ich die off-season eingeläutet. Einen ganzen Tria mache ich erst wieder nächstes Jahr. Am 6. Juli darf ich nochmal als Staffelschwimmer ran, zusammen mit dem BW-Meister im Paratriathlon Michael Binder und einem gewissen Hannes, der wieselflink sein soll. Dann noch ein paar Schwimmveranstaltungen, inklusive Amsterdam und Mettlach im September. Für Amsterdam suche ich übrigens immer noch Sponsoren! Achim, Menold Bezler und Ebner Stolz sind bislang meine Unterstützer.

Die 20 Radkilometer, die zur LD gefehlt hätten, bin ich übrigens zwischen den zwei Wettkämpfen mehrfach gefahren, wenn auch mit 12er-Schnitt 🙂

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Über Günter

Manager und Triathlet
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2 Antworten zu Fast eine Langdistanz

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