Rücktritt vom Rücktritt

Um ein Haar hätte ich das „Leben nach dem Triathlon“ ausprobiert. Für die Challenge Kraichgau saß ich länger im Auto als auf dem Fahrrad. Am Samstag bin ich rübergefahren, habe die Unterlagen abgeholt, eingecheckt und bin wieder nach Hause gefahren. Am Sonntag wieder hin, Rennen und heim. Dabei kam ich nicht nur über die Autofahrerei ins Grübeln, sondern auch über den Sport, das Leben und den ganzen Rest. Jetzt schwimme, radle und laufe ich das ganze Jahr recht umfangreich (gemessen an einer Sofakartoffel), und wegen der paar Kilometer Wettkampf treibe ich so einen Aufwand. Dabei könnte ich locker einen Sonntag lang Radtour machen, würde mehr Kilometer schrubben als auf dieser MD und hätte einen Haufen Kohle gespart, die ich zum Weinhändler meines Vertrauens tragen könnte. Immerhin habe ich die alte Rechnung im Kraichgau jetzt beglichen, nach einem DNF und zwei Staffelteilnahmen habe ich als Einzelstarter in 5:25 gefinisht. Damit könnte ich mich jetzt in Ehren zur Ruhe setzen. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mit Mitte 50 nicht mehr an meine Bestzeiten vergangener Jahre herankomme, die biologische Uhr tickt mittlerweile recht vernehmlich. Und der abschließende HM war nicht wirklich lustig. Er war eher mehr eine Qual. Von dieser erholte ich mich mit einer gemütlichen Fahrradtour im Regental, die ich auch nutzte, um mein „Schwimmen im Regen reloaded“ zu planen.

Nach der Tour stand noch der Triathlon in Heilbronn an. Der ist vergleichsweise gemütlich, mit knapp 70km Rad und schlappen 15 Laufen. Ich ging erholt an den Start und bretterte sportlich über die Piste. Wie schon im Kraichgau war ich in der letzten Startgruppe, was einen wertvollen psychologischen Vorteil mit sich bringt: außer ein paar starken Athleten, die nur nicht schwimmen können, kommt keiner mehr von hinten; dafür gibt es in den vorderen Gruppen genügend Dilettanten (zu Deutsch: noch Langsamere als ich), die man einsammeln kann. Vor allem der Radpart ist eine einzige Überhol-Orgie. Auf der Laufstrecke relativiert sich die Sache, auf den jeweils drei Runden hat man alle Sorten um sich herum. Nach 4:08 stürmte ich brüllend durchs Ziel. Meine rechtschaffene Plattheit deutete ich als Zeichen, dass ich Alles gegeben hatte. Wie sich das gehört. Man soll ja immer alles geben (außer beim Blut spenden). Ich schüttete erst mal ein Bleifrei rein und ließ mich dann durchmassieren. An dieser Stelle MEINEN HERZLICHEN DANK AN ALLE HELFER BEIDER VERANSTALTUNGEN, IHR SEID GROßARTIG!

Am Montag dann die buchhalterische Analyse: trotz deftiger Belastung war ich 2014 deutlich langsamer unterwegs gewesen als 2011. Mein Entschluss, mit dem Blödsinn aufzuhören, schien gefestigt. Bis ich auf die dumme Idee kam, bei AK55 nachzusehen. Die Klasse der „noch älteren Säcke“ hätte ich mit Abstand gewonnen – wenn ich noch ein Jahr durchhalte, wäre ein Treppchen drin!?! Und die Challenge Walchsee wollte ich eigentlich auch noch machen. Und weil’s so schön ist, die OD in Regensburg zur Vorbereitung.

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(And support me at Amsterdam City Swim!)

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Manager und Triathlet
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