Rad am Regen

Gestern war ja Nabelschau-Tag. Wer wissen will, warum der Nabel immer voller Fussel ist, wird vielleicht hier fündig, aber darum geht es nicht. In einem Nebensatz habe ich erwähnt, dass ich auf Radtour war. Mit meiner tapferen Tochter bin ich in einem Zug nach Bayerisch Eisenstein gefahren, zu dem Bahnhof, durch dessen Schalterhalle einst der Eiserne Vorhang verlief, sinnig dargestellt durch eine eiserne Kette. Wir hatten unsere Anreise nach Regensburg instinktiv so getimed, dass wir vier Minuten vor Abfahrt des Zuges am Fahrkartenautomaten standen. Der spuckte auch brav unsere Tickets aus, verriet aber nicht ums Verrecken, wie wir das mit den Rädern regeln sollten. Die Kondukteuse belehrte uns später im Zug: Dos fändnsä ondä Frädsääd ond Fommilljä. Do mässdschäzz äängläch bro Rod fäzzäch Äro gassäärn. Sie ließ aber Gnade vor Rächt ergehen und gab uns die Radtickets für je 5 Euer und der Tag war gerettet. Am Abend war das Schicksal nochmals mit uns, der österreichische Wanderer hatte sein Bett noch nicht benutzt und zog uns zuliebe in das Gartenhaus der Pension Sandra in Regen, so dass wir das Zimmer Nr. 4 bekamen. Ab da ging es bergauf. Zumindest am zweiten Tag, wo der Radweg nicht dem Regen folgt, sondern abseits des Flusses über die Hügel führt. Mit Ach und Krach spielten wir „Kraft am Berg“. Nachmittags meinte die Tochter, das sei jetzt doch auffällig viel Krach. Ich erwiderte, sie solle halt nicht so krumme Gänge auflegen, dann gäbe sich das mit dem Krach. Um dem verdächtigen Geräusch auf den Grund zu gehen, fuhr ich hinter ihr her und sah mir das Ganze aus der Lutscher-Perspektive an. In Null Komma Nix hatte ich die Ursache des Geräusches lokalisiert: eine Art Schifferknoten in der Kette, der sich lautstark durchs Getriebe schlängelte! Eine nähere Inspektion am stehenden Objekt ergab, dass ein Kettennietstift halb heraushing und die Kettenglieder davor und dahinter quasi am seidenen Faden hingen. Ich versuchte, den Stift zurecht zu schieben, aber er hielt nicht mehr richtig. Wir checkten Karte und Radwegführer und befragten ergebnislos zwei vorbei kommende Radler. Laut Führer gab es in dem Dorf hinter uns zwei Radläden, aber Anrufe unter den angegebenen Nummern gingen ins Leere. Also fuhren wir auf Verdacht in das Dorf vor uns, was sich wiederum als Glücksgriff erwies. Am Campingplatz, der am Dorfeingang von Blaibach direkt am Radweg liegt, wies man uns den Weg zu Jo’s Fahrradstadl. Weil Jo das Geschäft nebenberuflich betreibt, macht er erst um 18:30 auf. Wir checkten derweil auf dem Campingplatz ein und fuhren eine Runde Kanu. Danach legte uns Jo mit affenartiger Geschwindigkeit eine neue Kette auf, was wir in der Schlossschänke mit einem gepflegten Abendessen feierten.

Die folgenden Tage wurden zusehends gemütlicher. Um nicht zu früh nach Regensburg zu kommen, wurden die Etappen kürzer und die Pausen häufiger. Das Wetter spielte hervorragend mit. Nachdem noch in der Vorwoche die Temperaturen in den mittleren Dreißigern standen, hatten wir unterwegs angenehme Zwanziger, Sonne und ein paar Quellwolken. Ein paar Mal stieg ich in den Regen und schwamm eine Runde. Schließlich muss ich mich fit halten für den Amsterdam City Swim im September. Ab Heilinghausen erkundete ich zudem die Stauwehre und Anlegestellen für mein „Schwimmen im Regen reloaded“, das für Ende Juli geplant ist.

Hier einige Impressionen von unserer Tour:

b1 C1 C2 Eis1 Eis2 Günter swim Lilien R1 R2 R3 R4 R5 R6 Rgbg Rgbg2 See Wald Wegweiser Wolle zug

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