Fortes Fortuna juvat

Sed veriter fortis juvat Fortunam!

Nein, Fortuna hat nicht Juve geschlagen. Aber so eifrig, wie die D-Jugend trainiert, kann das noch passieren. Gestern abend kam ich von der Arbeit, ausnahmsweise mit dem Auto, weil mich seit Montag ein übler Hexenschuss plagt. (Mein Hausarzt meinte, so lange ich auf den Zehenspitzen stehen könne, müsse man nicht operieren.) Beim Einbiegen in unsere Straße sehe ich ein Grüppchen Jugendlicher, die auf der Fahrbahn einen kleinen Ball kicken. Ein ungewohnter Anblick in einer Gegend, die mehr für unabsichtlich falsch Parken als für Sport im öffentlichen Raum bekannt ist. Mal abgesehen von den 200 Joggern pro Tag, aber die sind meist schnell wieder weg. Außer, wenn sie die 144 Stufen von der Marbacher Straße hoch kommen, dann brauchen sie etwas länger. Was bei den Jungs noch auffiel, war ihre einheitlich rote Kleidung. Der Kleinbus mit Düsseldorfer Nummer und Fortuna-Aufschrift gab mir den entscheidenden Hinweis, aber noch keine Erklärung, warum die in einer staubigen Ludwigsburger Sackgasse trainieren. Ich verstaute Auto und Einkäufe und frug einen der erwachsenen Begleiter, was sie hierher führe. Ein junger Spieler hatte auf dem Heimweg vom Ostertrainingslager die Finger in die Autotür bekommen und wurde gerade nebenan im Krankenhaus versorgt, erklärte man mir. Kurzerhand lud ich die ganze Bande in unseren Garten ein. Das Erste, was meine Frau von der Geschichte mitbekam, war ein 12-jähriger in rotem Trikot, der vor dem Wohnzimmerfenster auftauchte. Gefolgt von rund einem Dutzend Teamkameraden und drei Betreuern. Die sofort eine Trainingseinheit anzettelten. In unserem Garten. Kurz dahinter kam dann ich und erklärte Mariétou, was los war.

Eine Stunde lang übten die Jungs konzentriert und eifrig Ballkontrolle und Kleinplatz-Spiel, während die Betreuer nervös ausrechneten, wie lang die Heimfahrt noch dauern könnte. Schließlich das große Aufatmen: der verletzte Kollege war untersucht, geröntgt, visitiert und verbunden worden, die Fahrt konnte weitergehen. Jeder Einzelne grüßte und dankte beim Rausgehen und einen Fortuna-Wimpel bekam ich auch noch.

Fortuna

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Über modoufall

Manager und Triathlet
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