Doch noch ein Triathlon

Fast hätte ich dieses Jahr gar keinen Triathlon gemacht. Was gepasst hätte, denn ich habe auch nicht trainiert. Ein paar Ausfahrten mit dem Rennrad und ein paar Kilometer Schwimmen, ansonsten habe ich mich aufs Laufen konzentriert. Am Montag habe ich sogar das Abschwimmen im Freibad verpasst, weil ich sonst zu spät zur MAV gekommen wäre. Ein Leben im Konjunktiv, sozusagen.

Nachdem ich schon den Saisonstart in Steinheim versemmelt habe, hat es heute in Kornwestheim endlich geklappt, im dritten Anlauf.  Vorletztes Jahr habe ich mich vom Wetter abschrecken lassen, letztes Jahr war ich krank, diesmal war ich fit.

Vor dem Start lief ich Pascal über den Weg. Pascal ist ein Tier. Wenn er nicht gerade auf der Langstrecke oder einem Ultratrail unterwegs ist, guckt er Sprint. Ich fragte ihn, was er dieses Jahr so getan bzw. noch vor hätte. Nach 20 Minuten stichpunktartiger Aufzählung musste ich mich entschuldigen, meine Startzeit rückte näher.

Im Schwimmbad bekam ich erst mal Platzangst. Nach 12 Kilometern im Regen ohne eine einzige Wende sollte ich 500 Meter im 25er-Becken schwimmen! Wir waren zu sechst auf der Bahn und hatten uns schnell geeinigt: die 3 jungen Wilden preschten vornweg, dann kam ich und der Rest hinter mir. Nach 150 Metern wurde ich mutig und versuchte Rollwenden. Die klappten zwar erstaunlich gut (weder habe ich mir die Fersen am Beckenrand aufgeschlagen noch bin ich 2 cm vor der Wand verhungert), aber bei dem Tempo und der Wendefrequenz ging mir die Luft aus, also kehrte ich zur guten Autoscooterwende zurück (mit Vollgas an die Wand und abprallen). Nach 500 Metern kraxelte ich sogar ausgesprochen beschwingt aus dem Becken, warf den Helfern die Badekapp zu und lief los. Bis zum Rad ging alles ganz gut, beim Aufsteigen habe ich mich aber schwer blamiert. Erst kriegte ich die Füße nicht auf, dann nicht in die Schuhe. Als ich endlich so weit war, hatte ich die Lasche aus der Öse gezogen und durfte anhalten, um das Schlamassel zu entknoten. Zum Glück war niemand dicht hinter mir, den ich behindert hätte…

Der Radkurs in Kornwestheim ist tückisch. Man fährt ausschließlich auf Wirtschaftswegen, die sich im rechten Winkel kreuzen, so dass jede Abzweigung zur Zitterpartie wird. Höhepunkt ist die 180°-Kehre am Ende der Abfahrt, auf einer (geschätzt) 1,50 breiten Straße. Ich hatte immerhin Glück mit dem Wetter, die Fahrbahn war überwiegend trocken. Die Staffelradler durften eine Stunde später mit Aquaplaning kämpfen. Ich war einigermaßen sportlich unterwegs und hatte wenig Feindkontakt. Ich überholte überwiegend Ersttäter auf Mountainbikes, die sich vermutlich in einer anderen der drei Runden befanden. Nach dem Wendepunkt sah ich jeweils Thomas, der mit mir gestartet war, mich im Becken überrundet hatte, dann aber 50 Meter zu viel geschwommen war. Pro Runde habe ich ihm ungefähr 27 Meter abgenommen. Den Abstieg habe ich dann deutlich eleganter gemeistert als den Aufstieg. Ich warf mein Rad einem netten Helfer in die Hände und lief weiter zur Wechselzone. Die Helfer waren übrigens zahlreich, motiviert, gut drauf und unbezahlbar. MEINEN HERZLICHEN DANK AN DIE JUNGS UND MÄDELS JEDEN ALTERS!

Die Lauferei war ein Klacks, 5,3 Kilometer. Freitag hatte ich noch mal Intervalle gekloppt und lief jetzt flott und rhythmisch durch, immer Sebi und Hauschildt vor dem inneren Auge, wie sie in Las Vegas über die Laufstrecke gedonnert sind. Ganz so schnell war ich nicht, aber Vorbilder braucht der Mensch. Auf der letzten Laufrunde kam dann der Platzregen. Ich ließ mich nicht beirren und bretterte wacker durch die Pfützen. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Zielverpflegung trabte ich zurück zum Start und ging erst mal Duschen. Zeit und Platzierung weiß ich noch nicht, aber immerhin habe ich, mit einem beendeten Wettkampf 2013, meinen Status als TvW gerade noch so gerettet.

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Über Günter

Manager und Triathlet
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2 Antworten zu Doch noch ein Triathlon

  1. Hallo aus Lanzarote – ich trainiere für meinen ersten Ironman auf Lanzarote im Mai 2014 und habe daraus einen blog und eine facebook-Seite gemacht.
    Derzeit klicke ich mich durch die Triathlon-Blogs durch und lese viel Interessantes, verteile „likes“ in facebook und solche Gästebuch-Einträge wie diesen hier – einfach um Bekanntschaften zu schliessen und mit „Daumen hoch“ die Internet-Arbeit von Dir und Anderen zu belohnen und natürlich auch meine eigene Seite bekannt zu machen.

    Freue mich über likes auf facebook und Kommentare zu meinen blog-Artikeln.

    http://www.facebook.com/ironman.diogenes

    http://www.magic-lanzarote.net/ironman-2014

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