Je länger je lieber?

Nachdem neulich bereits ein bisschen was lief, durfte auch etwas länger gelaufen werden. Längere Klamotten waren nicht mehr möglich, also dann mehr Kilometer. Samstag früh verkündete der Wetterbericht, dass das Wolkenfenster noch rund sieben Stunden offen bliebe, auf Tage hinaus die einzige Chance, trocken zu laufen, geschweige denn lang. Und zwei Wochen später wäre Challenge Kraichgau angesagt, danach SZ-Lauf. Kurz davor wollte ich mich dann auch nicht mit einem langen Lauf abschießen, also blieb mir nur dieser Tag. Gegen Mittag sah alles noch ganz friedlich aus. Bis ich zum Gärtner an der Ecke ging. Da kam eine Gewitterwolke vorbei, mit Windböen und Temperatursturz. Ich wartete noch eine halbe Stunde ab und tatsächlich kam die Sonne wieder raus, ich hatte aber gespürt, wie tückisch das Wetter sein konnte. Vorsichtshalber zog ich doch wieder die langen Klamotten an. Was ich natürlich nach 30 Minuten schon bereute. Ich krempelte die Ärmel hoch und lief weiter, immer schön gemütlich. Meine lange Runde zeichnet sich dadurch aus, dass die ersten 10 Kilometer dauernd bergab-bergauf gehen, bevor ich am Neckar mal ein gutes Stück flach laufen kann. In Marbach war ich schon relativ platt und deshalb auch froh, Christoph zu treffen, der ebenfalls ein gepflegtes Läufchen machte (mit dem Unterschied, dass er vorher schon geradelt war). Christoph war froh, dass er umkehren durfte, um mich zu begleiten, das hat ihm einige Höhenmeter erspart. Die nächsten Kilometer liefen wir zusammen und hielten einen netten Plausch, was die Sache ungemein erleichterte. Christoph trainiert für die Challenge Roth in einigen Wochen und steht stärker unter Druck als ich, der ich noch fünf Monate bis zu meinem Marathon habe. Christoph ist wirklich ein netter Kerl und angenehmer Trainingspartner, deshalb sah ich gnädig über seine Bekleidung hinweg, die nicht ganz meinem Geschmack entspricht. Hinter den Zugwiesen bog er rechts ab und ich war wieder allein unterwegs. Was kann ich vom Rest berichten? Das letzte Drittel eines langen Laufes spottet jeder Beschreibung, darum sage ich da lieber nichts. Dachte ich. Aber das große Leiden ging danach erst richtig los. Wenn man spontan einen langen Lauf macht, wäre es halt besser, man hätte am Abend vorher weniger gesoffen…

Advertisements

Über Günter

Manager und Triathlet
Dieser Beitrag wurde unter Running, Swimming abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s