Wadeln

Egal, wie fleißig man den Winter über trainiert, kommt doch im Frühjahr der Moment der Wahrheit. Und dieser Winter 2012/13 war lang. Und fies. Und hartnäckig. Am Ende war das Schlimmste an diesem Winter die dauernde Jammerei darüber, wie lange, fies und hartnäckig er war. Dieser Jammerei möchte ich mich entschieden verweigern. Ich habe stoisch durchtrainiert, bin mit dem MTB durch Schnee und Schlamm gepflügt und bin bei jedem Wetter gelaufen, mit Stirnlampe, Reflektorgürtel und Blinklicht. Und trotzdem…

Die Temperaturen waren letze Woche (vorübergehend) nördlich von 20°. Ich bin in kurz/kurz gelaufen und geradelt. Geradelt mit dem Übergangs-Rad. Das ist mein Rad für ungewisses Wetter. Ursprünglich angeschafft für mehrtägige Radwanderungen, mit Beleuchtung, Schutzblech und Gepäckträger. In der Folge umgerüstet zum Schlechtwetter-Trainingsrad. Mit Auflieger, gerader Sattelstütze und dem Sattel am vorderen Anschlag kommt die Geometrie ziemlich nahe an mein Wettkampfrad ran. Im SCR eine perfekte Tarnung, zumindest aus der Ferne. Aus der Nähe geben die Aufkleber einen Hinweis auf den sportlichen Hintergrund. Neben „Motherfucking Bike“ bekenne ich mich zu Hannes Hawaii Tours und Pro Bike Shop La Santa.

Jedenfalls gab die Radelei bei schönem Wetter der guten Laune mächtig Auftrieb. Und trotzdem…

Mein Junger trainiert jetzt wieder draußen (er macht Leichtathletik). Vorgestern sollte ich ihn vom Training abholen. Ich habe also das Hase Pino gesattelt und bin rüber zum Sportplatz. Das Erste, was ich dort sah, waren die Wadeln vom Stefan. Obendrüber war natürlich der Rest vom Stefan, aber die Wadeln haben alles andere überstrahlt. Zunächst von Heiterkeit erfüllt, kam mir nach ca. 2,7 Sekunden ein fataler Gedanke. Vorsichtig ließ ich meinen Blick an mir selbst heruntergleiten und erspähte unterhalb der Radlerbüx ein Strahlen wie von einem radioaktiven Edamer. Zwar beschattete Haarwuchs teilweise die Abstrahlung, aber der Gesamteindruck wurde dadurch, gelinde gesagt, nicht wirklich besser. Ich habe daraufhin die Runde gemacht und mich bei den anwesenden LA-Müttern für die ästhetische Entgleisung entschuldigt. Jetzt sehne ich intensive Sonneneinstrahlung herbei, um wieder einen würdigen farmer’s look vorweisen zu können.

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Über Günter

Manager und Triathlet
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