Platt am Freitag…

…und Spott am Sonntag.

Heute früh auf SWR2-Wissen: Der Sinn oder Unsinn von Vorausplanung (http://www.swr.de/swr2/wissen/gefaehrliche-komplexitaet/-/id=661224/nid=661224/did=11238534/1db5fb3/index.html).

Die Planung war einfach: Mittwoch und Freitag jeweils das normale Programm von 10km am Morgen und 16km am Abend, am Sonntag dann den ersten langen Lauf des Jahres. Mittwoch lief noch gut, sowohl der Plan als auch ich. Zum ersten Mal in diesem Winter lief ich die 16km abends unter 1:20. Freitag früh schien immer noch alles normal, soweit man 0°C Anfang April normal nennen kann. Nachmittags fingen die Probleme an. Schon im Büro fühlte ich ein leichtes Frösteln. Das Außenthermometer zeigte zwar lauschige 6° plus, aber mir graute bei dem Gedanken, jetzt da raus zu gehen. Das Wochenende im Büro zu verbringen war aber auch keine Alternative. Und mein kleiner Macho hielt mich davon ab, mich von meiner Frau mit dem Auto abholen zu lassen. Also fuhr ich den Rechner runter und ging zum Ausgang. Die zwei Schritte vor die Tür zum Uhrenauslegen verpassten mir den nächsten Rückschlag. Bevor ich mich umziehe, lege ich immer die Uhr vor die Tür, damit die in Ruhe ihre Satelliten suchen kann. Inzwischen habe ich einen leicht versteckten Ort dafür gefunden. Nicht, dass jemals irgendwer meine Uhr geklaut hätte. Vielmehr war es schon öfter vorgekommen, dass ein Kollege beim Rausgehen ein Uhr liegen sah und sie vorsichtshalber reinholte, damit sie nicht wegkommt. Während sich die Uhr also in aller Ruhe akklimatisierte, zog ich mich um. Obwohl ich mit den gleichen Klamotten zwei Wochen lang gelaufen war, ohne zu frieren, kamen sie mir jetzt eigentümlich unangemessen vor. Mit Laufhose, zwei Langarmshirts (ein dünnes und ein dickes) und Handschuhen ging ich erneut aus der Tür. Ich schnallte das Telefon an den Oberarm und die Uhr ans Handgelenk, startete beide und wollte lostraben. Mit Traben war aber nichts, meine Fortbewegung konnte man bestenfalls als Humpeln bezeichnen. Neben dem mysteriösen Kältegefühl plagten mich auch Verspannungen im Rücken und den Beinen.

Da sich dieser Zustand auf den ersten 1,5km nur unwesentlich besserte, nahm ich an der Schleuse Poppenweiler die Abkürzung nach Ossweil hoch. Rule 5 hin oder her, als Deutschlands dümmster Sportler wollte ich nicht in die Geschichte eingehen. Und mit drei Kindern hätte ich im schlimmsten Fall nicht mal den Darwin Award bekommen.

Nach 6 statt 16km kam ich leidlich lebendig zu hause an, aber besser ging es mir da immer noch nicht. Ich warf als Erstes die Sauna an. Danach ging ich nochmals vor die Tür, fünf Meter zum Briefkasten und zurück. Erst zehn Minuten in der Sauna brachten mich wieder auf eine gefühlt normale Temperatur. Die kalte Schwallbrause habe ich mir geschenkt, lauwarmes Wasser hat zum Abschrecken ausgereicht. Den ganzen Samstag hielten die Schwäche und die Verspannungen an. Erst am Sonntag kam ich langsam wieder auf die Beine. Gereicht hat es aber weder zu einem langen noch zu einem kurzen Lauf. Immerhin habe ich ein Stück Garten umgraben können und dabei die Anzahl der Regenwürmer verdoppelt. Und das, nachdem mir Dr. Marco Wehr beim Frühstück die Maxime seines Berliner Großvaters erklärt hat: „Denn erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt“.

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Manager und Triathlet
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