Laufen in England

Letzte Woche bin ich fleißig gelaufen, diese Woche sieht es eher mager aus. Der Terminkalender gibt einfach nicht viel her. Heute bin ich wieder in England unterwegs, aber in einem neuen Hotel in einer Gegend, die ich nicht kenne. Wenn ich im Fleece oder im Chequers Inn bin, kenne ich meine Laufstrecken auch im Finstern. Ich bin um vier Uhr nachmittags hier angekommen. Bis ich mein Spielzeug aufgeladen und mich lauffein gemacht hatte, war es draußen stockdunkel. Ich kannte die Umgebung nur von Google Earth. Mit Reflektorband, Blinklicht hinten und Stirnlampe vorn lief ich in die Nacht hinaus. Nach drei Metern verfluchte ich bereits die ländliche Idylle. Landidylle heißt in England, dass die Gegend noch mehr zersiedelt ist als in Deutschland. In den Cotswolds stehen alle zwei Meilen drei Häuser und dazwischen spannt sich ein Spinnennetz von Landstraßen. Zu der Zeit, als die Bewohner dieser drei Häuser ein Mal im Jahr zur Kirchweih mit Besäufnis und Schlägerei in das Nachbardorf gingen, war das ja in Ordnung. Heutzutage hat es zur Folge, dass auf den Landstraßen ein elendiger Pendelverkehr herrscht, mit drei Fahrzeugen pro Minute. Nicht viel für eine Stadtautobahn, aber heftig ungemütlich für den Läufer am Straßenrand, egal, wie viele Lichterketten er spazierenträgt. Nach wenigen weiteren Metern wich ich auf den Grasstreifen neben der Straße aus. Zu meiner Verblüffung sah ich kurz darauf einen anderen Läufer quer über das Feld auf mich zukommen. Ich freute mich schon auf einen Laufpartner, der stellte sich aber als Pferd heraus. Ich stolperte weiter über den Grünstreifen, bis ich beinahe in ein Loch inmitten desselben gefallen wäre. Also zurück auf die Straße. Nach meiner Recherche müsste in Kürze ein Feldweg rechts abgehen. Was er auch tat. Leider hatten die heftigen Regenfälle, die zahlreiche Straßen überflutet hatten, auch diesem Weg heftig zugesetzt. Erst waren es nur Pfützen, denen ich ausweichen konnte, aber bald war der ganze Weg, samt Grasstreifen und Laubhaufen, ein einziges Matschloch. Kurz nach dem Ziegenbock von rechts tappte ich mitten in ein Wasserloch und kehrte um. Wo der Weg wieder auf die Straße stieß, ging noch eine schmalere befestigte Straße ab. Der folgte ich bis zur nächsten Ansammlung von drei Häusern, drosselte am Spielplatz vorschriftsmäßig mein Tempo und kehrte dann um. Highlight des Abends war ein Bus, der auf der einspurigen Straße stehen blieb, um mich vorbei zu lassen. Nach 25 Minuten war ich froh, unversehrt wieder am Hotel anzukommen. Immerhin sind die Schuhe jetzt eingelaufen für das Dirty Race. Hier noch einige Eindrücke:

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Über Günter

Manager und Triathlet
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