Winterschlaf

Na ja, relativ. Ich bewege mich schon noch ein bisschen und habe sogar Spaß dabei. Mit einem Umweg am Morgen komme ich auf einige Lauf-km pro Woche. 9km am Morgen und 16 am Abend summieren sich auf. Und ich gebe auch mächtig an damit. Zur Zeit laufe ich immer mit runtastic, einer iphone-app, weil die Telekom eine Million Euronen für einen guten Zweck spendet, wenn die Teilnehmer bis Mitte Dezember eine Million Kilometer zusammen bekommen. Im Moment stehen 831.330 zu Buche, das Ziel ist also erreichbar. Der gute Zweck stammt zwar von der Bild-Zeitung (Aktion „Ein Herz für Kinder“), aber das reicht als Vorwand, um bei jedem Lauf das Telefon anzuwerfen. Die Lauferei ist zur Zeit heftig idyllisch, mit Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und allerlei Viechzeug unterwegs. Ich habe das fleißig abfotografiert, aber die Aufnahmen sind gerade auf dem anderen Rechner, ich stelle demnächst eine Gallerie hier rein.

Noch laufe ich ohne Beschallung, aber ich merke schon, wie die Strecke wieder langweilig wird. Heute war ich in der Stadt und habe Weihnachtsgeschenke besorgt, darunter auch einen Stapel Bücher. Bei der Gelegenheit habe ich ein Hörbuch zum Laufen gekauft: „Er ist wieder da“ auf 6 CDs. Ich bin mal gespannt, was das taugt. Es geht um A.H., der 2011 nach Deutschland zurück kommt und soll interessant sein. Ich bin etwas skeptisch, weil ich letzten Winter beim Laufen Ecos „Friedhof von Prag“ gehört habe. Das Buch hatte zwar einen interessanten Ansatz, indem es die krude Paranoia hinter dem Antisemitismus durch groteske Überzeichnung ins Lächerliche gezogen hat… ne, den Satz streichen wir, Antisemitismus kann man nicht überzeichnen, wie man Rassismus generell nicht überzeichnen kann. Diese Vollidioten schaffen es immer wieder, den normalen Menschenverstand aufs Übelste zu beleidigen. Zurück zum „Friedhof“: Eco hat sich hier anscheinend vorgenommen, die antisemitischen Klischees der letzten 150 Jahre bloßzustellen, insbesondere die Protokolle der Weisen von Zion. Das Buch hat mich nicht überzeugt. Eco ist schon immer langatmig und weitschweifig, aber hier wird es mühsam. Nach der dritten Wiederholung haben mich die detaillierten Aufzählungen der geläufigen Vorurteile nur noch genervt. Ich frage mich auch, ob die Geschichte der Judenverfolgung als Hintergrundhandlung für eine mehr oder weniger drollige Biographie eines Dokumentenfälschers herhalten muss. Trotzdem habe ich mir heute das oben erwähnte Hörbuch aus dem Regal gezogen und werde es mir demnächst mal reinziehen und darüber berichten.

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Manager und Triathlet
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