Eine andere Geschichte

Nach der Hochzeit gab es noch einige Besuche zu erledigen. Die Überraschung des Tages war eine Tante mit einem Dress von Shimano:

Zum Glück gab es beim Frühstück keine Überraschungen:

Danach ging es wirklich los. Ein Bekannter hatte uns seinen Geländepanzer zur Verfügung gestellt:

Endlich ein Auto, in das alle Koffer reinpassen! Wen stört es da schon, dass die Reifen abgefahren sind und die Stoßdämpfer durchschlagen? Nach einigen Stunden Fahrt, einschließlich einem Stau wegen der Ministerpräsidentenkolonne und einem Reifenwechsel im Starkregen, kamen wir in unserer Strandvilla an.

Endlich Ruhe, kindle, Pool und Atlantik satt! Von wegen… Am zweiten Tag, noch bevor die Langschläfer aufgewacht waren, ging ich runter zum Strand. Dort angekommen, stellte ich fest, dass ich die Schwimmbrille vergessen hatte. Zum Zurücklaufen war ich zu faul, also unbebrillt ins Salzwasser. So ganz allein in der Brandung machte ich mir meine Gedanken. Man hört ja von Gezeitenströmen, die Schwimmer ins offene Meer ziehen. Und allein soll man ja sowieso nicht ins Freiwasser… Ich schwamm ein paar Strecken hin und her und beschloss, es gut sein zu lassen. In Ufernähe war die Brandung deutlich ausgeprägt. Ich wollte eine Welle abwarten und dann rauslaufen, bevor die nächste käme. In dem Moment, als ich mich aufrichtete, um loszulaufen, trat ich auf den einzigen Felsen unter Wasser weit und breit. Fluchend humpelte ich an Land und taxierte den Schaden: eine Platzwunde an der linken Ferse. Auf Zehenspitzen, um keinen Dreck einzufangen, ging ich zurück zum Haus. Ein Pflaster half nicht viel, also fuhr mich meine Frau in die Clinique du Littoral. Das Ergebnis nach 10 Minuten warten: Visite beim Chefarzt, zwei Stiche, Tethanus und Schwimmverbot! Blieben Ruhe und kindle 😦

Den Rest der Woche schaute ich den kids beim Plantschen zu und las „Paradise Lost“ (wie passend). Zwischen Regengüssen und Sonnentagen gab es Sonnenunteränge am Strand und feinstes Essen.

Freitag fuhren wir zurück nach Dakar. Auf der Autobahn begegneten wir bereits der Speisekarte:

Am Abend gingen wir mit Freunden Essen. Ich war der einzige mit Ehefrau, alle anderen Jungs hatten ihre aktuelle Freundin mit. Das gab Anlass zu intensiven Debatten über die Vor- und Nachteile des Ruhestandes im Senegal. Mariétou hatte mir beweisen wollen, wie schön das Leben im Senegal sein kann. Unsere Freunde demonstrierten hilfsbereit die Vorzüge der freien Liebe, aber ich fürchte, das hatte meine Gattin nicht gemeint…

Anderntags war Koffer packen angesagt. Am Flughafen zunächst das übliche Trara, mit endlosen Schlangen und kafkaesker Bürokratie. Der Bereich am gate war bereits verdächtig voll. Kurz nach der offiziellen Abflugzeit verkündeten die Leute von TAP, dass jetzt die Passagiere des gestrigen Fluges eingecheckt würden 😦

Zwei Stunden später kamen auch die Passagiere des heutigen Fliegers dran, inklusive meinereinem. Den Anschluss in Lissabon habe ich natürlich nicht mehr erreicht. Dabei hatte ich noch das Glück, dass am Abend der nächste Flug nach Frankfurt ging. Die Senegalesen (vom Vortagesflug), die eigentlich schon in Mailand bei der Arbeit hätten sein sollen, wurden erst anderntags weiterbefördert. So kam ich noch in den Genuss des Frankfurter Flughafenbahnhofs zur ruhigsten Stunde um Mitternacht. Kurz vor drei Uhr früh war ich zu hause. Wenigstens konnte ich dann im Büro in Ruhe ausschlafen! Einige Tage danach kamen auch meine Frau und meine Kinder. Dank einer strategischen Verspätung von TAP konnte ich sie mit dem Auto in Frankfurt abholen…

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Über Günter

Manager und Triathlet
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