Letzter Feinschliff vor Roth

Nach dem langen Ritt letzten Sonntag ging ich unter der Woche noch etwas Radeln, zunächst mit dem guten Treckingrad, weil das Wetter schlecht war. Dienstag gab es ein besonderes Highlight: Nach der Arbeit bin ich durch den Regen zum Freibad geradelt und dort geschwommen. Erstaunlicherweise war ich nicht der Einzige im Becken. Auf Bahn 1 trainierte die Vereinsjugend und gegen später kamen noch zwei weitere Hobbynauten in das Becken.

Mittwoch hatte ich Termin beim Physio. Ein Zwacken im linken Fuß hatte mich schon seit geraumer Zeit am Laufen gehindert (was ich jetzt im Hinblick auf Roth nicht als tragisch einstufe, weil ich mir einbilde, dass die Laufform stimmt). Dazu kam ein taubes Gefühl in der rechten Hand beim Schwimmen. Gut, dass ein Vereinskollege eine einschlägige Praxis führt und mich kurzfristig noch unterbringen konnte. Christoph startet ebenfalls in Roth – ein wesentlicher Vorteil bei der Behandlung, weil er nicht nur die körperlichen Macken behandelt, sondern auch mit der einschlägigen Paranoia bestens vertraut ist. Auch in seiner Praxis gibt es zwei Arten von Terminen, wie ich der Kommunikation mit der Helferin entnehmen konnte: Eine Kategorie heißt „Nach Roth“, die andere „Vor Roth nicht mehr“. Christoph hat meine Wehwehchen schnell und treffend eingeordnet und fleißig beknetet. Dass er an der richtigen Stelle ansetzte, stand außer Zweifel. Das Zitat dazu lautet: „Dieser Muskel [knet] klemmt diesen Nerv [drück], richtig?“ Antwort: „JAAAAHAAAAHAAAA!“ Nach einer Stunde intensiver Behandlung bekam ich noch Tapes auf die strategischen Stellen. Abends bin ich den schnellsten 500er des Jahres geschwommen, danke, Christoph!

Donnerstag Rad, Freitag Pause, Samstag schönes Wetter. Was macht der Triathlet in diesem Fall? Natürlich Rad fahren! Normal hätte ich mich Samstag ja schonen sollen, weil am Sonntag ein HM anstand. Aber bei dem Wetter nichts tun kam nicht in Frage. Ich überreichte meiner Frau die Badeklamotten und die Kinder, schwang mich aufs Rad und fuhr zum Breitenauer See. Dort fühlte ich mich nicht fit genug, um die große Runde außenrum zu schwimmen, deshalb schwamm ich nur einmal durch die Badebucht. Kurz vor dem Ufer machte ich eine schockierende Erfahrung. Kurz nacheinander hatte ich schlagartig einsetzende Krämpfe in beiden Oberschenkeln. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Die Beine zu strecken war unmöglich, ich hatte beide Knie vor der Brust und war nahezu bewegungsunfähig. Durch Händewedeln manövrierte ich mich nahe genug an das Ufer, um sitzen zu können. Nach ein bis zwei Minuten konnte ich die Beine wieder behutsam ausstrecken und mich vorsichtig aufrichten. Ich ruhte mich noch eine halbe Stunde aus, warf ein Gel ein und machte mich auf den Heimweg. In Summe habe ich auch am Samstag 110 km heruntergeradelt. Das ist zwar nicht spektakulär, aber die Speicher waren danach nicht wirklich in der Form für einen HM am nächsten Vormittag.

Sonntag früh war ich immer noch halbwegs platt. Obwohl ich es mir verkniffen hatte, das SWR2-Hörspiel des Ulysses in Echtzeit bis zu Ende zu hören – das wäre gegen 6 Uhr morgens gewesen. Um die Zeit jodelte bereits mein Wecker. Die Hörfassung des Ulysses muss ich mir dann halt auf CD besorgen und nächsten Winter beim Laufen anhören. Mit 22 Stunden CD kommt man schon einige Kilometer weit. Ich frühstückte, fuhr rein nach Stuttgart und holte meine Unterlagen. Dieses Jahr lief ich für Ebner, Stolz, Mönning & Bachem, unsere neuen Wirtschaftsprüfer mit den vielen Namen. Dass ich mich tags zuvor etwas abgeschossen hatte, habe ich meinen Teamkollegen geflissentlich vorenthalten. Die Vorbelastung habe ich dann schön erfahren. An den Steigungen ging gar nichts mehr. Bei km 18 überholte mich der Zugläufer für 1:30 (der nach mit gestartet war) und am Ende standen 1:32:59 auf der Uhr. ESMB hat noch ein schönes Essen im VfB-Heim spendiert. Danach fuhr ich heim und versuche seither, mich zu erholen. Morgen mache ich definitiv erst mal Pause.

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Manager und Triathlet
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