Equal goes it loose

Oder, anders gesagt: ich kann Allem widerstehen, nur nicht der Versuchung. Besonders der Versuchung, die von Kalauern in jeglicher Sprache ausgeht. Heute zum Beispiel habe ich die Hecke ein bisschen gestutzt. Nicht richtig, nur die vorwitzigsten Triebe, die über den Gehsteig ragen. Ich weiß ja, wie wiederlich das ist, wenn man bei Regen an einer triefnassen Hecke entlangläuft, die den ganzen Bürgersteig überwuchert. Ansonsten lasse ich die Hecke ja in Ruhe, schließlich hält sie den antiken Jägerzaun zusammen, der unser Grundstück auf zwei Seiten umschließt. Wie ich also gerade beidhändig die Schere schwinge, kommt eine Festgesellschaft vorbei und spricht mich auch noch an – wo es denn zum Rathaus ginge. Mitten in der Gruppe ein Mannsbild mit rekordverdächtiger Barttracht. Sein Schnurrbart bildete links und rechts der Nase je einen gewaltigen Kringel, von der Dimension her halbwegs zwischen Doughnut und Rettungsring angesiedelt. Nachdem ich ihnen den Weg zum Rathaus gewiesen hatte, konnte ich der Versuchung widerstehen, ihm den Dienst meiner Heckenschere anzubieten? Natürlich nicht! Seine charmante Begleiterin warnte mich freundlich, solche Scherze zu unterlassen – ansonsten ich riskierte, mich zum Teufel zu scheren aufgefordert zu werden 🙂

Jetzt ist der Abend hereingebrochen und ich wollte eigentlich einen Beitrag über die gerade beginnende Wettkampfsaison schreiben. „Jetzt geht’s loohoos“ gefiel mir nicht, deshalb setzte ich die Lübke-Variante über den Text. Dass es losgeht, steht außer Frage. Die Challenge-Leute weisen einen penetrant darauf hin, dass es bis Roth keine zwei Monate mehr sind. Mein Training kommt scheibchenweise voran. Obwohl das schlechte Gewissen mein ständiger Begleiter ist, habe ich am Ende der Woche doch immer einige Stunden in der Excel-Tabelle stehen. Diesen Mittwoch war ich nach langer Zeit mal wieder im Wasser des Hohenecker Freibades, sogar zum Vereinstraining. Und es fühlte sich bei weitem nicht so schlecht an, wie ich nach der langen Pause befürchtet hatte. Donnerstag war trotz (oder wegen) Geburtstag eine Feierabendrunde auf dem TT angesagt. Ich wollte eine neue Variante meiner Hausstrecke ausprobieren, auf der ich weniger Autoverkehr vermutete.  Meine Strecke führt unter der A81 Stuttgart-Heilbronn hindurch und auf den Kilometern vor und nach der Einfahrt herrscht meist hektischer Verkehr. Ich suchte also nach einer Variante, die abseits der Einfahrt durch den Wald ging. Zuvor musste ich aber noch durch Steinheim durch. Für dieses Kaff muss ich auch noch eine Umfahrung suchen. Am Feierabend ist vor der Ampel, welche die Hauptattraktion des Ortes darstellt, fast ein Kilometer Rückstau. Wenn man als Radler an den Autos vorbeifährt, gibt es immer einen, dem das nicht passt. Außerdem ist es saugefährlich, weil es an der Straße noch tausend kleine Einmündungen und Hofausfahrten gibt, wo die Leute in den unmöglichsten Richtungen abbiegen oder ausweichen. An der erwähnten Touristenattraktion mit rot-gelb-grünem Wechsellicht bog ich rechts ab, nach Klein- und Großbottwar, und war erst mal wieder auf ruhigeren Wegen zugange. Von Großbottwar nach Winzerhausen dann Idylle pur: auf einer kurvigen Landstraße rollte ich durch den Wald. Gerade, als es am Schönsten war, musste ein Proll beweisen, dass (pardon) Arschlöcher immer und überall sind: mit bis zum Bodenblech durchgetretener Hupe röhrte er an mir vorbei. Leider war die nächste Ortschaft zu weit weg, um ihm die Tür einzutreten, so musste ich mich mit dem Stinkefinger begnügen. Paradoxerweise waren dann die Kraftfahrer auf der Bundesstraße deutlich gelassener, obwohl ich die wirklich ausgebremst habe.

Inzwischen hatte ich bemerkt, dass die neue Variante eine Spur länger war, als ursprünglich veranschlagt. Ich hatte allerdings meiner Frau versprochen, um sieben zu Hause zu sein und musste allmählich Druck machen. Auch hier erlebte ich eine angenehme Überraschung: ich konnte die letzten 20 Kilometer mit anständiger Leistung durchkurbeln, ohne einzugehen. Es gibt also Hoffnung, dass ich in den nächsten Wochen noch halbwegs in LD-Form komme…

Vorher kommt aber noch ein Sprint: der mz3athlon am morgigen Sonntag läutet die Tri-Saison ein. Am gestrigen Freitag habe ich einen kürzeren Lauf absolviert, bei dem ich am Schluss noch mal schön Gas gegeben habe. Heute habe ich das Bike abgestrippt und den Rucksack gepackt. Der Wetterbericht verspricht zwar trockene Bedingungen, aber nur rund 13°. Nach einer nicht repräsentativen Umfrage auf fb starte ich trotzdem im knappen Einteiler – lieber kalt als uncool!

Advertisements

Über modoufall

Manager und Triathlet
Dieser Beitrag wurde unter Challenge Roth, Sport, Triathlon abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s