Wos sei muas muas sei!

Warnung: der folgende Beitrag enthält unappetitliche Ereignisse. Wenn Ihr Kulturkreis das nicht schätzt, dann – ja was zum Teufel machen Sie dann hier?

Angefangen hat alle sehr appetitlich. Nach dem Wonneschwumm im Wunnebad durfte ich für ein paar Tage nach Shanghai. Die Gelegenheiten für Training waren knapp, dafür war das Essen ein Genuss. Es gab erstaunlich wenig Reis, dafür Fisch in allen Varianten und Gemüse von schlabbrig bis knackig und einige Dinge, die ich nicht erkannt habe. Die Chinesen sind zwar stolz auf ihre deutschen Brauereien, am Bier dürfen sie aber durchaus noch arbeiten. Das Training beschränkte sich auf Technikübungen im 17-Meter Hotelpool und ein paar Übungen im Gym. Am ersten Tag war ich noch enttäuscht vom unerwartet zivilisierten Verkehr. Außer den suizidophilen Lastenradlern hielten sich alle Teilnehmer an die volkseigene StVO. Unser Taxifahrer am zweiten Abend rückte das Bild dann wieder gerade, bzw. schief. Bei den Ampeln folgte er einer Art Quotensystem: jeweils nach zwei überfahrenen roten Ampeln erlaubte er sich eine grüne… Dieser Taxifahrer hat mehr für meinen Gottesglauben getan als alle Pfarrer, Rabbiner und Imame der letzten 50 Jahre zusammen. Hier ein paar absolut untypische Eindrücke aus einem historischen Bezirk:

Das letzte Foto gehört nicht in diese Serie, aber ich krieg es nicht raus. Kommt unten noch mal.

Nach nochmal 11 Stunden im Flieger ging die Woche praktisch trainingsfrei zu Ende. Sonntagabend wartete schon der nächste Flieger, diesmal nur nach London. Von dort fuhren wir rüber nach Oxfordshire, dort kenne ich jetzt meine Laufstrecken. Der Kollege hatte uns, entgegen meiner Weisung, in Cassington einquartiert statt in Witney. Das erforderte zwar eine Planänderung meinerseits, ermöglichte mir aber einen längeren Lauf als vorgesehen. Anstatt vom Büro in Eynsham nach Witney ins Hotel zu laufen, lief ich abends vom Hotel in Cassington über Eynsham nach Witney und zurück. Immer nach dem Motto: Lauf, bis du nicht mehr kannst. Dann dreh um und lauf zurück! Ich war gut unterwegs bis ca. km 13. Dann setzten die Magenkrämpfe ein. Das einzige Wirtshaus weit und breit hatte zwar ein nettes Schild, aber Montags Ruhetag.

Ich lief weiter. Der Bauch rumorte immer heftiger. Und ich hatte nix dabei außer dem bescheuerten iPhone! Manche mögen ja sagen, das sei fürn Arsch, aber zum Abwischen ist es doch zu schade. Außerdem krieg ich dann Stress mit dem Sekretariat. (Gegen Stress mit dem Sekretariat ist Taxifahren in Shanghai ein Spaziergang.) Verzweifelt suchte ich großblättrige Pflanzen am Wegesrand und eine geschützte Stelle. Zum Glück spross der Löwenzahn bereits in Massen. Nebendran war zwar noch ein grünes Teil mit gigantischen Blättern. Aber weil ich nicht sicher weiß, wie der Riesenbärenklau aussieht, ließ ich die Finger davon. Man mag einwenden, dass Bärenklau nur in Verbindung mit Licht tödlich wirkt, aber was, wenn mir die Sonne aus dem Hintern scheint? Also eine Handvoll Löwenzahnblätter gerupft und ab ins trockene Bachbett. Hat funktioniert. Und weil ich die Uhr gestopt habe, war die Zeit nach 21 km in Ordnung.

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Manager und Triathlet
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