Fundstücke und Erkenntnisse

Oder: der Nutzen von schlechtem Wetter.

Diesen Sonntag bin ich meinen ersten Neo losgeworden, auf der berühmten Auktionsseite, deren Name mir gerade nicht einfällt. Mit diesem Neo bin ich im Training mühelos kilometerweit geschwommen, aber im Wettkampf dachte ich immer, ich muss sterben. Jetzt. Hier in diesem Gewässer. Vor lauter Panik habe ich mir vor meiner ersten LD, dem IM Frankfurt 2010, einen größeren Anzug gekauft, in dem ich mich deutlich wohler fühle, auch wenn ich 20 Liter Wasser mitschleppe, beziehungsweise gerade dann. Alle 100 Meter lasse ich Wasser in den Kragen laufen, der Anzug flutscht bei jedem Armzug den Brustkorb rauf und runter und ich fühle mich wie ein Modou im Wasser. Der alte, kaum benutzte Neo lag seither im Schrank. Jetzt, beim Umzug in das neue Haus, stieg der gefühlte Druck genügend an, dass ich das gute Teil feil bot. Nachdem die Gebote 6 Tage 22 Stunden nahe meinem Mindestgebot gedümpelt waren, schoss der Preis in den letzten Stunden in unerwartete Regionen. Dadurch entstand neuer Entscheidungsdruck: wie verpackt man einen Neoprenanzug zum Postversand? Zum Glück (meinem, nicht dem meiner Gattin) bin ich treuer Kunde in Jacques Weindepot (Achtung, Schleichwerbung!). Ein Weinkarton erwies sich als ideale Umverpackung. Um beim Empfänger eventuell auftretende Verwirrung im Keim zu ersticken, legte ich noch einen Zettel mit der Aufschrift bei: „Don’t drink and dive!“ Dann kam das nächste Problem: mein Rechner zu Hause verweigert gerade Java-Applets. Ich kann den Versandschein also nur im Büro drucken. Aber wie krieg ich jetzt den Weinkarton ins Büro? In den Rucksack passt er nicht rein. Morgen will ich Rad fahren. Bleibt der Griff zum Treckingrad mit den guten Ortlieb-Taschen. Das gibt auch gut Punkte im SCR – nichts geht über Tarnen und Täuschen 🙂 Eine dieser Ortliebtaschen steht im Keller. Als ich sie gerade heraufholte, entdeckte ich darin die ganzen Windwesten, die ich letzte Woche verzweifelt gesucht hatte. Nach 20°C am Wochenende sind für morgen Temperaturen im niedrig einstelligen Bereich angesagt, da kommen mir solche Klamotten gerade recht. Rad muss auch mal wieder sein, nachdem ich jetzt zwei gute, aber knochenbelastende Laufwochen hinter mir habe. Nach Ruhetag am Sonntag ging heute wieder ein 16er, sogar mit Laufspieleinlagen. Dabei habe ich die neuen Schuhe eingeweiht. Nach drei Monaten in etwas knappen Tretern eine Erleuchtung! Ich kaufe jetzt seit drei Jahren Mizuno Wave Inspire in Größe 42. Plötzlich brauche ich 43! Auch bei Sidi Radschuhen habe ich von 44 auf 45 zugelegt. Werden meine Füße im Alter größer? Platter? Jedenfalls hatte ich in 42 dieses Jahr ein beengtes Gefühl und nach dem langen Lauf blaue Nägel.

Morgen dann also Fahrrad mit Zusatzgewichten. Das andere Fundstück kann ich wohl zu Hause lassen. An dem Sonntag, an dem mein Neo über die Bucht schwamm, hat es hier so schön geregnet, dass ich zum ersten Mal seit Wochen die Goretexjacke aus dem Schrank holte. In deren geräumigen Taschen fand ich dann die schmerzlich vermisste Sonnenbrille mit den Gleitsichtgläsern. Jetzt brauch ich nur noch das passende Wetter dazu.

Advertisements

Über Günter

Manager und Triathlet
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s