Was war am Freitag jetzt so schlimm?

Am Freitag kamen ein paar ungünstige Faktoren zusammen, die mich in Summe ziemlich platt gemacht haben. Wo am besten anfangen? Am Montag eher nicht, ein gepflegtes Schwimmtraining mit 2000 Metern in einer Stunde haut den Triathleten von Welt nicht um. Dann eher am Dienstag. Ein 20km-Lauf bildete den gepflegten Einstieg in eine Mix-Woche mit Schwerpunkt auf Grundlagenausdauer. Da am 28. Januar das Dirty Race ansteht, bei dem ich erst fünf und nach dem Radeln weitere vier Kilometer laufen darf, peppte ich am Mittwoch das Training mit einem 6km-Lauf in verschärftem Tempo auf. Am Donnerstag war das MTB dran, die große Golfplatzrunde. Ein 15km-Lauf sollte am Freitag den Grundlagenblock für diese Woche abschließen. Es ging schon mal mit technischen Problemen los. Weil das Firmenhandy zu groß für die Rückentasche am Laufgürtel ist, trage ich es jetzt am Oberarm und höre drauf Musik. In diesem Fall ein Hörbuch: „Niedertracht“ von Jörg Maurer, gelesen vom Autor, auf 5 CDs, das reicht  für ein paar Läufe. Im Unterschied zu einer Musik-playlist lege ich beim Hörbuch schon Wert auf das Abspielen der Titel in einer festgelegten Reihenfolge. Heute habe ich das System kapiert, dass man zuerst den Player startet und dann den Touchscreen sperrt, bevor man losläuft. Am Freitag touchte erst mal die Handytragetüte auf dem screen herum und brachte Maurer und mich gehörig aus dem Takt. Schließlich fand ich den Anfang des Kapitels und den Trick, startete die Uhr und lief wieder los. Der Maurer ist recht witzig anzuhören. Zwar ist der Plot nicht allererste Sahne (einige Motive kommen mir vage bekannt vor), aber die Geschichte ist spannend aufgebaut. Die verschiedenen Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt und man fragt sich, wie das alles zusammen geführt werden soll. Die einzelnen Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und mein persönliches Highlight ist die überzeugende Vorstellung der verschiedenen Dialekte, von denen es mir besonders der frrängische angedohn hodd. So liefen einige Kilometer an mir vorbei, bzw. ich an ihnen. Das Nieseln ging inzwischen gefährlich nahe in den Grenzbereich zu Regen über, dazu kam Wind. Und das bei einer Temperatur knapp über null. Ein Anruf brachte mich nachhaltig aus dem Rhythmus, gerade, als ich in die Steigung lief. Dort bewältigte ich den langsamsten Kilometer des Jahres bisher – eine 7 hatte ich schon lange nicht mehr auf der Uhr. Auch nach der Steigung kam ich nicht wieder richtig in Fahrt. Maurer hörte sich inzwischen verdächtig nach Wassermusik an. Als ich mich mit purer Willenskraft durch die Hartenecker Höhe schleppte, ging die Wassermusik in den Schneewalzer über. Weitere zwei Kilometer später stand ich vor meiner Haustür. Dort merkte ich erst, wie durchgefroren ich war. Ich bekam kaum die Handschuhe von den Fingern und war nur mit Mühe im Stande, den Schlüssel aus der Tasche zu ziehen. Beim Schuheausziehen sah ich so erbärmlich aus, dass sich sogar meine Frau Sorgen machte 😦

Am Samstag war weitgehend Ruhe angesagt. Nachmittags ging ich noch in den Keller und zog 15 Minuten an der Kraftmaschine rum. Die Sauna danach war ein Genuss erster Kajüte! Sonntag früh ging noch eine gute Stunde auf der Rolle, dazu der zweite Teil von Fellinis 8 1/2. Dabei bemerkte ich zum ersten Mal, dass eine Schauspielerin meiner Zweitfrau verdammt ähnlich sieht – ich muss mal nachforschen, ob meine Zweit-Schwiegermutter mal in Italien war und einen Film gedreht hat 😉

Diese Woche ist mal folgendermaßen gelaufen bzw. durchgeplant: Montag war Schwimmen, diesmal 2300 Meter. Heute bin ich 20km gelaufen. Morgen gibts wieder einen kurzen Scharfen. Am Donnerstag habe ich einen Termin in der Stadt, da muss ich mit dem Auto zur Arbeit, könnte aber in der Mittagspause eine kurze scharfe Runde drehen, das entscheide ich kurzfristig nach Befinden. Freitag Fahrrad, aber harmlos, abends die verspätete Weihnachtfeier im Verein, bevor am Samstag das Dirty Race startet. Nach Wetterbericht sollte die Strecke bis dahin gut eingematscht sein, das wird ein Spektakel! Die nächsten Wochen will ich dann Umfänge kloppen, um die Grundlage zu verbreitern, mal sehen, wie das klappt.

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Über Günter

Manager und Triathlet
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