Herbstabenteuer

Die Knochen, die Knochen… (Jammer, jammer). Und der Übermut. Jugendlicher Übermut bekommt alten Knochen gar nicht gut 😦 Mag ja sein, dass man so alt ist, wie man sich fühlt. In meinem Fall ergibt das statistische Mittel des vor bzw. nach dem Laufen gefühlten Alters ziemlich exakt das kalendarische. Sollen sollte ich ja in aller Ruhe Grundlage aufbauen. Aber wenns mal gut läuft, gebe ich halt doch wieder Gas. Vor zwei Wochen war es ein Muskelansatz im rechten Oberschenkel, dem das nicht bekommen ist, und vorgestern eine Sehne an der linken Hüfte. Jetzt darf ich mich wieder einfangen und habe mir fest vorgenommen, die nächsten Wochen wie ein alter Mann zu laufen – vielleicht fühle ich mich dann wieder jünger 🙂

Für die Schraube an der Kamerahalterung habe ich Ersatz besorgt. Gestern war prächtiges Herbstwetter und ich habe die ganz lange Runde gedreht, durch das Remstal bis Hegnach und durch den Forst über Aldingen zurück. Heute abend habe ich das Material geschnitten, in drei Portionen aufgeteilt und nach youtube hochgeladen. Mal sehen, ob alles da ist? Der dritte Teil lädt noch, ich muss zehn Minuten überbrücken. Dann erkläre ich so lange, warum bei Rennen jegliche Form von Unterhaltungselektronik verboten ist. Als intensiver Nutzer des Neckaruferweges habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein unbeschallter Jogger einen „Radler von hinten“ am Reifengeräusch recht zuverlässig erkennt, während ein ohrverstöpselter Läufer deutlich zuckt, wenn man vorbeischießt. (*Achtung, Kalauer* Wenn man nicht vorbeischießt, zuckt er noch mehr, aber das gehört nicht hierher. *Kalauer Ende*). Heute früh wurde diese Erfahrung eindrucksvoll bestätigt. Heute war Lauftag. Ich lief erst mal runter zum Eingang des Blühenden Barock und dort durch den Park bis zum Nordausgang. Als ich gerade von der Fußgängerbrücke über die Marbacher Straße runterkam, sah ich eine Läuferin ca. 50 Meter vor mir. Dummerweise erwischte sie gerade noch die Grünphase der Ampel, während bei mir der Selbsterhaltungstrieb über den Ehrgeiz siegte und mich um eine gefühlte Ewigkeit zurück warf. Zufälligerweise lief die Dame in die gleiche Richtung und Ende der Reichertshalde kam sie wieder in Sicht. Obwohl meine eingangs erwähnten Wehwehchen einen Zwischenspurt verhinderten, war ich bald auf Rufweite heran. Eigentlich hätte sie die Reflexe meiner blinkenden Stirnlampe (jaja, der Herbst) auf den Kennzeichen der parkenden Autos sehen können, aber darauf hat sie wohl nicht geachtet. Aber normal hätte sie mich hören müssen. Die Reichertshalde um halb acht Uhr morgens ist eine ausgesprochen verschlafene Gegend. Und ich bin nicht der leiseste Läufer. Zwar unterdrücke ich beim Überholvorgang das Keuchen, so gut es geht, und bemühe mich um einen entspannten Eindruck, aber 74kg lassen sich nicht lautlos abfedern. Nicht von mir. Als ich der Dame mein fröhliches „GUTEN MORGEN“ entgegenschmetterte, fiel die trotzdem beinahe aus den Latschen. Nach zwei Stolperschritten popelte sie geschockt die Stöpsel aus den Ohren und grüßte zurück.

Die Videos von vorgestern sind inzwischen komplett. Hier gibt es

Teil 1
Teil2 und
Teil3.

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Über Günter

Manager und Triathlet
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