Albstadt ist Geschichte – ein Triathlet auf Abwegen

Sodele, das wär geschafft.

Jetzt hab ich auch mal den Albstadt Bike-Marathon live erlebt. 84 km mit 1.600 HM. Lustig wars schon, aber mein Hobby wird das wohl nicht. 3.500 Leute haben die Organisatoren auf die Strecke geschickt, in 500er-Wellen im 4-Minuten-Abstand. Ich hatte bei der Anmeldung ein bescheidenes Ziel genannt und war im fünften Block. Die Beschilderung der Anfahrt war jetzt nicht so der Brüller, den Parkplatz durfte man sich selber suchen, unter Umgehung der fürs Rennen gesperrten Straßenteile. Danach ein ebenfalls unbeschilderter Irrweg durch Absperrgitter-Labyrinthe bis zur Startnummernausgabe und zum Start. Aus der falschen Richtung kommend war ich zunächst einen Block zu weit vorne und damit in DSQ-Gefahr – ein freundlicher Konkurrent hat mich zum Glück darauf hingewiesen. Ein Block weiter hinten war auch gleich eine deutlich lockerere Stimmung. Alte Hasen und junge Füchse, nicht zu vergessen die versprengten Hühner und Gazellen, stramme Waden und gesunde Bräune allenthalben. Das Wetter war ideal, nach Kühle am Morgen verzogen sich pünktlich zum Start die Wolken, wir hatten dann während des Rennens gut zwanzig Grad und Sonnenschein.

Um 10:16 wurde unser Block E auf die Strecke geschickt. Rein von der Kondition hätte ich wohl deutlich weiter vorn starten können, hätte dann aber riskiert, auf den technischen Passagen die Spezialisten arg zu behindern. So durfte ich erst mal ein paar hundert Leute überholen. Vom Start weg geht es erst mal auf einem langen Anstieg aus der Stadt hinaus. Bis man zum ersten Feldweg kommt, zieht sich das Feld schon mal gut auseinander. Der größte Teil der Strecke geht auf Schotterwegen durch den Wald und über Wiesen und ist auch für Technik-Legastheniker problemlos zu fahren. Am ersten kleinen Trail traten dann meine Erfahrungsdefizite zu Tage. Im Pulk einen schmalen Pfad runter zu brettern ist halt nicht mein Ding, ich bin zehn Meter Pflicht-Abstand gewöhnt. Auch daran, dass man bergab auf Schotter in der Kurve nach außen wandert, musste ich mich gewöhnen. Nach rund 35 km kamen wir an die Stelle, die im MTB-Forum heiß diskutiert worden war: ein frisch in den Wald geschlagener Weg mit glitschigen Steinen zwischen Schlamm und einer kurzen Steilabfahrt am Ende. Zu meiner eigenen Überraschung kam ich da gut durch und hab nicht mal den Kollegen abgeschossen, der das Schlussstück runtergeschoben hat. Im weiteren Verlauf kamen noch einige kurze Steilstücke, die ich hochzu schieben musste. Runter bin ich überall auf Rädern durchgekommen. Inzwischen war einigermaßen Platz, ich überholte weiterhin fleißig, wo es eben oder bergauf ging (mit Ausnahme der Schiebe-Passagen). Bei km 70 war dann Schluss mit lustig: Muskelkrämpfe hinderten meinen Vorwärtsdrang erheblich. Zunächst zog es im rechten Bein von oben bis unten, nach einem Anstieg bei km 75 dann in beiden Beinen. Ich konnte zwar weiter fahren und die Muskeln spielten auch wieder mit, ich traute mich aber nicht mehr, richtig Druck zu machen. Unterwegs schob ich mir noch Gel rein in der Hoffnung, dass das auch Minerale enthalte, und kippte reichlich Wasser hinterher. An der letzten Verpflegungsstelle genehmigte ich mir sogar – ganz entgegen meinen Gewohnheiten – zwei Becher Cola. Der Tacho hatte die ausgeschriebenen 1.600 Höhenmeter schon um Einiges überschritten, als es endlich runter in die Stadt ging. Noch eine flotte Abfahrt auf Asphalt, mit schönen Kurvenkombinationen in gewagter Schräglage, dann war ich im Ziel. 4:18 die Zeit, 773. von allen Männchen und 74. bei den reiferen Jahrgängen. Danach brauchte ich einige Zeit und etliche Flüssigkeit, bevor ich mich ins Auto setzte. Die Duschen hab ich nicht gefunden, drum hab ich das zu Hause erledigt. Nötig war das nicht nur wegen des Schweißes, sondern auch, weil ich mich an einer Stelle hingelegt habe, zum Glück bergauf und in den Schlamm:

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2 Antworten zu Albstadt ist Geschichte – ein Triathlet auf Abwegen

  1. sven schreibt:

    Hast Du gut gemacht Günni!

  2. Pingback: Challenge Walchsee 2011 | Modou Fall

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