Trainingslager Lanzarote 2011

Was treibe ich überhaupt in einem Trainingslager? Ich will 2011 keine Langdistanz bestreiten, und bis zum ersten Wettkampf sind noch drei Monate Zeit, genug, um auch in Deutschland ausreichend Radkilometer für ein Mitteldistänzchen zu sammeln. Aber die Gelegenheit war einfach zu genial. Timo und Nico hatten sich schon im Frühsommer 2010 zum IM Lanzarote angemeldet und planten ein Trainingslager vor Ort. Ich war „zufällig“ im chat, als Timo gerade durch die Seiten der Reiseveranstalter pflügte. Der Preis für drei Leute im Doppelzimmer mit Selbstverpflegung war so günstig, dass wir spontan beschlossen, vom 20.2. bis 6.3. gemeinsam radeln zu gehen. Timo buchte für uns und unsere Räder. Im Januar besorgte ich mir noch einen Radkoffer. Am 18. Februar befreite ich mein TT von der Rolle und machte es reisefertig.
Am Samstag erledigten wir die organisatorische Feinabstimmung der Anreise zum Flughafen. Nico kam  mit seinem Gepäck zu mir nach Hause und unser Nachbar lieh uns freundlicherweise über Nacht den Lieferwagen aus, denn zwei Radkoffer und drei Leute passen nicht mehr in einen PKW.
Um drei Uhr früh am Sonntag springen wir aus den Betten, laden unser Gepäck in den Transporter und meine Frau fährt uns zum Flughafen Stuttgart. Timo kommt 2 Minuten später mit Alex. Der Check-in läuft problemlos, obwohl Timo den Radkoffer-Zettel nicht mit hat. An diesem Tag läuft alles geradezu unheimlich glatt. Der Flieger ist pünktlich, das Gepäck komplett und bevor wir noch die normalen Koffer vom Band haben, informiert uns ein Surfer, dass am Sperrgepäckband drei Radkoffer stehen. Draußen 20°C, wir kriegen uns kaum ein vor Freude und Aufregung, schließlich kommen wir von Null. Der Schalter vom Shuttle-Taxi ist zu, aber nach ein paar Minuten erscheint ein Mensch mit Walkie-Talkie, der sich unser annimmt.

Radtransport kostet 10 Euer extra, aber das war bekannt. Zu dritt im Minibus schaukeln wir zum La Florida. Leider ist das Zimmer noch nicht frei. Wir lassen die Koffer an der Rezeption und tippeln ins Dorf. Bei Salat freuen wir uns an der Vorfreude.
Eine Stunde später wuchten wir unser Gepäck zwei Treppen hoch und fangen an, Räder zu basteln. Timo kämpft mit dem Kettennieter, ich mit dem Kettenschloss.

Immer, wenn ich die Kette durch das Schaltwerk gefädelt habe, liegt entweder das Schloss verkehrt rum oder die Kette falsch. Im dritten Anlauf kriegen wir unsere Böcke fahrbereit.

Wir ziehen uns um, schütteln die Köpfe über all die warmen Klamotten, die wir unnötig mitgeschleppt haben, und fahren in kurz-kurz los. Nach wenigen km halten wir wieder an, der Cube-Fahrer muss den Sattel festschrauben, unter allgemeinem Geläster über das „Cube-Problem“.

Zum Glück hab ich die Telefonnummer von seinem Radhändler mit ;-).
Eine Runde durch den Südwesten der Insel bringt uns die ersten 76 km, und das am Anreisetag, wir sind begeistert! Das Tempo ist allerdings recht sportlich, besonders für mich –  obwohl wir keine Alpha-Männchen-Kämpfe veranstalten. In den nächsten Tagen halte ich mich meist im Windschatten auf, so kann ich das Tempo der Jungs einigermaßen mithalten. Nur die Berge hoch hilft nichts mehr, aber oben warten sie immer brav auf den Papa. Später fahren wir ohnehin getrennt, weil doch jeder seine eigenen Trainingsschwerpunkte setzt und seine Woche für sich strukturiert.
Wir haben ein Appartement in der Anlage „La Florida“ gebucht. Im Schlafzimmer steht ein Doppelbett, in der Wohnküche ein Schlafsofa. Nach kurzem Austausch von Höflichkeiten opfere ich mich für das Sofa und habe mir damit das Einzelzimmer ergaunert. Da wir meist gemeinsam um 10 müde werden, funktioniert diese Einteilung recht gut. Auch sonst läuft das Zusammenspiel überraschend gut. Wir wachen meist zur gleichen Zeit auf. Das Badezimmer der drei Buben beschreibe ich mal lieber nicht…

Jeder hilft fleißig mit, ohne dass man diskutieren müsste, wer z.B. mit Abspülen dran ist. Der Tisch deckt sich praktisch von alleine auf und ab. Hoffentlich krieg ich meine anderen Kinder auch mal auf dieses Niveau!


Im Erdgeschoss der Anlage ist ein Hiperdino-Supermarkt, wo wir uns versorgen.

Timos Tütensoßen verbanne ich in die hinterste Ecke des Küchenschranks und zwinge die Jungs, meine frisch gekochten Soßen über die Nudeln zu kippen. Meinen größten Erfolg verbuche ich mit Aglio-Olio-Peperoncino. Die werden mehrfach gewünscht, mit steigendem Peperoncino-Anteil. Nico übt stundenlang und mit recht überzeugendem Erfolg die Aussprache. Das aljoljobebberonschino flutscht ihm bald mit südländischer Lockerheit über die Lippen.

Mehr demnächst…

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Über Günter

Manager und Triathlet
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Eine Antwort zu Trainingslager Lanzarote 2011

  1. swimbikeruneatsleep schreibt:

    sehr geiler artikel in gewohntem günni-stil. freu mich auf teil2

    p.s.: das ganze schminkzeug auf dem bad-foto ist alles meins ! 🙂

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