3. Stuttgarter Firmenlauf 16.09.2010

Es geht doch noch!

Seit gestern geht es gesundheitlich langsam besser. Darum hab ich heute Mittag mal angetestet, wie sich Laufen so anfühlt. Die Mittagspausenrunde geht über knapp 6 km, entspricht also ziemlich genau der Streckenlänge des Firmenlaufs. Ich bin in einem gemütlichen 5er-Pace gestartet und hab zum Schluss auf 4:30 angezogen. Das ging alles ziemlich locker, ich spürte aber gegen Ende einen gewissen Energiemangel. Die Speicher waren wohl von dem mehrtägigen Durchfall etwas angeknabbert. Eigentlich hatte ich das Mittagessen ausfallen lassen wollen, um die Verdauung noch mal zu schonen. Die Idee schien jetzt nicht mehr so gut, ich legte eine kräftige Portion Spaghetti Napoli nach – schon besser! Der Stuttgarter Firmenlauf konnte kommen.

Kurz vor vier brach ich gemütlich nach Stuttgart auf, um mich in der Kanzlei von Menold Bezler mit meinen heutigen Mannschaftskameraden zu treffen. Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht, einmal im Jahr mit einer Horde Anwälten Sport zu treiben, um meine Abwehrkräfte zu stärken. Diesmal lief ich für ein Kanzlei-Shirt in der Mannschaft meines Aufsichtsrats. Zum Glück hatten die mich, denn von den 13 gemeldeten Leuten waren dank Termindruck und Gesundheit (keinesfalls wegen Nervenflattern!) gerade noch 6 oder 7 übrig. Wir fuhren gemeinsam mit der U15 zum Fernsehturm, eine beschauliche Strecke mit herrlichem Blick auf die Stadt. Das Wetter passte auch, rund 18 Grad und vom angekündigten Regen weit und breit nichts zu sehen. Am Fernsehturm ging es bereits rund. 5.937 Anmeldungen hatten die Veranstalter vermeldet. Dafür ging es erstaunlich zivilisiert zu. Ich wurde meine Klamotten zügig los, in einem von etlichen bereitgestellten Linienbussen des VVS. Dabei traf ich zwei Jungs mit Heinle-Wischer-Hemd. Heinle, Wischer und Partner ist das Architekturbüro, das den Fernsehturm seinerzeit gebaut hat. Woher ich das weiß? Weil mein Großer dort Bauzeichner lernt, mittlerweile im dritten Jahr. Ich stellte mich den Jungs als Papa von Fadel vor, zu deren grinsender Verblüffung (Fadel sieht mir nicht wirklich ähnlich. Strenggenommen ist er mein Stiefsohn, aber ich find den Ausdruck so ätzend. Fadel hat noch mehr Migrationshintergrund als ich und eine deutlich andere Hautfarbe; die Vater-Sohn-Nummer ziehen wir immer gerne durch).

Meine Anwälte waren noch auf einem Haufen versammelt und wir schossen ein Prestart-Photo. Noch kurz aufs Dixi, 500 Meter eingelaufen, mit ein paar scharfen Sprints, dann kämpfte ich mich langsam durch den Startkanal nach vorne. Das ist mein größter Kritikpunkt an der Veranstaltung: die Startaufstellung wurde der Masse der Teilnehmer nicht gerecht. Es gab keine Blöcke und nur sehr vage Hinweise. Vielleicht waren die Veranstalter selbst von der Teilnehmerzahl überrascht, aber über 5.000 Leute in einem recht engen Startkanal ohne aktive Einteilung durch Helfer halte ich für potenziell gefährlich. Der Start erfolgte mit einigen Minuten Verspätung, eigentlich nicht schlimm, aber in der Zeit drängelten die Leute eben nach vorne. Auch die Strecke war zu eng, um solche Massen in so kurzer Zeit durchzuschleusen – ein kontrollierter Wellenstart könnte hier viel entzerren.

Ich stand zwar einigermaßen vorn, aber nicht weit genug. Auf den ersten paar hundert Metern hatte ich ziemlich zu kämpfen und war überrascht, dass die Uhr nach einem Kilometer gerade mal 3:52 anzeigte. Der nächste Kilometer ging bergab, in 3:44 war der vorbei, vielleicht der schnellste Kilometer meiner bisherigen Sportlerkarriere. Das Tempotraining der letzten Wochen hat sich voll ausgezahlt. Noch sportlicher war ein Mitläufer unterwegs, der knapp vor mir lief und in vollem Lauf ständig Fotos schoss. Der dritte Kilometer dauerte etwas länger, aber ich sah immer noch nicht den Anstieg, der jetzt kommen sollte. Auf einem Rundkurs muss man doch alles Runter später wieder rauf, wenn ich nicht irre? Es fühlte sich aber immer noch bergab an. Nur die Uhr zeigte, dass dem nicht so war, 4:19 dauerte der vierte Kilometer. Langsam entschloss ich mich zu einem Endspurt. Den Streckenverlauf hatte ich erfolgreich vergessen und war recht überrascht, als der Zielbogen auftauchte. Noch wenige hundert Meter zäh durchgezogen, und nach 23:06 waren die 5,7 km geschafft – zwei Sekunden schneller als die dritte Frau 🙂

Schnell laufen zahlt sich aus: im Zielbereich hatte ich freie Auswahl am Bananenstand! Und ich bekam sogar noch warmes Wasser in der Dusche! Das Duschzelt war ein bissel witzig: 6 Duschköpfe für über 4.000 Männchen 😦 Der Veranstalter hatte schon drauf hingewiesen, dass es eventuell nicht für alle reichen würde… Geduscht und umgezogen presste ich noch eine Megaportion wilder Kartoffeln rein. Die Kollegen von Menold Bezler fand ich nicht mehr, weil wir verpennt hatten, einen Treffpunkt auszumachen oder Mobilnummern auszutauschen – muss ich meine Hyperimmunisierung halt ein andermal nachholen. Dafür traf ich zum Abschluss noch Fadel und seine Kollegen. Hallo Leute, ich bin der Papa 😀

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Über Günter

Manager und Triathlet
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