Paalewufrongßää?

Falls nicht, auch nicht schlimm, viele Straßburger können deutsch und sind trotz französischen Passes nicht zu stolz, es auch zu sprechen. Einzig die Sprachausgabe des Navi kam an ihre Grenzen, wenn die französischen Straßennamen deutsche Begriffe enthielten, wie in „rue de Meinau“.

In Straßburg fand am Wochenende die erste Ausgabe des Open Swim Stars Harmonie Mutuelle statt, mit Rennen über 1, 2 und 5 Kilometer. Am frühen Sonntagmorgen mümmelte ich mein Frühstück und chattete verschlafen mit Anna, die sich auch angemeldet hatte. Kurz nach 6 Uhr fuhr ich los und geriet schon nach 50 Metern in den ersten Stau, bestehend aus einem verwirrten Fußgänger, der mitten auf der Fahrbahn herumstolperte. Ich vergewisserte mich, dass er keine unmittelbare Gefahr für sich oder andere darstellte und fuhr weiter. In Illkirch-Grafenau, einem Vorort von Straßburg, fuhr ich erst einmal weitläufig um den Baggersee (Frz.: le Baggersee) herum und dann einem Franzosen hinterher, der auch zum Schwimmen wollte. Schließlich fanden wir den Eingang zu dem kleinen Park mit dem Badesee, in dem das Baden streng verboten ist.

s10

Für die Erstausgabe der Veranstaltung hatten sich gerade einmal 100 Leute angemeldet, so dass auf je zwei Teilnehmer knapp ein Helfer kam. À propos: MERCI BIEN À TOUTES ET À TOUS QUI NOUS ONT SUPPORTÉS CE JOUR-LÀ! Ein Helfer, ein Wasserwachtler, hatte noch vor dem Rennen mitten im See einen Beinahe-Zusammenstoß mit einem Fisch. Der Rettungsschwimmer sprang vom Boot und im nächsten Augenblick sprang neben ihm ein gewaltiger Fisch, gut einen halben Meter lang, vollständig aus dem Wasser. Zu beachten: ich bin kein Angler, sonst wäre der Fisch in diesem Bericht mindestens zwei Meter lang!

Ich checkte ein. Dank früher Anmeldung hatte ich Startnummer 2 und ließ mir die auf beide Hände pinseln. Das Wetter war nicht so toll, für später am Tag war Regen angekündigt und es blies bereits ein leichter Wind, deshalb dachte ich gar nicht daran, ohne Neo zu schwimmen. Bis der Ansager erzählte, das Wasser sei 25 Grad warm. Beim Neckarschwimmen in Ludwigsburg war ich im Neo bei 23 Grad schier eingegangen. Zur Probe ging ich bis zu den Knien ins Wasser und fühlte die gefühlte Temperatur. Die Windböen kräuselten das Wasser und meine Brusthaare und beeinflussten empfindlich mein Temperaturempfinden. Zum Glück war Anna, die Furcht- und Gnadenlose, inzwischen da und trieb mir die Neo-Flausen aus dem Kopf. Kurz vor 9:30 gab es eine kleine Einweisung: vier Bojen im See markierten einen Kurs von circa 1000 Meter, den wir je nach Strecke mehrmals zu schwimmen hatten. Dann gingen wir zum gemeinsamen Start über 2 und 5 Kilometer ins Wasser. Ich war von Anfang an froh, ohne Neo zu schwimmen. Die Temperatur war genau richtig und das Gefühl von Wasser auf der Haut ist einfach unvergleichlich. Mit der Gummipelle wäre ich vielleicht ein paar Minuten schneller gewesen, dafür hätte ich das Schwimmen bei weitem nicht so genossen. Und bei meinem Tempo kam es auf die Zeit ohnehin nicht an. Das ist der einzige Nachteil bei 5km-Schwimmen: es melden sich kaum Dilettanten an – die meisten Teilnehmer sind ehrgeizig und schnell! Wie schnell, das merkte ich, als mich die ersten nach drei Kilometer überrundeten… Immerhin habe ich auch einen 2km-Schwimmer überholt, der sich da wohl Ähnliches gedacht hat.

Insgesamt kam ich mit den 5000 Metern überraschend gut zurecht, was wohl an dem Rundensystem lag. Die Strecke teilte sich so von selbst in verdaubare Bissen. Bei Punkt-zu-Punkt Rennen wie am Grundl– oder Fuschlsee kämpfe ich immer mit der Diskrepanz zwischen dem optischen Eindruck der Entfernung und dem, was die GPS-Uhr anzeigt. Dafür ist dort die Aussicht schöner. Aber das hatte ich heuer schon, also schwamm ich vergnügt im Kreis, bzw. Viereck. Nach vier Runden kam wieder einer von hinten an. Ich dachte zuerst, der wäre fertig und schwömme zum Ziel, aber er ging ebenfalls auf die fünfte Runde. Ich konterte und konnte ihn noch vor der nächsten Boje stellen. Um dem Überholvorgang Nachdruck zu verleihen, drehte ich das Tempo deutlich hoch. Da ich nun schon mal in Fahrt war, beschloss ich in meinem Übermut, den letzten Kilometer noch so richtig durch zu prügeln. Kurz darauf bog ich in den Zielkanal ein, stand im seichten Wasser vorsichtig auf und joggte die zehn Meter zur Zeitnahmematte. Ein Helfer hängte mir die Medaille um, ein anderer sammelte meinen Chip ein. Dusche und Umkleide waren schnell erledigt, danach klatschten wir die Teilnehmer über die 1000 Meter ins Ziel. Weil die nach dem Schwimmen noch 200 Meter Strandlauf machen durften, hatten wir reichlich Zeit, über Kleidung, Laufstil und sonstige Äußerlichkeiten zu lästern. Wir haben aber alle lautstark angefeuert, von den Teenies, die das Rennen mit großem Vorsprung gewannen, bis zu den Omas, die in Rückenlage losgeschwommen waren.

Dann mussten wir noch zur Siegerehrung bleiben, Anna war Drittplatzierte über 5 km und hat mich offensichtlich auch knapp überrundet.

s07

Hier steht sie neben dem Olympia-Zweiten Jérémy Stravius, der die Siegerehrung vornahm.

Zum Glück haben wir bei der abschließenden Verlosung das Kajak nicht gewonnen, sonst hätten wir ein Transportproblem gehabt. Die Medaille hat problemlos ins Auto gepasst.

IMG_4884

Und nächstes Jahr sind wir wieder dabei! In Strasbourg sowieso, vielleicht auch in Paris oder Nonsard-Lamarche.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Heute schon gefuschlt?

Nach über 40 Jahren war ich wieder einmal am und im Fuschlsee. Anlass dazu war das Fuschlseecrossing, eine Schwimmveranstaltung, von der ich so viel tolle Fotos und Berichte gesehen habe, dass ich dort unbedingt hin musste. So viel vorab: es hat sich gelohnt, und wie!

Wie so oft habe ich die Geographie bei meiner Wettkampfplanung erfolgreich verdrängt. Zwischen Ludwigsburg und Fuschl hat irgendein Nasenbär München und die A8 gelegt, das wurde mir bei der Anreise schmerzhaft bewusst. Die freundliche Aufnahme im Hotel Post in Hof bei Salzburg hob meine Stimmung wieder. Der Wirt wollte gleich wissen, ob ich zum Schwimmen hier sei, was er ganz toll fand. Als Hotelgast hatte ich freien Eintritt in das Hofer Seebad, von dem aus am Samstag gestartet wurde. Das schaute ich mir gleich einmal an. Dank Teleobjektiv sieht das Ziel in Fuschl, am anderen Ende des Sees, recht nahe aus. Für einmal hin und zurück reichte die Zeit nicht. (Ein ander Mal vielleicht. Im Winter. Mit Schlittschuhen.)

fu001

So schwamm ich nur die 600 Meter zum Schlosshotel. Die Trübsal von fünf Stunden im Auto war nach den ersten Schwimmzügen vergessen. Herrliches Wasser mit rund 20°, nicht ganz klar, aber angeblich Trinkwasserqualität. Am langen Badesteg entlang, von dem aus Mütter ihren Nachwuchs wässerten, vorbei an der Badeinsel, auf der sich die fesche Salzburger Landjugend im Balzen übte, im weiten Bogen um ein Anglerboot herum schwamm ich gemütlich zum Schlosshotel Fuschl, in dem ich als Kind Tür an Tür mit dem Festspieldirigenten Seiji Ozawa gehaust hatte. Dummerweise hatte die Direktion den Dirigenten nicht über die neue Nachbarschaft informiert, und so stand ich, nur von meiner kleinen Schwester beschützt, unverhofft einem erregten Asiaten gegenüber, der nur mit einem Handtuch um die Hüfte aus der Verbindungstür geschossen kam, grimassierend und gestikulierend, und das ungefähr fünf Jahre vor Erfindung von Bruce Lee. Das Hotelpersonal warf sich todesmutig zwischen uns und klärte die Situation. Zum Abschied bekamen meine Schwester und ich noch je ein Autogramm.

Wer Seiji Ozawa nicht kennt, kennt aber mit Sicherheit das Schloss Fuschl. Das hat nämlich in den Sissi-Filmen seligen Angedenkens das Schloss Possenhofen doubeln dürfen.

f001

Mit diesen und anderen Erinnerungen im Kopf schwamm ich zurück . Trotz meiner lockigen Brustbehaarung hatte ich auf der Badeinsel kein Glück, wahrscheinlich, weil ich die Landessprache nur unzureichend beherrsche. Ich hätte doch meine Schwester mitnehmen sollen, die ist wenigstens im benachbarten Tirol geboren.

fu003

Zurück im Hotel hatte ich dummerweise keinen Appetit auf einheimische Küche, sondern Heißhunger auf Pizza. Eine Pizzeria hatte ich unterwegs gesehen, zu der ging ich jetzt hin, entlang der sonderbar viel befahrenen Dorfstraße. Die Straße am südlichen Ufer des Fuschlsees verbindet nicht wirklich zwei besondere Orte. An ihren Enden und zu beiden Seiten gibt es nichts außer schöner Gegend, davon aber jede Menge und vom Feinsten. Nur schade, dass so eine viel befahrene Straße mitten durch geht…

Etwas abseits der Straße sah ich dieses Haus mit seiner überwältigenden Blumenpracht. Und ich sah auch den Gärtner, der das alles mit der Gießkanne bewässerte.

fu010

Die Pizza war dann leider nicht so der Brüller.

Am Samstagmorgen beim Frühstück traf ich zwei weitere Schwimmer vom Exathlon aus München. Wir quatschten fröhlich und stärkten uns für den Tag. Danach fuhren wir zum Wettkampfbereich am anderen Seeende.

fu004

Wir checkten ein, suchten uns ein schattiges Plätzchen und konnten schon mal vom Ziel aus den Start in 4,2 Kilometer Entfernung anvisieren.

fu005

Zwischendrin war noch genug Zeit, um ein bisschen zu schwimmen. Ich beäugte das Zielgelände vom Wasser aus und versuchte, mir die wesentlichen Landmarken einzuprägen.

fu009

Nach der Wettkampfbesprechung wurden erst die Starter über 2,1 Kilometer mit Booten zu ihrem Ausgangspunkt gefahren. Kurz darauf stiegen wir gut 200 Leute in die Reisebusse, die uns zu unserem Startplatz brachten. Auf der Badewiese war es für kurze Zeit ziemlich eng – wir hatten die Besucherzahl ungefähr verdoppelt. Ein angenehmes Vorstartprickeln lag in der Luft. Einige wenige konnten gar nicht schnell genug in den Neo kommen, andere warteten mit der Prozedur bis zum letzten Moment. In der halben Stunde vor dem Start hat jeder seine eigenen Marotten. Ich beobachtete Dehn- und Aufwärmübungen aller Art und unterschiedliche Anzieh-Strategien. Meine eigene Marotte besteht übrigens darin, wildfemde Menschen mit launigen Sprüchen vollzulabern.

Pünktlich um 2 schickte uns der Starter auf die Strecke. Ich fühlte mich nach meiner Schwimmwoche in der Altmühl gut vorbereitet und fand einen Rhythmus, den ich gut über die Strecke bringen wollte. Beim Start hatte ich mich weit links aufgestellt, wo sehr wenig los war. Nach 500 Metern fand ich ein Grüppchen im passenden Tempo und hängte mich an ein Paar augenscheinlich saubere Füße. Zu meine Schreck zeigten plötzlich die Zehen in die falsche Richtung – wollte der Besitzer den Rest auf dem Rücken zurücklegen? Ich fragte, ob alles in Ordnung sei, er hatte aber nur Wasser in der Brille und schwamm gleich wieder weiter, mit mir hintendrein. Nach ein, zwei Minuten zog ich vorbei, ließ die Kollegen Zentimeter für Zentimeter hinter mir und schwamm wieder alleine. Langsam näherte ich mich von links dem Hauptfeld. Ab und zu nutzte ich ein paar Züge lang einen Wasserschatten, meist schwamm ich aber allein vor mich hin. Die Orientierung klappte ganz gut, fand ich. Ich hatte mir eine markante Landschaftsformation gemerkt, auf die ich zuhielt. Im Lauf der Strecke musste ich nur darauf achten, wie sich die Perspektive änderte. Nach gut zwei Kilometern befand ich mich unerwartet in der Gesellschaft von sonderbar entspannten Badegästen. Trotz meiner Navigationskünste war ich ein gutes Stück nach rechts abgedriftet und schwamm in Ufernähe am Strandbad vorbei. Die GPS-Auswertung zeigt, dass ich statt einer Geraden eine schöne Banane geschwommen bin, was sich dann in 160 zusätzlichen Metern niederschlug, die ich zurücklegte. In mehreren kleinen Haken näherte ich mich wieder dem Feld, diesmal von rechts. Immerhin waren mindestens zwei Leute noch weiter rechts unterwegs.

Wie üblich zog sich die Strecke mit zunehmender Dauer in die Länge. Ich habe meine Uhr so eingestellt, dass sie alle 500 Meter vibriert. Das waren zwar zuverlässig immer unter 10 Minuten, die kamen mir aber immer länger vor. Aus meiner bescheidenen Erfahrung weiß ich immerhin, dass vier, fünf Kilometer irgendwann irgendwie überraschend vorbei sind. Nur der dritte Kilometer hat das nie kapiert. Leider war ich zu ehrgeizig, um die fantastische Landschaft richtig genießen zu können. Bei strahlendem Sonnenschein schwammen wir unter einem dunkelblauen Himmel durch die Kitschpostkartenidylle des Salzburger Landes. Ein Schwimmurlaub in dieser Gegend steht schon im Pflichtprogramm!

Auf dem letzten Kilometer hatte ich noch die Kraft, ein paar Leute zu überholen. Auch die Zwischenzeiten auf diesem Teilstück waren ganz in Ordnung. Glücklich und mit breitem Grinsen kam ich nach 1:19h auf die Füße und ins Ziel, halbwegs zwischen meinen Münchener Frühstücksfreunden. Ich war schon geduscht und umgezogen, als die Rettungspaddler die letzte Schwimmerin in das Ziel begleiteten.

AN DIESER STELLE MEINEN HERZLICHEN DANK AN ALLE HELFER!

Die Organisatoren bewiesen an dieser Stelle Pragmatismus und Feingefühl: sie eröffneten vorzeitig das Finisherbuffet. Und das hatte es in sich. Saulecker und üppig! Leider konnte ich mich nicht so vollfressen, wie ich das gern getan hätte, der Heimweg stand an und ich machte mich recht bald vom Acker. Aber ich komme wieder!

fu011

Veröffentlicht unter Swimming, Uncategorized | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

Die Altmühl runter

Nach Regen und Naab habe ich seit einem Jahr die Altmühl in der Planung gehabt, nach dem Motto: je akribischer die Planung, desto eklatanter die Fehler in der Ausführung. Mit dem Kanuführer habe ich mögliche Etappen vermessen und Übernachtungsmöglichkeiten gesucht. Alleine die Anschaffung der Campingausrüstung war ein größeres Unterfangen. Ein Teil des verwegenen Plans war nämlich, mit zwei Schwimmsäcken nicht nur die Klamotten für die Woche, sondern auch Zelt, Matte und Schlafsack zu mitzuschleppen. Zu Pfingsten habe ich noch mit netter Begleitung die Altmühl abgeradelt und beschlossen, in Dollnstein einzusteigen. Zu meiner Überraschung willigten die Kinder im letzten Moment ein, mich zu begleiten. Und weil der Große schon Auto fahren darf, packten wir die Zeltausrüstung nicht in einen Chillswimsack, sondern in die Dachbox des Golf. Statt minimalistisch zelteten wir gediegen, schließlich nimmt das Gepäck immer den gesamten zur Verfügung stehenden Raum ein (- und dann steht noch ein Trumm neben dem Auto).

Tag 1 – Anreise

Wir kamen am späten Nachmittag in Dollnstein an und fanden mit einiger Mühe auch den Campingplatz, der sich zunächst hinter einem Haus versteckt, wenn man ihn gefunden hat, aber schön groß und gut ausgestattet ist. Wir stellten unsere zwei Hundehütten auf und ich testete schon mal das Wasser. 19,5° C maß mein Thermometer, gerade recht für einen Feierabendschwumm. Für die längeren Etappen an den nächsten Tagen zog ich dann aber den Neoprenanzug an. Kalt kann ich nur kurz. Ansonsten entsprach die Altmühl meinen Erwartungen: gerade tief genug zum Schwimmen (aber bei weitem nicht überall) und eine knappe Armlänge Sichtweite. Wir weihten den Campingkocher ein und legten uns zur Ruhe.

Tag 2: von Dollnstein nach Eichstätt

Der erste Tag hielt die längste Strecke parat, weil es zwischen der Bubenrother Mühle und Eichstätt keinen weiteren Campingplatz gibt. Entsprechend früh stand ich auf, schob kräftig Müsli ein und machte mich flussfein. Henri packte mich in meinen Neo, schoss das letzte „vorher“-Foto, ich verabschiedete mich von den Kanuten und schwamm los. Trotz kräftiger Strömung kam ich in den ersten sieben Minuten keinen Meter voran – ich hatte die GPS-Funktion der Uhr ausgeschaltet! Dafür betrieb sie auf der nächsten Etappe heiteres Satellitenraten und erfand ein paar zusätzliche Schleifen durch den Wald. Am Wehr bei der Bubenrother Mühle hatte sie sich wieder gefangen.

Überwiegend ist die Altmühl recht angenehm zu schwimmen. Allerdings hatte ich bis zum Schluss immer wieder Flachstellen zu meistern. Ich entwickelte und verfeinerte im Lauf der Tage eine eigene Technik, mit der ich über die seegrasbedeckten Sandbänke glitt. Nur selten musste ich waten. Dafür wurde ich mit einer wunderschönen Landschaft belohnt. Die Altmühl schlängelt sich völlig natürlich durch ihr Tal. Die Ufer sind oft bewaldet, man schwimmt praktisch durch einen lichten Hain. Oft begleiteten mich Schwäne, während die Enten meist davon flogen.

In Obereichstätt wollte ich eigentlich zu Mittag essen. Laut Karte sollte es dort zwei Wirtshäuser geben. Ich zog mich komplett an und wanderte den halben Kilometer vom Ausstieg zum Ort. Das erste Wirtshaus war schnell gefunden, ein großes Schild wies es als zum Verkauf stehend aus. Das nächste Cafe war ausweislich eines kleineren Schildes wegen Sommers geschlossen. Auf Nachfrage bestätigte mir ein Anwohner, dass die kulinarischen Möglichkeiten im weiten Umkreis hiermit erschöpft waren. Missmutig setzte ich mich auf eine Bank und holte mein Käsebrot aus dem Sack. Zum Essen kam ich aber zunächst auch jetzt nicht. Das Dorforiginal hatte wohl schon auf der Lauer gelegen und laberte mich mit launig gemeinten Sprüchen zu: ob ich ein Rheinländer sei, weil ich vom Land rein käme, und ähnliche Weisheiten. Dabei stand er taktisch so geschickt schräg hinter mir, dass ich ihm kaum entkommen konnte. Schließlich erklärte er, er müsse jetzt heim, sein Geld zählen; leider habe er keines… Ich aß meine Semmel und spülte mit etwas Iso nach. Kurz darauf war der schelmische Kollege mit Geldzählen fertig und frug mich, ob ich Rheinländer sei…

Ein Blick in Alf Lechners Werkstatt verhinderte die totale Depression. Ich packte mein Geraffel unter den Arm und spazierte wieder Richtung Altmühl. Die Bewegung nach dem Essen, wie karg es auch war, brachte die Verdauung in Gang. Normalerweise ist das ja gewünscht. Außer, man hat keinen Zugang zu einer Toilette. Unglaublich, mit wie wenig Essen man wie viel scheißen müssen kann! Öffentliche Bauten gab es nicht in Obereichstätt und an einer Haustür klingeln habe ich mich nicht getraut. Eigentlich wollte ich ein Plätzchen im Wald hinter der Bushaltestelle suchen, aber die Haltestelle war der belebteste Platz im Ort; vermutlich, weil alle dort weg wollen. Unter der Altmühlbrücke legte ich schließlich mein Überraschungsei. Falls jemals Wikinger dort vorbei kommen, um die Brücke abzufackeln, sollten sie dort vorsichtig sein.

Nach Obereichstätt folgten mehrer kurze Etappen zwischen Wehren, bevor ich schließlich mitten durch Eichstätt schwamm. Am Campingplatz warteten schon Amy und Henri mit aufgebauten Zelten und vorgeheiztem Kocher.

Hier die Etappen auf Garmin Connent:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Tag 3: von Eichstätt nach Gungolding

Der Platz in Eichstätt ist ziemlich karg, eine Zeltwiese mit Sanitärcontainern (Klopapier bitte selbst mitbringen). Da wir den Komfort mit PKW nebst Fahrer hatten, beschlossen wir, unser Basislager für den Rest der Woche in Kipfenberg aufzuschlagen und Henri fuhr mich von dort aus hin und her. Ich startete wieder reichlich früh. Die ersten Kilometer waren ziemlich flach, ich durfte teilweise wandern. Hinter Eichstätt kam ich dann besser voran. Die Etappen an diesem zweiten Schwimmtag waren recht angenehm: 7-5-4 Kilometer. Am ersten Ausstieg in Inching traf ich drei junge Burschen auf einem Floß. Leider hatten die ihre vier Kisten Bier schon ausgetrunken. Das Cafe hatte noch nicht auf, so dass ich wieder auf meine Käsesemmel zurückgreifen musste. Auf der nächsten Etappe hatte ich Begleitung von einer Schülergruppe in Schlauchbooten. Geduldig erklärte ich bei jedem einzelnen Boot, was ich hier triebe und wozu der oraschene Sack gut sei. Dafür schossen die Jungs ein paar Fotos von mir. Beim Bauer in Rieshofen fand ich endlich einen Biergarten nach meinem Geschmack. Dass die jungen Mäderln in der Küche rumalberten, gab mir die Muße zu einer erholsamen Pause. Und weil in einem Dorf mit Viehhaltung immer irgendwer was zu tun hat, fand ich auch einen Helfer für den Neo. In Gungolding war ich kaum aus dem Wasser, da kam auch schon Henri um die Kurve und fuhr mich zum Campingplatz nach Kipfenberg. Die Kanuten, die wir vom Vortag kannten und die nicht wussten, dass ich 9 km im Auto gefahren war, staunten nicht schlecht bei meinem Anblick! Zum Ausgleich ging ich am Nachmittag noch Baden.

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Tag 4: von Gungolding nach Kipfenberg

Unsere Zelte ließen wir die nächsten drei Tage auf dem Kipfenberger Campingplatz. Weil eine kurze Etappe anstand, durften Henri und ich ausschlafen (Amy sowieso), bevor er mich wieder nach Gungolding brachte. An diesem Tag schaltete meine Kamera unaufgefordert den Weichzeichner in Form von Beschlag innen auf der Linse an, deshalb gibt es nur wenig Fotos. Dafür traf ich die Jungs auf ihrem Floß wieder. Die kamen zwar nur langsam voran, waren aber etliche Stunden länger unterwegs als ich, so dass wir uns drei Tage lang begegneten. Abends hatten wir noch netten Besuch, mit dem wir in die Pizzeria gingen.

Teil 1

Tag 5: von Kipfenberg nach Kratzmühle

Heute war mein Mini-Einwandzelt mal von beiden Seiten nass. Bisher nur von innen. Das Teil hat zwar spektakuläre technische Daten bei Packmaß und Gewicht, dafür kann man am Morgen mehrere Liter Kondenswasser von der Zeltwand wischen. In dieser Nacht hatte es heftig geschüttet und die Nässe war überall. Die Holländer taten ein Übriges, um den Platz zu versauen. Immer am Nachmittag kam mindestens einer an, versuchte, seinen Wohnwagen rückwärts einzuparken, gab nach drei Versuchen auf und parkte dann längs. Auf matschiger Wiese hinterlässt das echt Eindruck! Dafür kam er dann anderntags in aller Frühe recht einfach wieder raus. Was holländische Camper sonst so machen, ist mir ein Rätsel.

Ich nutzte eine Regenpause, um meiner Motivation in den Hintern zu treten und schwamm los – immerhin war das Wasser drei Grad wärmer als die Luft. Kurz nach der halben Strecke kam ich nach Kinding, wo ich in der Krone gepflegt einkehrte. Wegen des schlechten Wetters rechnete ich mit wenig Passanten, darum zog ich mich noch im Wirtshaus um und ließ mich von der Bedienung in den Anzug schließen. Das war zwar nicht nötig, weil am Einstieg lebhaftes Treiben herrschte, aber man muss auch mal im Gummianzug durch’s Dorf laufen, nur so zur Show! Am Ziel bei der Kratzmühle habe ich mich zu früh umgezogen: gleich nebendran liegt ein herrlicher Badesee, den ich eigentlich hätte mitnehmen können.

Teil 1
Teil 2

Tag 6: von Kratzmühle nach Töging

Dann kam auch schon der letzte Tag.  Henri kutschierte mich im Morgennebel zur Kratzmühle. Dass Samstag war, sah man sofort an den vielen Freizeitpaddlern, die dort zu Wasser gingen. Ich gab ihnen einen fairen Vorsprung und machte mich an die Verfolgung. In Kottingwörth holte ich sie wieder ein (als sie dort Rast machten). Ich ließ mir in der Sonne einen Waller munden, bevor ich zur letzten Etappe aufbrach. Leider war es über Mittag bewölkt und meine Badehose war noch eklig nasskalt. Der Händetrockner der Sonne brachte sie wieder auf Betriebstemperatur. Dummerweise blickte ich bei der Gelegenheit in den Spiegel und bemerkte den typischen Freiwassersonnenbrand auf der Nasenspitze – sehr dekorativ! Auf der Wiese neben dem Biergarten zwängte ich mich ein letztes Mal in meine Gummipelle. Die Damen am ersten Tisch durften sich darum schlagen, wer die verschließen durfte. Außer den erwähnten Damen hatten noch folgende Personen diese Ehre: Henri (mehrfach), ein Servicetechniker für Melkanlagen, ein Kanute, eine Bedienung, ein Servicetechniker für Abwasseranlagen und eine Düsseldorfer Camperin.

Kurz hinter Töging mündet die Altmühl in den Main-Donau-Kanal. Für mich war hier Schluss – Zeit für das „nachher“-Foto. Meine bewährten Supporter lasen mich im Biergarten des Schlosswirts auf und brachten mich nach Hause. EIN HOCH AUF MEINE SUPPORTER! DANKE FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG!

Ich bin in fünf Tagen rund 69 km geschwommen. Die meisten davon habe ich genossen. Selbst an die Flachstellen habe ich mich gewöhnt, habe sie zuletzt nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung begriffen. Der (für mich) hohe Umfang hat mir gut getan, glaube ich. Zumindest kam es mir so vor, als wäre mein Zug im Lauf der Woche effektiver geworden. Diese Form muss ich jetzt noch über die nächsten Wochen retten. Ende August will ich im Fuschlsee schwimmen, dann in Strasbourg und zum Saisonabschluss in Mettlach.

Teil 1
Teil 2

Veröffentlicht unter Uncategorized | 3 Kommentare

Endlich was zu meckern – Tübingen, die Bewertung

Jahrelang hab ich nur Lobeshymnen über Sportveranstaltungen abgesondert. Ich kam mir schon verdächtig nett vor. Gutmensch lass ich mir ja gern gefallen, aber Nettmensch? Bitte nicht!

Die Desorganisatoren des Tübinger Triathlons haben jetzt aber so viele Böcke geschossen, dass ich mal richtig ablästern kann. Aus alter Gewohnheit fange ich trotzdem mit dem Positiven an: die Strecke ist super schön, das Schwimmen im Neckar ein Erlebnis, die Radrunde schön ausgewogen und die Laufstrecke mit ihrem Profil und Kopfsteinpflaster verlangt den Teilnehmern den letzten Rest ab. Reichlich motivierte Helfer sind auch an der Strecke – EIN RIESENLOB AN ALLE HELFER! Dank verkaufsoffenem Sonntag sorgen unzählige Zuschauer für tolle Stimmung. Und die zentrale Lage mitten in der Stadt wäre ein dickes Plus – wenn die Chose mit ein bisschen Grips organisiert wäre. Ich liste hier mal auf, was so eigentlich nicht passieren darf:

  • Der zentrale Durchgang der Wechselzone vom Schwimmen zum Rad und vom Rad zum Laufen führt über einen schmalen Steg. Das wäre nicht weiter schlimm, aber den Check-in über genau diese Brücke zu führen, während bereits Wettkämpfe laufen, ist – ich weiß es nicht, der Veranstalter soll sich selber ein Adjektiv dafür ausdenken!
  • In der Wechselzone gab es keine Toiletten! Als Ergebnis sah man reihenweise Männchen in den Neckar pinkeln, ca. 100 Meter stromauf vom Start. Ich musste kacken und ging über die oben erwähnte Brücke zu den Dixies knapp vor der Wechselzone, nutzte das letzte Blatt Scheißhauspapier und hatte aus alter Erfahrung ein Päckchen Tempos mit. Der Ordner an der Brücke ließ mich hier nicht wieder rein, ich durfte einen Kilometer hatschen, um wieder zu meinem Rad zu kommen.
  • Bei dieser Gelegenheit besichtigte ich die Mountline. Die hatte ein Witzbold mit einem Streifen grauen Panzerband auf den grauen Asphalt geklebt, somit perfekt getarnt und die Kampfrichterin brüllte sich heiser, abwechselnd „hier aufsteigen“ und „hier absteigen“.
  • Von der angekündigten Wettkampfbesprechung habe ich nichts mitbekommen. Auch keine Durchsagen oder Aufrufe. Ein womöglich vorhandener Sprecher bespaßte wohl das Publikum auf der Brücke, die Athleten im Vorstartbereich durften sich selbst organisieren, wer wann in’s Wasser darf. Gerade für Ersttäter auf der Schnupperdistanz eine Zumutung.
  • Der Treppe am Schwimmausstieg hätte man am unteren Ende ruhig noch 1-2 Stufen spendieren können. DANKE AN DIE HELFER, die mich hier herauszogen!
  • Nach dem Schwimmen lief ich korrekt den Weg aus der Wettkampfinfo, hinten über das Gras rein, quer zum Rad und über den Teppich raus. Zwei, drei andere ebenso. Alle übrigen liefen auf dem Teppich nach vorn und kürzten so, je nach Stellplatz, einige Meter ab. Ein Kampfrichter an dieser Stelle wäre nett gewesen.
  • Der allerdickste Hund lauerte aber auf der Radstrecke. Die Wende am Ende war ja nicht zu verfehlen, aber die Wende zur zweiten Runde war nicht zu erkennen. Ich fuhr erst mal dran vorbei, nur die Rufe der Zuschauer brachten mich auf den rechten Weg. Kollegin Marlies, die derweil am Eingang der Wechselzone stand, berichtete, einige Radfahrer seien bis dorthin gefahren und hätten ratlos nach der Wende gefragt. Die wurden wieder zurückgeschickt und fuhren so einen guten Kilometer zu viel, davon 200 Meter bergauf. Himmelherrgott, da muss ein meterhohes Schild hin! 2. Runde – Pfeil nach links / Ziel – Pfeil geradeaus. Soll ich das aufmalen?
  • Am Ende der Radstrecke durften wir volle Kanne durch die Ligawechselzone brettern, auf blauem Teppich an den Radständern vorbei. Sicher geht anders.
  • Auf der Laufstrecke war es dann weniger schlimm. Die Helfer am Verpflegungsstand waren zwar motiviert, aber wenig instruiert und so musste ich das ISO erst mal suchen, als ich in der zweiten Runde welches wollte. Ab der dritten Runde wusste ich dann, wo es stand.
  • Anscheinend gab es beim Laufen keine Rundenkontrolle. Als Buchhalter kann ich zwar meist fehlerfrei bis 4 zählen (arbeite nicht im Sägewerk), aber im Eifer des Gefechts kann schon mal was schief gehen. Ein armes Mädel fragte jeden Linksabbieger, ob er schon vier mal durch den Tunnel sei… Ich hoffe, hier gab es keine Proteste.
  • Für die Lutscher auf der Radstrecke kann der Veranstalter ausnahmsweise nichts, es waren reichlich Karis unterwegs und lösten Verbände auf. Trotzdem wurde ich in der zweiten Runde von Leuten überholt, die wohl glaubten, sie seien in der Bundesliga. Den Namen Evangelos habe ich übrigens schon mal in so einer Situation gesehen, scheint ein geselliger Typ zu sein…

Mein Rat an den Veranstalter: ihr habt hier die Chance für einen großartigen Wettkampf – bitte vermasselt das nicht derart zielstrebig!

Veröffentlicht unter Bewertungen, Triathlon, Uncategorized | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Naab und Autor fertig (Teil 2)

Zum Frühstück am Sonntag erschien ich noch ganz normal. Nachdem ich dann das Zimmer bezahlt hatte, zog ich mich um, packte meinen Wassersack und betrat den Frühstücksraum erneut – diesmal im Schwimmeroutfit und mit der Warnung: Fürchtet Euch nicht, ich bin es! (Den Spruch „Ich will nur spielen“ habe ich mir verkniffen). Die Chefin, Frau Sarfert, konnte das nicht schrecken, sie macht selber Triathlon und wusste sofort, was sie zu tun hatte. Die anderen Gäste waren jetzt doch neugierig geworden und ich erklärte ihnen, was ich hier trieb. Hinter der Schlossschenke fand ich die Treppe zum Fluss, heute ohne den kiffenden Burschen vom Vorabend. Zum Glück war ich bereits im Schutzanzug und kam so ungebrannt an den Brennesseln vorbei. An dieser Treppe fand ich die stärkste Strömung des ganzen Wochenendes vor, hier war der Abflusskanal des E-Werks. Die ersten 500 Meter schoss ich in gut 5 Minuten hinunter! Die Sonne stand noch tief und schickte einzelne Strahlen durch die Büsche am Ufer auf’s Wasser. Ich genoss die sonntagmorgendliche Ruhe und den kräftigen Rückenwind bis zur Baustelle in Duggendorf, wo mich ein gar schröckliches Warnschild des Wassers verwies. Hinter der Brücke stieg ich wieder ein und schwamm ohne weitere Zwischenfälle nach Pielenhofen, wo ich eine kurze Pause einlegte.

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408215

Ab Pielenhofen kannte ich die Strecke von einer ersten Erkundung im August 2014, aber heute hatte ich deutlich bessere Bedingungen – dafür aber schon 20 Kilometer in den Armen. Seit dem Start am Morgen war ich am Rumrechnen. Wenn ich in Etterzhausen ausstieg, wäre ich in 10 Minuten am Bahnhof und könnte, mit einigem Umsteigen, vor Mitternacht zu Hause sein. Schwamm ich durch bis zum Ziel in Mariaort, bräuchte ich zu Fuß und mit dem Bus eine ganze Weile bis zum Bahnhof Regensburg, wo ich den gleichen Zug erwischen müsste wie im vorigen Fall. Im Lauf des Tages stellte sich heraus, dass ich genügend Zeit hatte, um bis Mariaort zu schwimmen. (Auch wenn hintenraus einiges anders kam, als geplant.) Samstag war ich überwiegend im Dreierzug unterwegs gewesen. Auf langen Strecken beugt das einseitiger Belastung vor, aber ich kann den halt nicht so gut – den größten Teil des Jahres atme ich nur nach rechts. Im Lauf des Sonntags musste ich immer öfter in den Zweierzug wechseln, weil ich beim links Atmen einfach zu viel Wasser schluckte. Kurz vor dem mittäglichen Etappenziel in Penk hatte ich eine seltsame Begegnung: vom rechten Ufer löste sich ein Baumstamm und schwamm zielstrebig quer über den Fluss. Ich war zwar nie bei den Pfadfindern, aber mein Reptilienhirn signalisierte mir: ein Baumstamm, der wie ein Tier schwimmt, ist ein Krokodil! Nach dem ersten Schreck schaltete sich mein Buchhalterhirn in die Debatte ein: Krokodile können in bayerischen Flüssen gar nicht überleben, die werden von Killerwelsen gefressen! Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das Phänomen als eine Gruppe von Enten, die in Formation unterwegs waren. Die steckten wahrscheinlich mit den Scherzbolden unter einer Decke, die am Kanuausstieg ein Warnschild aufgehängt hatten (s. Foto unten).

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408228

Nach einem reichhaltigen Mittagessen ging ich zurück zum Kroko-Badeplatz. Dort landete gerade ein Pärchen auf einem SUP-Board an. Ein Kanufahrer ließ es sich nicht nehmen, das Teil zu testen. Ich stieg wieder in die Naab und nahm die letzten zwei Etappen von je vier Kilometer in Angriff. Die erste führte mich zum Badeplatz in Etterzhausen, wo ich mit meine schnieken Anzug reichlich deplatziert wirkte zwischen all den Plantschern und Badern. Ich schob schnell einen Riegel ein und schwamm weiter.

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408247

Hinter Etterzhausen hatte ich zunächst Begleitung von einer Ruderin und einem Kajakfahrer. Dabei lernte ich aus ihrer Unterhaltung, dass die traumhaften Ufergrundstücke, an denen ich vorbeigeschwommen war, auch ihre Schattenseiten haben. Wenn man die nicht mit Stacheldraht und Selbstschussanlage sichert, parken und müllen einem die lieben Zeitgenossen die Wiese gnadenlos zu. Die restliche Strecke war dann enorm mühsam. Das Tal wurde breiter und von einer Strömung konnte keine Rede mehr sein. Mein Tempo ging gnadenlos in den Keller (wahrscheinlich zum Lachen). Der Schwimmbeutel, sonst federleicht über’s Wasser gleitend, zerrte entnervend am Gürtel. Ich konnte mich nicht einmal mehr zum Fotografieren aufraffen. Wenn ich, trotz strengstem Verbot, mal auf die Uhr schaute, war ich kaum ein paar Meter weiter gekommen. Endlich sah ich den Fußgängersteg von Mariaort. Davor plantschten mehrere Familien fröhlich im Wasser – toll, dass die Leute tatsächlich noch im Fluss baden! Mit letzter Kraft krabbelte ich die Stufen hoch und machte mich auf den Heimweg (der Dank der Deutschen Bahn ein Abenteuer für sich war, aber das ist hier nicht Thema). Den Montag habe ich dann zum größten Teil verpennt.

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408280

Veröffentlicht unter Swimming, Uncategorized | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

Naab und Autor erledigt (Teil 1)

Am Wochenende habe ich die Beschwimmung der Naab erfolgreich und erschöpft abgeschlossen! Am Freitag fuhr ich mit dem Zug nach Regensburg. Auf den letzten Kilometern hatte ich schon eine schöne Aussicht auf die Naab kurz vor der Mündung in die Donau. Hier wollte ich am Sonntag ankommen. Ganz sicher war ich noch nicht, Plan B wäre der Ausstieg in Etterzhausen gewesen, von wo aus ich einen Zug nach Hause bekommen hätte. Am Abend bin ich bei meiner Schwester in Regensburg eingefallen – Danke für den netten Abend und die exzellente Verpflegung! Samstag früh nahm ich den 41er Bus nach Burglengenfeld, der sich in Anlehnung an die Harry Potter-Saga nicht für Bussteig 4 oder 5 entscheiden kann.

Auch der Busfahrer hatte seine liebe Mühe mit einer Baustelle. Ein ortskundiger Passagier wies ihm den richtigen Weg drum herum. Nach einem Wendemanöver in Regendorf – genau an einem Etappenziel meiner Regentour in 2014 – kamen wir pünktlich in Burglengenfeld an. Hier hatte ich 2015 mein Naabschwimmen abgebrochen, ein Infekt und schlechtes Wetter kamen damals zusammen. Diesmal fühlte sich Alles gut an. Nach einem Boxenstop im Cafe am Marktplatz schlenderte ich über die Pitiviersbrücke zum Kanu-Einstieg, wo sich gerade eine Familie mit Kleinkind einschiffte.

Die Kanuten kamen mir gerade recht, denn ohne Hilfe bekomme ich meinen Neoprenanzug nicht zu. Die Variante, den schon bei meiner Schwester anzuziehen, hatte ich verworfen. Eine Stunde Busfahrt samt Umsteigen und der Besuch im Cafe hätten die Gefahr der Erregung öffentlicher Erregung heraufbeschworen. Langstreckentauglich eingepackt startete ich zur ersten Etappe bis zum Wiesenwehr in Schirndorf. Zwei Schwäne begleiteten mich einen großen Teil der Strecke. Das Wetter spielte hervorragend mit, es war leicht bewölkt bei angenehmer Temperatur. Das Wasser habe ich nicht eigens gemessen, laut Webseite sollte es rund 20°C haben. Zwischen bewaldeten Ufern schwamm ich genüsslich dahin. Ab und zu kam ich an einer kleinen Siedlung vorbei, manchmal sah ich Radfahrer oder Fußgänger am Ufer. Eine leichte Strömung half mir beim Vorwärtskommen. Auch Flachstellen gab es, aber die waren selten und kurz – nicht wie 2015 im Oberlauf, wo ich fast kilometerweise mit dem Schwimmsack unter dem Arm über Steine und durch Schlingpflanzen gestolpert war. Nach 4,4 km erreichte ich das Wehr. Knapp neben einem Frosch stieg ich aus und machte eine Pause, mit Energieriegel und Apfelschorle. Hier die Strecke bei Garmin Connect:

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408128

Und hier die Fotos:

Die Schnaken vertrieben mich recht bald wieder von meinem Plätzchen. Das war nicht schlimm, ich fühlte mich recht fit und machte mich auf den Weg nach Kallmünz. An einem Campingplatz vorbei und immer der Nase nach kam ich wieder gut voran, trotz einer weiteren Flachstelle. Bald sah ich die Burgruine hoch über Kallmünz. Der Anblick von Biergartenschirmen am Ufer beflügelte mich zu einem furiosen Endspurt. Ich zog mich um, hängte Neo und Handtuch zum Trocknen auf und gönnte mir ein nahrhaftes Mittagessen mit reichlich Bratkartoffeln. Hier die Strecke und die Fotos:

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408146

Auf der Wiese neben dem Einstieg übte die Feuerwehr spektakulär Wasserspritzen. Ich vollzog den nächsten Kostümwechsel, diesmal half mir ein Passant mit dem Reißverschluss. Kurz nach dem Start wurde es plötzlich frisch und bewegt. Die Vils brachte kaltes Wasser und jede Menge Schwung in die Naab, so dass die restlichen Kilometer bis Heitzenhofen die schnellsten des Tages wurden. Das Wehr in Heitzenhofen hatte noch einen rechten Irrgarten von Kanälen zu bieten. Hier war ich froh über meine laminierte Karte, die ich immer am Schwimmsack hängen habe. Über ein steiniges Ufer kletterte ich auf ein Inselchen, von dem eine Brücke zum Ufer führte. Völlig illegal latschte ich quer durch das Betriebsgelände des E-Werks zum Ausgang. Der Angler dort machte mich wider Erwarten nicht zur Schnecke, sondern befragte mich interessiert zu meinem Vorhaben und meiner Ausrüstung. Ich machte mich wieder stadtfein und checkte im Hotel ein. In der Schlosswirtschaft gab es erst mal Kaffee und Kuchen und nach einem Stadtrundgang durch ganz Heitzenhofen (lässt sich in 2:47 Minuten erledigen) ein gepflegtes Abendessen.

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408160

 

Veröffentlicht unter Swimming, Uncategorized | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Packtag

Heute nachmittag breche ich in Richtung Naab auf. In zwei Tage will ich dort 31 Kilometer schwimmen. In letzter Minute habe ich getestet, ob ich überhaupt das ganze Gepäck unterbringe. Für dieses Abenteuer brauche ich Schwimmklamotten inklusive Neoprenanzug und Handtuch, Zivilklamotten für abends (immerhin habe ich in der Schlossresidenz gebucht), sowie Futter, Zahnbürste und Ladekabel. Ausgebreitet sieht das nach richtig viel aus:

pack1

So lange ich schwimme, muss das meiste Geraffel in den Sack. Zum Glück habe ich den in XL und alles passt rein:

pack2

Nach dem Schwimmen (ist vor dem Schwimmen) darf ich umpacken, mit Neo drin wird selbst der XL-Sack langsam knapp, dafür braucht er dann nicht mehr dicht zu halten. Und damit man das Teil noch schleppen kann, packe ich es in einen alten Neo-Beutel und nutze zwei Riemen als Schultergurte:

Zugticket und Übernachtung habe ich schon organisiert, jetzt kann’s los gehen!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Mit dem Arsch am Rad vorbei

Mein Gewerbe habe ich wieder abgemeldet, ich werbe nämlich gar nicht ge-, sondern bin beruflich frei. Genau so frei ist das abgesperrte Rad, das heute vor dem Einkaufszentrum stand:

schlossss

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Der blog zum blog

Heute gibt es Secondhand-Literatur. Martin Tschepe, ansonsten Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung, hat sein Sabbathalbjahr angefangen und verwirklicht seinen alten Traum, aus dem Schwabenland nach Sylt zu radeln, in seine zweite Halbheimat (mit diesen Migranten kennt man sich einfach nicht aus). Als Vollblutjournalist berichtet er natürlich für die Stuttgarter Zeitung auf einem blog über diese Reise. Und weil so ein Halbjahr verdammt kurz sein kann, muss es schnell gehen: in zwei Wochen 1100 km radeln, ein paar Kilometer schwimmen, Ruhetag auf Sylt und rechtzeitig zur Abifeier der Tochter wieder zu hause sein. Weil ich zur Zeit auch ganz gewaltig sabbate, hat Martin mich zum Mitfahren eingeladen. Ich habe allerdings noch weniger Zeit als der Zeitungsmann. Eine Woche konnte ich ihn begleiten.

Als Kontrollfreak habe ich die ganze Strecke am Rechner aufgemalt und auf Martins nagelneuen Tacho geladen. (Auf mein altes Navi passte nur ein kleiner Teil.) Eingedenk des Chaos bei der Altmühlerkundung habe ich diesmal sogar das Gepäck kartografiert:

00100

Montag um 10 trafen wir uns am GiG. Ich hatte nur 2 km Anreise, Martin hatte 18.

001000

Gerade noch rechtzeitig kam Volker vorbei, verabschiedete uns und wir rollten los, immer nach Norden. Für den größeren Teil der Reise konnten wir auf vorgefertigte Routen zurückgreifen, das erste Stück ließ ich vom Computer ausrechnen, was zu recht drolligen Ergebnissen führte. Wir hielten uns brav an den Track und fuhren mal auf schlammigen Waldwegen durch grünen Forst (wo wir einen verirrten Baggerfahrer verwirrten), mal auf vierspurigen Bundesstraßen mitten durch die Stadt. Der Regenguss von der Sorte „kurz und heftig“ erwischte uns im Wald. Wir kamen gar nicht so schnell in die Jacken, wie wir nass wurden – obwohl ich meine Jacke dank des Lageplans in Rekordzeit orten konnte.

0010100102

Wenig später waren wir wieder trocken, wenn auch deftig eingesaut.

0010300104

Kurz nach 6 Uhr abends erreichten wir Miltenberg und stiegen im Anker ab. Nach einem leckeren Essen im Riesen und dem obligatorischen EM-Kick ranzten wir die Nacht ungestört durch.

Auch Martin versuchte, Ordnung in seinem Gepäck zu halten:

00200

An Elektronik hatten wir wirklich mehr als genug dabei, Martin sogar einen Laptop, dazu eine Kamera mit WLAN, deren Fotos er auf sein Telefon beamen und von dort auf den StZ-blog laden konnte. Zum Glück hatte Martin auch eine Dreifachsteckdose dabei, sonst hätten wir unser Sammelsurium über Nacht nicht geladen bekommen. Einzig die Fahrräder waren nicht elektrifiziert, auf diese Feststellung legen wir größten Wert!

Jeden Abend fanden wir eine interessante Unterkunft. Vor allem der Bach-Land-Hof in Binsförth hat es uns angetan, wo wir von drei Generationen der Familie Bickel herzlichst umsorgt wurden. Die Pension Trost hatte zwar kein Frühstück im Angebot, empfahl uns dafür das legendäre „Gederner Frühstück“ in der Bäckerei nebenan. Vom Hotel Kuhn in Beverungen habe ich leider keinen funktionierenden link, was daran liegen kann, dass dieses Hotel in einer Zeitblase ungefähr 1963 stecken geblieben ist😉

Tagsüber radelten wir fleißig dahin und wurden, auch dank dem immer flacheren Landschaftsprofil, jeden Tag schneller. Wir lernten Interessantes wie Kurioses über Duden, Zuse, die Gebrüder Grimm, Baron Münchhausen, den Rattenfänger von Hameln und noch dies und das. Martin dokumentierte fleißig alles für seinen blog, teils unter erheblichem körperlichem Einsatz. Hier das „Making of“ seiner Fotos vom Gebrüder-Grimm-Denkmal in Hanau, von der Documenta-Hacke in Kassel und von einem anonymen Getreidefeld mit Kornblumen:

002040040300401

Insgeheim (und jetzt auch öffentlich) bin ich Martin ja dankbar für seine Bloggerei. Die Foto- und anschließenden Schreib- und Übertragungspausen kamen meinem Hintern ganz gelegen, und auch die Blutzufuhr zum Männerhirn kam wieder in Gang. Manchmal kriegte ich eine Pause nicht mit und fuhr weiter, dann durfte Martin hinterhersprinten. Jeden Tag mussten wir mindestens ein Mal die Regenjacken rausholen, aber nie für lange. Neben Martins blog posteten wir auch Bilder auf facebook. Aufgeschreckt von unqualifizierten Kommentaren achteten wir in der Folge stets auf einen fröhlichen Gesichtsausdruck. Hier eine Impression in Zusammenfassung:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Freitag abend kamen wir rechtzeitig bei Steffi und Marcus, zwei Eisschwimmkollegen, in Rinteln an. Herzlichen Dank noch Mal für Euere Gastfreundschaft, ich hoffe, wir können das bald mal erwidern! Martin fuhr am Samstag weiter zum Steinhuder Meer, das er am Sonntag mit Marcus durchschwamm, ich fuhr quer rüber nach Hannover und nahm den Zug zurück. Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass das Gepäck zur Not auch in zwei Taschen gepasst hätte – dann hätte ich aber einen 3D-Lageplan zeichnen müssen!

00601

Die Reservierungspflicht für Räder im IC (einen Tag im Voraus) finde ich zwar grundsätzlich nervig, ab Hannover war sie aber durchaus sinnvoll. Offenbar wollen dort alle schneller weg, als sie radeln können.

00602

Dafür will außer mir niemand nach Karlsruhe-Durlach; streng genommen nicht einmal ich, ich musste dort nur umsteigen.

00603

Auch im Regionalexpress war ich mit meinem Rad alleine.

00604

Noch ein Nachtrag zum Gepäck: Das Systemgewicht am Ende der Reise lag bei 110,3 kg (am Anfang eher weniger, weil noch alles sauber war). Von der Wäsche habe ich knapp die Hälfte benutzt, da ist noch Luft. Auch die drei Ersatzschläuche waren Unfug, ein Schlauch und Flickzeug hätten gereicht, zur Not hätten wir unterwegs nachkaufen können. Die Gels habe ich alle wieder mit heim gebracht, die Schokoriegel aus dem Supermarkt waren einfach leckerer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Veröffentlicht unter Biking, Uncategorized | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Camping für Fortgeschwommene

Ich hätte es auch einfach haben können. (Aber dazu hätte ich nur Fußball spielen brauchen). Intensive Lektüre von Zaunhubers Kajak- und Radführer „Die Altmühl“ (Pollner Verlag 2010) festigte in mir die irrige Meinung, an der Naab gebe es keine Hotels, dafür umso mehr Campingplätze. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass die Hotels im Radteil, die Campingplätze im Kanuteil des Buches aufgeführt sind. Zu spät, jetzt habe ich die Ausrüstung schon besorgt… Für die Altmühl hatte ich ursprünglich eine gute Woche einkalkuliert. Inzwischen habe ich die Strecke auf den Abschnitt Dollnstein-Dietfurt beschränkt, das sind rund 70 Kilometer, sollte also in fünf Tagen gut machbar sein. Mein bislang kleinstes Zelt war aber immer noch viel zu groß für den Chillswim-Sack, selbst den neuen in XXL. Zufällig stieß ich auf das Buch von Stefan Dapprich „Trekking ultraleicht“ (Conrad Stein, 2014) und fand dort umfangreiche Informationen über neueste Leicht-Ausrüstung. Anfang des Jahres schaute ich mich beim Globetrotter in Stuttgart um. Aus der Erkundungs- wurde angesichts der angebotenen Schnäppchen schnell eine Shoppingtour. Ein ultrakleiner Sommerschlafsack, eine halbe Luftmatratze und ein Tarp waren die Ausbeute. Vor zwei Wochen habe ich das alles mal im Garten aufgestellt und bin reingekrochen. Hier Fotos von der Aktion:

Die ganze Ausrüstung passt auch gut in den Beutel rein. Inklusive Handtuch sieht es in gepacktem Zustand so aus:

Bei schönem Wetter sollte das ausreichen. Bei der Sparmatratze läge ich aber mit einem Drittel des Schlafsacks auf der blanken Erde. Bei Taufeuchte könnte das tückisch werden, ein Biwaksack müsste also mindestens noch mit.

Dann kaufte ich eine Fahrradreisezeitschrift. Ihr wisst schon, was dann passierte… In der Zeitschrift wurde das neueste Minimalzelt für Radler besprochen. Das Packmaß ist sensationell klein, der Innenraum auch, dafür ist das Teil spottbillig. So schaut es aus:

Der direkte Vergleich von Packmaß und Gewicht ergab, dass das Zelt eine Idee größer und schwerer ist als die Kombination aus Tarp, Stange und Biwaksack.

Dafür verspreche ich mir vom Zelt einen erheblichen Komfort- und Privatsphäregewinn. Packen werde ich das ganze Geraffel sowieso in zwei Beutel. Da bleibt einer den ganzen Tag zu und in den anderen kommt das Zeug, das ich tagsüber brauche. Die Kombination habe ich schon im Neckar testgeschleppt, das funktionierte überraschend gut.

Bei viel Wind, Wellen oder Strömung hätte ich Bedenken, dass ich ende wie Isadora Duncan, aber die Altmühltour unternehme ich eh nur bei guten Bedingungen. Die Ausrüstung wäre somit komplett, jetzt muss ich noch die Karten wasserdicht kriegen und den Pegel im Auge behalten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare