Ich bin zu alt für diesen Technikscheiß

Ich bin allerdings nicht zu alt, um mein Mobiltelefon ausschließlich mit Bluetooth-Headset zu benutzen. Ich besitze sogar deren zwei: ein Jabra Supreme, mit dem man beim Rad Fahren exzellent telefonieren kann; meine Gesprächspartner haben bestätigt, dass sie mich auch bei flotter Fahrt (bergab kann ich so was) gut verstehen. Und ein Jabra Sport +, zum Mucke hören beim Laufen. Gestern abend sollte ich eine hochkomplexe Aktion durchführen, bei der man während des Telefonats auf der Tastatur herumtippen muss. Ich werfe also das Supreme an, aber mein Telefon lässt das kalt. Den Grund habe ich noch selbstständig herausgefunden: das Headset war mit dem Firmenhandy gekoppelt. Dass ich auf dem Privathandy nur das Jabra antippen müsste, habe ich erst kapiert, als ich die Holzhammermethode schon angewandt hatte: Firmenhandy aus, Headset aus, Headset wieder an. Immer noch nix. Dann habe ich die vorgenannte Lösung gefunden und konnte meine Aktion durchführen. Auf die Nase bin ich gefallen, als ich das Firmenhandy wieder einschalten wollte. Das mit dem Einschalten hat ja noch funktioniert, aber die SIM-Karte war eingeschnappt. Und ich war felsenfest überzeugt, ich hätte den Code auf 1234 geändert! Das hatte ich aber nur für das Telefon erfolgreich erledigt, die Karte beharrte auf ihrem Auslieferungscode. Und der Zettel mit diesem lag in der Firma…

Das gab mir einen Vorwand, den Weg in’s Büro auf die harte Tour zu testen: mit dem Fahrrad die Weinsteige hoch. Zu meiner Überraschung brauchte ich dafür nur 10 Minuten mehr als für den Heimweg, auf dem ich die gleichen Höhenmeter bergab rausche. Wegen des Verkehrs geht das allerdings nur mit viel Bremsen. Insgesamt habe ich vom Charlottenplatz bis zur Endstation der Zahnradbahn 25 Minuten gebraucht. Morgens im Berufsverkehr muss ich das aber nicht haben. Erstens wegen der Abgase, zweitens wegen des Verkehrs. An der Weinsteige hat man rechts immer wieder Parkplätze hingequetscht, deren Breite sich anscheinend am VW-Käfer orientiert. Und weil die Leute Angst haben, zu nah am fließenden Verkehr zu parken, stellen sie ihre Autos halt auf den Gehweg, der ohnehin nur für magersüchtige Model-Anwärterinnen ausreicht. Als Radler muss man daher immer wieder auf die Fahrbahn ausweichen. Sonntag Mittag mag das noch angehen, aber im Berufsverkehr ist das vermutlich Selbstmord mit Ansage. Für diesen Teil der Strecke nehme ich deshalb auch künftig die Zahnradbahn.

Hier noch die Garmin-Daten von heute:

https://connect.garmin.com/modern/activity/1417089375

https://connect.garmin.com/modern/activity/1417089435

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Herr K. – ein stiller Held

Mein Freund K. hat keine Ahnung davon, dass er heute Großes vollbracht hat. Wobei sein nicht zu unterschätzender Beitrag darin bestand, mich um seelische Unterstützung während seines Dienstes beim verkaufsoffenen Sonntag zu bitten. Weil ich auch Bedarf an seelischer Unterstützung bezüglich der Produkte habe, die Herrn K.s Firma vertreibt, habe ich freudig zugesagt. Das Studium der Wetter-App ergab, dass die Regenneigung stetig abnehmen sollte, also schwang ich mich auf eines meiner Fahrräder. So konnte ich auch eine weitere Variante meines neuen Arbeitsweges testen. Bis zur Stadtgrenze von Ludwigsburg kam ich noch problemlos voran. Die Landstraße nach Kornwestheim ist eine der typischen Alleen mit historischem Baumbestand. Wunderschön anzusehen, aber im Herbst bei Nässe ist der Radweg nebendran ganz schön tückisch. Laub, Kastanien mit und ohne Schale und was sonst noch von einem Baum fallen kann ergeben einen schmierig-holprigen Belag. Und zwischen den Gemarkungen Ludwigsburg und Kornwestheim haben die Schwaben offenbar die Zuständigkeit für die Kehrwoche noch nicht final ausgeschnapst. Am Ortseingang Kornwestheim heißt es erst einmal: Fahrbahn wechseln, von links nach rechts. Nach Drücken von allerlei Ampelknöpfen und geduldigem Warten gelingt mir das nahezu fehlerfrei. Die Verantwortlichen hier in der Region trauen es den Auto Fahrenden nicht zu, selbst auf zu Fuß Gehende oder Rad Fahrende zu achten. Deshalb haben meistens alle Rot, und reihum schaltet ein Signal nach dem anderen auf Grün: erst für Autos geradeaus, dann Autos nach links, dann Autos von quer, dann Autos quer, die abbiegen usw. Als Radfahrer hat man manchmal ein eigenes Signal, manchmal richtet man sich nach der KFZ-, manchmal nach der Fußgängerampel, je nachdem, ob man lieber von Autos abgeschossen oder von Fußgängern verprügelt werden möchte. Kein Wunder also, dass die Autofahrer verlernt haben, beim rechts Abbiegen auf Radfahrer zu achten. Ich durfte das heute am eigenen Leib erfahren. Am Ende der steilen Abfahrt rollte ich flott auf die Kreuzung zu und sah zu meiner Freude eine dezidierte Radfahrerampel, die gerade auf Grün sprang. Dummerweise war ich noch gut zehn Meter entfernt und bis ich ankam, schaltete auch die Autoampel um. Das Auto davor fuhr los. Dass kein Blinker gesetzt war, konnte mich nicht täuschen, aber alle Anzeichen des Anfahrvorgangs deuteten auf die Absicht, geradeaus zu fahren. Gefühlt mitten in der Kreuzung zog die Schnepfe, denn um eine solche handelte es sich (für eine Renate war sie zu jung), scharf nach rechts. Ich bremste schulmäßig mit beiden Händen, aber der rote Belag, mit dem die Behörden den Radstreifen markieren, damit man die Radler besser trifft, war noch nicht trocken, das Hinterrad rutschte weg und ich legte mich auf die Seite. Der Helm bewahrte meinen Hinterkopf vor Schlimmerem, ein Kratzer am Ellbogen und ein blauer Fleck auf der Hüfte (vorhin unter der Dusche begutachtet) waren die einzigen körperlichen Folgen. Sowohl die Schnepfe als auch ich waren tüchtig erschrocken, blieben aber einigermaßen zivilisiert. Die Schnepfe erkundigte sich besorgt nach meinem Zustand. Ich inspizierte erst das Rad, dann meine Knochen und gab vorläufig Entwarnung, herrschte sie aber an, sie solle gefälligst blinken und schauen, bevor sie abbiegt. Erst beim weiter Fahren sah ich die Polizei, die an der nächsten Kreuzung Verkehrsunterricht für Radfahrer abhielt… Ich sah sie aber nur unscharf. Ich nahm die Brille ab, die schien aber sauber. Ich fuhr erneut los, sah immer noch nichts und beschloss, die Brille gründlich zu putzen. Beim rechten Glas ging das ganz gut, auf dem linken konnte ich kein Stück Schmutz erkennen. Was in erster Linie daran lag, dass das linke Brillenglas fassungslos auf der Fahrbahn lag. Nachdem ein Auto um Zentimeter daran vorbei gefahren war, konnte ich es retten und wieder einsetzen.

So weit, so schlecht. Wo kommt jetzt die Heldentat des Herrn K. in’s Spiel? Ganz einfach: Ich dachte mir, wenn ich die Schnepfe jetzt verprügle, wie sie das verdient hat, gibt das Stress und ich schaffe es nicht mehr zum verkaufsoffenen Sonntag und der gegenseitigen Seelsorge mit Herrn K. Falls jetzt noch ein Oberschlauer fragt, von welchem verkaufsoffenen Sonntag ich dauernd rede: der wurde dank ver.di abgesagt. Ich erfuhr das, als ich vor dem Sonntags verkaufsgeschlossenen Heute-Nicht-Einkaufszentrum stand und K. telefonisch um Aufklärung bat. Das tat K.’s Heldenmut nicht etwa Abbruch, im Gegenteil: K. ist wohl der erste Held des 21. Jahrhunderts, der eine hold errötende Maid errettet, während er zu Hause auf dem Sofa lümmelt!

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Als ich zehn war

Als ich zehn war, konnte ich mich noch hervorragend erinnern. Heute bin ich 10:46 (46 nach 10), da lässt das Gedächtnis etwas nach und ich kann mich nicht daran erinnern, woran ich mich mit 10 erinnert habe. Aber Lutz hat zur Blogparade gerufen, also krame ich mal in den Tiefen der Erinnerung.

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Viel zu erinnern gab es ja damals nicht. Es gab noch keine „Erinnerungen auf facebook“, Mark Zuckerberg schwamm noch in Adams Wurstkessel, Bill Gates war gerade mal 15. Bis zu Olympia 1972 waren noch zwei Jahre hin.

Mit 10 kam man auch damals schon auf die weiter führende Schule. In meinem Fall war das das AMG, das Albertus-Magnus-Gymnasium im damals noch verschnarchten Regensburg, das mit gütig-weiser Hand von Fürst und Bischof regiert wurde. Zumindest ist auf jedem Grundstück im Stadtgebiet eine Grunddienstbarkeit eingetragen, nach der nur das Bier der Brauerei des einen oder des anderen ausgeschenkt werden darf. Dass das beste Bier der Stadt vom Kneitinger kommt, lernte ich erst später. Später war Regensburg auch deutlich weniger verschnarcht, das lag an der Universität, die in meinem 10. Lebensjahr gerade 3 Jahre in Betrieb war. Bevor ich die ehrwürdigen, wenn auch ob der sparsamen Bauweise schon leicht bröckeligen Hallen der Uni betreten durfte, musste ich aber erst mal das AMG schaffen. Dort wurde klassiche Bildung vermittelt und die Lehrkräfte waren entsprechend altehrwürdig. Und weil das Abitur, damals noch mehr als heute, erblich war, kannte die Hälfte der Lehrer die Väter der Hälfte der Schüler in meiner Klasse. Bei den Müttern der Schüler in meiner Klasse war es noch üblich, die höhere Bildung nicht durch Erbschaft, sondern durch Heirat zu erwerben. Meine Mutter hat sich immerhin den Doktortitel sauer verdient, sie hat die Promotion meines Vaters getippt und wurde Zeit ihres Lebens mit „Frau Doktor E.“ angesprochen. Meine Mutter war es auch, die mich mit 10 Jahren in den Sportverein gesteckt hat. Sie hatte früh erkannt, dass ich meinem Vater nicht nur in Sachen Intellekt nachschlug, sondern auch bei der Leibesfülle und Letzterem wollte sie vorbeugen. So begann meine Sportkarriere in dem Verein, der zwar „Ski- und Wanderclub“ heißt, aber hauptsächlich Leichtathletik und Schwimmen betreibt. Seither gab es bei mir nur kurze Phasen, in denen ich gar keinen Sport getrieben habe. Als 8 Jahre später der Triathlon erfunden wurde, bekam ich das erst mal gar nicht mit. Es sollte noch etliche Jahre vergehen, bevor ich meinen ersten Sprint absolvierte und noch einige Jahre mehr, bevor ich meinen ersten Blogbeitrag über meine erste Langdistanz verfasste.

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Paalewufrongßää?

Falls nicht, auch nicht schlimm, viele Straßburger können deutsch und sind trotz französischen Passes nicht zu stolz, es auch zu sprechen. Einzig die Sprachausgabe des Navi kam an ihre Grenzen, wenn die französischen Straßennamen deutsche Begriffe enthielten, wie in „rue de Meinau“.

In Straßburg fand am Wochenende die erste Ausgabe des Open Swim Stars Harmonie Mutuelle statt, mit Rennen über 1, 2 und 5 Kilometer. Am frühen Sonntagmorgen mümmelte ich mein Frühstück und chattete verschlafen mit Anna, die sich auch angemeldet hatte. Kurz nach 6 Uhr fuhr ich los und geriet schon nach 50 Metern in den ersten Stau, bestehend aus einem verwirrten Fußgänger, der mitten auf der Fahrbahn herumstolperte. Ich vergewisserte mich, dass er keine unmittelbare Gefahr für sich oder andere darstellte und fuhr weiter. In Illkirch-Grafenau, einem Vorort von Straßburg, fuhr ich erst einmal weitläufig um den Baggersee (Frz.: le Baggersee) herum und dann einem Franzosen hinterher, der auch zum Schwimmen wollte. Schließlich fanden wir den Eingang zu dem kleinen Park mit dem Badesee, in dem das Baden streng verboten ist.

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Für die Erstausgabe der Veranstaltung hatten sich gerade einmal 100 Leute angemeldet, so dass auf je zwei Teilnehmer knapp ein Helfer kam. À propos: MERCI BIEN À TOUTES ET À TOUS QUI NOUS ONT SUPPORTÉS CE JOUR-LÀ! Ein Helfer, ein Wasserwachtler, hatte noch vor dem Rennen mitten im See einen Beinahe-Zusammenstoß mit einem Fisch. Der Rettungsschwimmer sprang vom Boot und im nächsten Augenblick sprang neben ihm ein gewaltiger Fisch, gut einen halben Meter lang, vollständig aus dem Wasser. Zu beachten: ich bin kein Angler, sonst wäre der Fisch in diesem Bericht mindestens zwei Meter lang!

Ich checkte ein. Dank früher Anmeldung hatte ich Startnummer 2 und ließ mir die auf beide Hände pinseln. Das Wetter war nicht so toll, für später am Tag war Regen angekündigt und es blies bereits ein leichter Wind, deshalb dachte ich gar nicht daran, ohne Neo zu schwimmen. Bis der Ansager erzählte, das Wasser sei 25 Grad warm. Beim Neckarschwimmen in Ludwigsburg war ich im Neo bei 23 Grad schier eingegangen. Zur Probe ging ich bis zu den Knien ins Wasser und fühlte die gefühlte Temperatur. Die Windböen kräuselten das Wasser und meine Brusthaare und beeinflussten empfindlich mein Temperaturempfinden. Zum Glück war Anna, die Furcht- und Gnadenlose, inzwischen da und trieb mir die Neo-Flausen aus dem Kopf. Kurz vor 9:30 gab es eine kleine Einweisung: vier Bojen im See markierten einen Kurs von circa 1000 Meter, den wir je nach Strecke mehrmals zu schwimmen hatten. Dann gingen wir zum gemeinsamen Start über 2 und 5 Kilometer ins Wasser. Ich war von Anfang an froh, ohne Neo zu schwimmen. Die Temperatur war genau richtig und das Gefühl von Wasser auf der Haut ist einfach unvergleichlich. Mit der Gummipelle wäre ich vielleicht ein paar Minuten schneller gewesen, dafür hätte ich das Schwimmen bei weitem nicht so genossen. Und bei meinem Tempo kam es auf die Zeit ohnehin nicht an. Das ist der einzige Nachteil bei 5km-Schwimmen: es melden sich kaum Dilettanten an – die meisten Teilnehmer sind ehrgeizig und schnell! Wie schnell, das merkte ich, als mich die ersten nach drei Kilometer überrundeten… Immerhin habe ich auch einen 2km-Schwimmer überholt, der sich da wohl Ähnliches gedacht hat.

Insgesamt kam ich mit den 5000 Metern überraschend gut zurecht, was wohl an dem Rundensystem lag. Die Strecke teilte sich so von selbst in verdaubare Bissen. Bei Punkt-zu-Punkt Rennen wie am Grundl– oder Fuschlsee kämpfe ich immer mit der Diskrepanz zwischen dem optischen Eindruck der Entfernung und dem, was die GPS-Uhr anzeigt. Dafür ist dort die Aussicht schöner. Aber das hatte ich heuer schon, also schwamm ich vergnügt im Kreis, bzw. Viereck. Nach vier Runden kam wieder einer von hinten an. Ich dachte zuerst, der wäre fertig und schwömme zum Ziel, aber er ging ebenfalls auf die fünfte Runde. Ich konterte und konnte ihn noch vor der nächsten Boje stellen. Um dem Überholvorgang Nachdruck zu verleihen, drehte ich das Tempo deutlich hoch. Da ich nun schon mal in Fahrt war, beschloss ich in meinem Übermut, den letzten Kilometer noch so richtig durch zu prügeln. Kurz darauf bog ich in den Zielkanal ein, stand im seichten Wasser vorsichtig auf und joggte die zehn Meter zur Zeitnahmematte. Ein Helfer hängte mir die Medaille um, ein anderer sammelte meinen Chip ein. Dusche und Umkleide waren schnell erledigt, danach klatschten wir die Teilnehmer über die 1000 Meter ins Ziel. Weil die nach dem Schwimmen noch 200 Meter Strandlauf machen durften, hatten wir reichlich Zeit, über Kleidung, Laufstil und sonstige Äußerlichkeiten zu lästern. Wir haben aber alle lautstark angefeuert, von den Teenies, die das Rennen mit großem Vorsprung gewannen, bis zu den Omas, die in Rückenlage losgeschwommen waren.

Dann mussten wir noch zur Siegerehrung bleiben, Anna war Drittplatzierte über 5 km und hat mich offensichtlich auch knapp überrundet.

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Hier steht sie neben dem Olympia-Zweiten Jérémy Stravius, der die Siegerehrung vornahm.

Zum Glück haben wir bei der abschließenden Verlosung das Kajak nicht gewonnen, sonst hätten wir ein Transportproblem gehabt. Die Medaille hat problemlos ins Auto gepasst.

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Und nächstes Jahr sind wir wieder dabei! In Strasbourg sowieso, vielleicht auch in Paris oder Nonsard-Lamarche.

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Heute schon gefuschlt?

Nach über 40 Jahren war ich wieder einmal am und im Fuschlsee. Anlass dazu war das Fuschlseecrossing, eine Schwimmveranstaltung, von der ich so viel tolle Fotos und Berichte gesehen habe, dass ich dort unbedingt hin musste. So viel vorab: es hat sich gelohnt, und wie!

Wie so oft habe ich die Geographie bei meiner Wettkampfplanung erfolgreich verdrängt. Zwischen Ludwigsburg und Fuschl hat irgendein Nasenbär München und die A8 gelegt, das wurde mir bei der Anreise schmerzhaft bewusst. Die freundliche Aufnahme im Hotel Post in Hof bei Salzburg hob meine Stimmung wieder. Der Wirt wollte gleich wissen, ob ich zum Schwimmen hier sei, was er ganz toll fand. Als Hotelgast hatte ich freien Eintritt in das Hofer Seebad, von dem aus am Samstag gestartet wurde. Das schaute ich mir gleich einmal an. Dank Teleobjektiv sieht das Ziel in Fuschl, am anderen Ende des Sees, recht nahe aus. Für einmal hin und zurück reichte die Zeit nicht. (Ein ander Mal vielleicht. Im Winter. Mit Schlittschuhen.)

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So schwamm ich nur die 600 Meter zum Schlosshotel. Die Trübsal von fünf Stunden im Auto war nach den ersten Schwimmzügen vergessen. Herrliches Wasser mit rund 20°, nicht ganz klar, aber angeblich Trinkwasserqualität. Am langen Badesteg entlang, von dem aus Mütter ihren Nachwuchs wässerten, vorbei an der Badeinsel, auf der sich die fesche Salzburger Landjugend im Balzen übte, im weiten Bogen um ein Anglerboot herum schwamm ich gemütlich zum Schlosshotel Fuschl, in dem ich als Kind Tür an Tür mit dem Festspieldirigenten Seiji Ozawa gehaust hatte. Dummerweise hatte die Direktion den Dirigenten nicht über die neue Nachbarschaft informiert, und so stand ich, nur von meiner kleinen Schwester beschützt, unverhofft einem erregten Asiaten gegenüber, der nur mit einem Handtuch um die Hüfte aus der Verbindungstür geschossen kam, grimassierend und gestikulierend, und das ungefähr fünf Jahre vor Erfindung von Bruce Lee. Das Hotelpersonal warf sich todesmutig zwischen uns und klärte die Situation. Zum Abschied bekamen meine Schwester und ich noch je ein Autogramm.

Wer Seiji Ozawa nicht kennt, kennt aber mit Sicherheit das Schloss Fuschl. Das hat nämlich in den Sissi-Filmen seligen Angedenkens das Schloss Possenhofen doubeln dürfen.

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Mit diesen und anderen Erinnerungen im Kopf schwamm ich zurück . Trotz meiner lockigen Brustbehaarung hatte ich auf der Badeinsel kein Glück, wahrscheinlich, weil ich die Landessprache nur unzureichend beherrsche. Ich hätte doch meine Schwester mitnehmen sollen, die ist wenigstens im benachbarten Tirol geboren.

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Zurück im Hotel hatte ich dummerweise keinen Appetit auf einheimische Küche, sondern Heißhunger auf Pizza. Eine Pizzeria hatte ich unterwegs gesehen, zu der ging ich jetzt hin, entlang der sonderbar viel befahrenen Dorfstraße. Die Straße am südlichen Ufer des Fuschlsees verbindet nicht wirklich zwei besondere Orte. An ihren Enden und zu beiden Seiten gibt es nichts außer schöner Gegend, davon aber jede Menge und vom Feinsten. Nur schade, dass so eine viel befahrene Straße mitten durch geht…

Etwas abseits der Straße sah ich dieses Haus mit seiner überwältigenden Blumenpracht. Und ich sah auch den Gärtner, der das alles mit der Gießkanne bewässerte.

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Die Pizza war dann leider nicht so der Brüller.

Am Samstagmorgen beim Frühstück traf ich zwei weitere Schwimmer vom Exathlon aus München. Wir quatschten fröhlich und stärkten uns für den Tag. Danach fuhren wir zum Wettkampfbereich am anderen Seeende.

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Wir checkten ein, suchten uns ein schattiges Plätzchen und konnten schon mal vom Ziel aus den Start in 4,2 Kilometer Entfernung anvisieren.

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Zwischendrin war noch genug Zeit, um ein bisschen zu schwimmen. Ich beäugte das Zielgelände vom Wasser aus und versuchte, mir die wesentlichen Landmarken einzuprägen.

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Nach der Wettkampfbesprechung wurden erst die Starter über 2,1 Kilometer mit Booten zu ihrem Ausgangspunkt gefahren. Kurz darauf stiegen wir gut 200 Leute in die Reisebusse, die uns zu unserem Startplatz brachten. Auf der Badewiese war es für kurze Zeit ziemlich eng – wir hatten die Besucherzahl ungefähr verdoppelt. Ein angenehmes Vorstartprickeln lag in der Luft. Einige wenige konnten gar nicht schnell genug in den Neo kommen, andere warteten mit der Prozedur bis zum letzten Moment. In der halben Stunde vor dem Start hat jeder seine eigenen Marotten. Ich beobachtete Dehn- und Aufwärmübungen aller Art und unterschiedliche Anzieh-Strategien. Meine eigene Marotte besteht übrigens darin, wildfemde Menschen mit launigen Sprüchen vollzulabern.

Pünktlich um 2 schickte uns der Starter auf die Strecke. Ich fühlte mich nach meiner Schwimmwoche in der Altmühl gut vorbereitet und fand einen Rhythmus, den ich gut über die Strecke bringen wollte. Beim Start hatte ich mich weit links aufgestellt, wo sehr wenig los war. Nach 500 Metern fand ich ein Grüppchen im passenden Tempo und hängte mich an ein Paar augenscheinlich saubere Füße. Zu meine Schreck zeigten plötzlich die Zehen in die falsche Richtung – wollte der Besitzer den Rest auf dem Rücken zurücklegen? Ich fragte, ob alles in Ordnung sei, er hatte aber nur Wasser in der Brille und schwamm gleich wieder weiter, mit mir hintendrein. Nach ein, zwei Minuten zog ich vorbei, ließ die Kollegen Zentimeter für Zentimeter hinter mir und schwamm wieder alleine. Langsam näherte ich mich von links dem Hauptfeld. Ab und zu nutzte ich ein paar Züge lang einen Wasserschatten, meist schwamm ich aber allein vor mich hin. Die Orientierung klappte ganz gut, fand ich. Ich hatte mir eine markante Landschaftsformation gemerkt, auf die ich zuhielt. Im Lauf der Strecke musste ich nur darauf achten, wie sich die Perspektive änderte. Nach gut zwei Kilometern befand ich mich unerwartet in der Gesellschaft von sonderbar entspannten Badegästen. Trotz meiner Navigationskünste war ich ein gutes Stück nach rechts abgedriftet und schwamm in Ufernähe am Strandbad vorbei. Die GPS-Auswertung zeigt, dass ich statt einer Geraden eine schöne Banane geschwommen bin, was sich dann in 160 zusätzlichen Metern niederschlug, die ich zurücklegte. In mehreren kleinen Haken näherte ich mich wieder dem Feld, diesmal von rechts. Immerhin waren mindestens zwei Leute noch weiter rechts unterwegs.

Wie üblich zog sich die Strecke mit zunehmender Dauer in die Länge. Ich habe meine Uhr so eingestellt, dass sie alle 500 Meter vibriert. Das waren zwar zuverlässig immer unter 10 Minuten, die kamen mir aber immer länger vor. Aus meiner bescheidenen Erfahrung weiß ich immerhin, dass vier, fünf Kilometer irgendwann irgendwie überraschend vorbei sind. Nur der dritte Kilometer hat das nie kapiert. Leider war ich zu ehrgeizig, um die fantastische Landschaft richtig genießen zu können. Bei strahlendem Sonnenschein schwammen wir unter einem dunkelblauen Himmel durch die Kitschpostkartenidylle des Salzburger Landes. Ein Schwimmurlaub in dieser Gegend steht schon im Pflichtprogramm!

Auf dem letzten Kilometer hatte ich noch die Kraft, ein paar Leute zu überholen. Auch die Zwischenzeiten auf diesem Teilstück waren ganz in Ordnung. Glücklich und mit breitem Grinsen kam ich nach 1:19h auf die Füße und ins Ziel, halbwegs zwischen meinen Münchener Frühstücksfreunden. Ich war schon geduscht und umgezogen, als die Rettungspaddler die letzte Schwimmerin in das Ziel begleiteten.

AN DIESER STELLE MEINEN HERZLICHEN DANK AN ALLE HELFER!

Die Organisatoren bewiesen an dieser Stelle Pragmatismus und Feingefühl: sie eröffneten vorzeitig das Finisherbuffet. Und das hatte es in sich. Saulecker und üppig! Leider konnte ich mich nicht so vollfressen, wie ich das gern getan hätte, der Heimweg stand an und ich machte mich recht bald vom Acker. Aber ich komme wieder!

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Die Altmühl runter

Nach Regen und Naab habe ich seit einem Jahr die Altmühl in der Planung gehabt, nach dem Motto: je akribischer die Planung, desto eklatanter die Fehler in der Ausführung. Mit dem Kanuführer habe ich mögliche Etappen vermessen und Übernachtungsmöglichkeiten gesucht. Alleine die Anschaffung der Campingausrüstung war ein größeres Unterfangen. Ein Teil des verwegenen Plans war nämlich, mit zwei Schwimmsäcken nicht nur die Klamotten für die Woche, sondern auch Zelt, Matte und Schlafsack zu mitzuschleppen. Zu Pfingsten habe ich noch mit netter Begleitung die Altmühl abgeradelt und beschlossen, in Dollnstein einzusteigen. Zu meiner Überraschung willigten die Kinder im letzten Moment ein, mich zu begleiten. Und weil der Große schon Auto fahren darf, packten wir die Zeltausrüstung nicht in einen Chillswimsack, sondern in die Dachbox des Golf. Statt minimalistisch zelteten wir gediegen, schließlich nimmt das Gepäck immer den gesamten zur Verfügung stehenden Raum ein (- und dann steht noch ein Trumm neben dem Auto).

Tag 1 – Anreise

Wir kamen am späten Nachmittag in Dollnstein an und fanden mit einiger Mühe auch den Campingplatz, der sich zunächst hinter einem Haus versteckt, wenn man ihn gefunden hat, aber schön groß und gut ausgestattet ist. Wir stellten unsere zwei Hundehütten auf und ich testete schon mal das Wasser. 19,5° C maß mein Thermometer, gerade recht für einen Feierabendschwumm. Für die längeren Etappen an den nächsten Tagen zog ich dann aber den Neoprenanzug an. Kalt kann ich nur kurz. Ansonsten entsprach die Altmühl meinen Erwartungen: gerade tief genug zum Schwimmen (aber bei weitem nicht überall) und eine knappe Armlänge Sichtweite. Wir weihten den Campingkocher ein und legten uns zur Ruhe.

Tag 2: von Dollnstein nach Eichstätt

Der erste Tag hielt die längste Strecke parat, weil es zwischen der Bubenrother Mühle und Eichstätt keinen weiteren Campingplatz gibt. Entsprechend früh stand ich auf, schob kräftig Müsli ein und machte mich flussfein. Henri packte mich in meinen Neo, schoss das letzte „vorher“-Foto, ich verabschiedete mich von den Kanuten und schwamm los. Trotz kräftiger Strömung kam ich in den ersten sieben Minuten keinen Meter voran – ich hatte die GPS-Funktion der Uhr ausgeschaltet! Dafür betrieb sie auf der nächsten Etappe heiteres Satellitenraten und erfand ein paar zusätzliche Schleifen durch den Wald. Am Wehr bei der Bubenrother Mühle hatte sie sich wieder gefangen.

Überwiegend ist die Altmühl recht angenehm zu schwimmen. Allerdings hatte ich bis zum Schluss immer wieder Flachstellen zu meistern. Ich entwickelte und verfeinerte im Lauf der Tage eine eigene Technik, mit der ich über die seegrasbedeckten Sandbänke glitt. Nur selten musste ich waten. Dafür wurde ich mit einer wunderschönen Landschaft belohnt. Die Altmühl schlängelt sich völlig natürlich durch ihr Tal. Die Ufer sind oft bewaldet, man schwimmt praktisch durch einen lichten Hain. Oft begleiteten mich Schwäne, während die Enten meist davon flogen.

In Obereichstätt wollte ich eigentlich zu Mittag essen. Laut Karte sollte es dort zwei Wirtshäuser geben. Ich zog mich komplett an und wanderte den halben Kilometer vom Ausstieg zum Ort. Das erste Wirtshaus war schnell gefunden, ein großes Schild wies es als zum Verkauf stehend aus. Das nächste Cafe war ausweislich eines kleineren Schildes wegen Sommers geschlossen. Auf Nachfrage bestätigte mir ein Anwohner, dass die kulinarischen Möglichkeiten im weiten Umkreis hiermit erschöpft waren. Missmutig setzte ich mich auf eine Bank und holte mein Käsebrot aus dem Sack. Zum Essen kam ich aber zunächst auch jetzt nicht. Das Dorforiginal hatte wohl schon auf der Lauer gelegen und laberte mich mit launig gemeinten Sprüchen zu: ob ich ein Rheinländer sei, weil ich vom Land rein käme, und ähnliche Weisheiten. Dabei stand er taktisch so geschickt schräg hinter mir, dass ich ihm kaum entkommen konnte. Schließlich erklärte er, er müsse jetzt heim, sein Geld zählen; leider habe er keines… Ich aß meine Semmel und spülte mit etwas Iso nach. Kurz darauf war der schelmische Kollege mit Geldzählen fertig und frug mich, ob ich Rheinländer sei…

Ein Blick in Alf Lechners Werkstatt verhinderte die totale Depression. Ich packte mein Geraffel unter den Arm und spazierte wieder Richtung Altmühl. Die Bewegung nach dem Essen, wie karg es auch war, brachte die Verdauung in Gang. Normalerweise ist das ja gewünscht. Außer, man hat keinen Zugang zu einer Toilette. Unglaublich, mit wie wenig Essen man wie viel scheißen müssen kann! Öffentliche Bauten gab es nicht in Obereichstätt und an einer Haustür klingeln habe ich mich nicht getraut. Eigentlich wollte ich ein Plätzchen im Wald hinter der Bushaltestelle suchen, aber die Haltestelle war der belebteste Platz im Ort; vermutlich, weil alle dort weg wollen. Unter der Altmühlbrücke legte ich schließlich mein Überraschungsei. Falls jemals Wikinger dort vorbei kommen, um die Brücke abzufackeln, sollten sie dort vorsichtig sein.

Nach Obereichstätt folgten mehrer kurze Etappen zwischen Wehren, bevor ich schließlich mitten durch Eichstätt schwamm. Am Campingplatz warteten schon Amy und Henri mit aufgebauten Zelten und vorgeheiztem Kocher.

Hier die Etappen auf Garmin Connect:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Tag 3: von Eichstätt nach Gungolding

Der Platz in Eichstätt ist ziemlich karg, eine Zeltwiese mit Sanitärcontainern (Klopapier bitte selbst mitbringen). Da wir den Komfort mit PKW nebst Fahrer hatten, beschlossen wir, unser Basislager für den Rest der Woche in Kipfenberg aufzuschlagen und Henri fuhr mich von dort aus hin und her. Ich startete wieder reichlich früh. Die ersten Kilometer waren ziemlich flach, ich durfte teilweise wandern. Hinter Eichstätt kam ich dann besser voran. Die Etappen an diesem zweiten Schwimmtag waren recht angenehm: 7-5-4 Kilometer. Am ersten Ausstieg in Inching traf ich drei junge Burschen auf einem Floß. Leider hatten die ihre vier Kisten Bier schon ausgetrunken. Das Cafe hatte noch nicht auf, so dass ich wieder auf meine Käsesemmel zurückgreifen musste. Auf der nächsten Etappe hatte ich Begleitung von einer Schülergruppe in Schlauchbooten. Geduldig erklärte ich bei jedem einzelnen Boot, was ich hier triebe und wozu der oraschene Sack gut sei. Dafür schossen die Jungs ein paar Fotos von mir. Beim Bauer in Rieshofen fand ich endlich einen Biergarten nach meinem Geschmack. Dass die jungen Mäderln in der Küche rumalberten, gab mir die Muße zu einer erholsamen Pause. Und weil in einem Dorf mit Viehhaltung immer irgendwer was zu tun hat, fand ich auch einen Helfer für den Neo. In Gungolding war ich kaum aus dem Wasser, da kam auch schon Henri um die Kurve und fuhr mich zum Campingplatz nach Kipfenberg. Die Kanuten, die wir vom Vortag kannten und die nicht wussten, dass ich 9 km im Auto gefahren war, staunten nicht schlecht bei meinem Anblick! Zum Ausgleich ging ich am Nachmittag noch Baden.

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Tag 4: von Gungolding nach Kipfenberg

Unsere Zelte ließen wir die nächsten drei Tage auf dem Kipfenberger Campingplatz. Weil eine kurze Etappe anstand, durften Henri und ich ausschlafen (Amy sowieso), bevor er mich wieder nach Gungolding brachte. An diesem Tag schaltete meine Kamera unaufgefordert den Weichzeichner in Form von Beschlag innen auf der Linse an, deshalb gibt es nur wenig Fotos. Dafür traf ich die Jungs auf ihrem Floß wieder. Die kamen zwar nur langsam voran, waren aber etliche Stunden länger unterwegs als ich, so dass wir uns drei Tage lang begegneten. Abends hatten wir noch netten Besuch, mit dem wir in die Pizzeria gingen.

Teil 1

Tag 5: von Kipfenberg nach Kratzmühle

Heute war mein Mini-Einwandzelt mal von beiden Seiten nass. Bisher nur von innen. Das Teil hat zwar spektakuläre technische Daten bei Packmaß und Gewicht, dafür kann man am Morgen mehrere Liter Kondenswasser von der Zeltwand wischen. In dieser Nacht hatte es heftig geschüttet und die Nässe war überall. Die Holländer taten ein Übriges, um den Platz zu versauen. Immer am Nachmittag kam mindestens einer an, versuchte, seinen Wohnwagen rückwärts einzuparken, gab nach drei Versuchen auf und parkte dann längs. Auf matschiger Wiese hinterlässt das echt Eindruck! Dafür kam er dann anderntags in aller Frühe recht einfach wieder raus. Was holländische Camper sonst so machen, ist mir ein Rätsel.

Ich nutzte eine Regenpause, um meiner Motivation in den Hintern zu treten und schwamm los – immerhin war das Wasser drei Grad wärmer als die Luft. Kurz nach der halben Strecke kam ich nach Kinding, wo ich in der Krone gepflegt einkehrte. Wegen des schlechten Wetters rechnete ich mit wenig Passanten, darum zog ich mich noch im Wirtshaus um und ließ mich von der Bedienung in den Anzug schließen. Das war zwar nicht nötig, weil am Einstieg lebhaftes Treiben herrschte, aber man muss auch mal im Gummianzug durch’s Dorf laufen, nur so zur Show! Am Ziel bei der Kratzmühle habe ich mich zu früh umgezogen: gleich nebendran liegt ein herrlicher Badesee, den ich eigentlich hätte mitnehmen können.

Teil 1
Teil 2

Tag 6: von Kratzmühle nach Töging

Dann kam auch schon der letzte Tag.  Henri kutschierte mich im Morgennebel zur Kratzmühle. Dass Samstag war, sah man sofort an den vielen Freizeitpaddlern, die dort zu Wasser gingen. Ich gab ihnen einen fairen Vorsprung und machte mich an die Verfolgung. In Kottingwörth holte ich sie wieder ein (als sie dort Rast machten). Ich ließ mir in der Sonne einen Waller munden, bevor ich zur letzten Etappe aufbrach. Leider war es über Mittag bewölkt und meine Badehose war noch eklig nasskalt. Der Händetrockner der Sonne brachte sie wieder auf Betriebstemperatur. Dummerweise blickte ich bei der Gelegenheit in den Spiegel und bemerkte den typischen Freiwassersonnenbrand auf der Nasenspitze – sehr dekorativ! Auf der Wiese neben dem Biergarten zwängte ich mich ein letztes Mal in meine Gummipelle. Die Damen am ersten Tisch durften sich darum schlagen, wer die verschließen durfte. Außer den erwähnten Damen hatten noch folgende Personen diese Ehre: Henri (mehrfach), ein Servicetechniker für Melkanlagen, ein Kanute, eine Bedienung, ein Servicetechniker für Abwasseranlagen und eine Düsseldorfer Camperin.

Kurz hinter Töging mündet die Altmühl in den Main-Donau-Kanal. Für mich war hier Schluss – Zeit für das „nachher“-Foto. Meine bewährten Supporter lasen mich im Biergarten des Schlosswirts auf und brachten mich nach Hause. EIN HOCH AUF MEINE SUPPORTER! DANKE FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG!

Ich bin in fünf Tagen rund 69 km geschwommen. Die meisten davon habe ich genossen. Selbst an die Flachstellen habe ich mich gewöhnt, habe sie zuletzt nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung begriffen. Der (für mich) hohe Umfang hat mir gut getan, glaube ich. Zumindest kam es mir so vor, als wäre mein Zug im Lauf der Woche effektiver geworden. Diese Form muss ich jetzt noch über die nächsten Wochen retten. Ende August will ich im Fuschlsee schwimmen, dann in Strasbourg und zum Saisonabschluss in Mettlach.

Teil 1
Teil 2

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Endlich was zu meckern – Tübingen, die Bewertung

Jahrelang hab ich nur Lobeshymnen über Sportveranstaltungen abgesondert. Ich kam mir schon verdächtig nett vor. Gutmensch lass ich mir ja gern gefallen, aber Nettmensch? Bitte nicht!

Die Desorganisatoren des Tübinger Triathlons haben jetzt aber so viele Böcke geschossen, dass ich mal richtig ablästern kann. Aus alter Gewohnheit fange ich trotzdem mit dem Positiven an: die Strecke ist super schön, das Schwimmen im Neckar ein Erlebnis, die Radrunde schön ausgewogen und die Laufstrecke mit ihrem Profil und Kopfsteinpflaster verlangt den Teilnehmern den letzten Rest ab. Reichlich motivierte Helfer sind auch an der Strecke – EIN RIESENLOB AN ALLE HELFER! Dank verkaufsoffenem Sonntag sorgen unzählige Zuschauer für tolle Stimmung. Und die zentrale Lage mitten in der Stadt wäre ein dickes Plus – wenn die Chose mit ein bisschen Grips organisiert wäre. Ich liste hier mal auf, was so eigentlich nicht passieren darf:

  • Der zentrale Durchgang der Wechselzone vom Schwimmen zum Rad und vom Rad zum Laufen führt über einen schmalen Steg. Das wäre nicht weiter schlimm, aber den Check-in über genau diese Brücke zu führen, während bereits Wettkämpfe laufen, ist – ich weiß es nicht, der Veranstalter soll sich selber ein Adjektiv dafür ausdenken!
  • In der Wechselzone gab es keine Toiletten! Als Ergebnis sah man reihenweise Männchen in den Neckar pinkeln, ca. 100 Meter stromauf vom Start. Ich musste kacken und ging über die oben erwähnte Brücke zu den Dixies knapp vor der Wechselzone, nutzte das letzte Blatt Scheißhauspapier und hatte aus alter Erfahrung ein Päckchen Tempos mit. Der Ordner an der Brücke ließ mich hier nicht wieder rein, ich durfte einen Kilometer hatschen, um wieder zu meinem Rad zu kommen.
  • Bei dieser Gelegenheit besichtigte ich die Mountline. Die hatte ein Witzbold mit einem Streifen grauen Panzerband auf den grauen Asphalt geklebt, somit perfekt getarnt und die Kampfrichterin brüllte sich heiser, abwechselnd „hier aufsteigen“ und „hier absteigen“.
  • Von der angekündigten Wettkampfbesprechung habe ich nichts mitbekommen. Auch keine Durchsagen oder Aufrufe. Ein womöglich vorhandener Sprecher bespaßte wohl das Publikum auf der Brücke, die Athleten im Vorstartbereich durften sich selbst organisieren, wer wann in’s Wasser darf. Gerade für Ersttäter auf der Schnupperdistanz eine Zumutung.
  • Der Treppe am Schwimmausstieg hätte man am unteren Ende ruhig noch 1-2 Stufen spendieren können. DANKE AN DIE HELFER, die mich hier herauszogen!
  • Nach dem Schwimmen lief ich korrekt den Weg aus der Wettkampfinfo, hinten über das Gras rein, quer zum Rad und über den Teppich raus. Zwei, drei andere ebenso. Alle übrigen liefen auf dem Teppich nach vorn und kürzten so, je nach Stellplatz, einige Meter ab. Ein Kampfrichter an dieser Stelle wäre nett gewesen.
  • Der allerdickste Hund lauerte aber auf der Radstrecke. Die Wende am Ende war ja nicht zu verfehlen, aber die Wende zur zweiten Runde war nicht zu erkennen. Ich fuhr erst mal dran vorbei, nur die Rufe der Zuschauer brachten mich auf den rechten Weg. Kollegin Marlies, die derweil am Eingang der Wechselzone stand, berichtete, einige Radfahrer seien bis dorthin gefahren und hätten ratlos nach der Wende gefragt. Die wurden wieder zurückgeschickt und fuhren so einen guten Kilometer zu viel, davon 200 Meter bergauf. Himmelherrgott, da muss ein meterhohes Schild hin! 2. Runde – Pfeil nach links / Ziel – Pfeil geradeaus. Soll ich das aufmalen?
  • Am Ende der Radstrecke durften wir volle Kanne durch die Ligawechselzone brettern, auf blauem Teppich an den Radständern vorbei. Sicher geht anders.
  • Auf der Laufstrecke war es dann weniger schlimm. Die Helfer am Verpflegungsstand waren zwar motiviert, aber wenig instruiert und so musste ich das ISO erst mal suchen, als ich in der zweiten Runde welches wollte. Ab der dritten Runde wusste ich dann, wo es stand.
  • Anscheinend gab es beim Laufen keine Rundenkontrolle. Als Buchhalter kann ich zwar meist fehlerfrei bis 4 zählen (arbeite nicht im Sägewerk), aber im Eifer des Gefechts kann schon mal was schief gehen. Ein armes Mädel fragte jeden Linksabbieger, ob er schon vier mal durch den Tunnel sei… Ich hoffe, hier gab es keine Proteste.
  • Für die Lutscher auf der Radstrecke kann der Veranstalter ausnahmsweise nichts, es waren reichlich Karis unterwegs und lösten Verbände auf. Trotzdem wurde ich in der zweiten Runde von Leuten überholt, die wohl glaubten, sie seien in der Bundesliga. Den Namen Evangelos habe ich übrigens schon mal in so einer Situation gesehen, scheint ein geselliger Typ zu sein…

Mein Rat an den Veranstalter: ihr habt hier die Chance für einen großartigen Wettkampf – bitte vermasselt das nicht derart zielstrebig!

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Naab und Autor fertig (Teil 2)

Zum Frühstück am Sonntag erschien ich noch ganz normal. Nachdem ich dann das Zimmer bezahlt hatte, zog ich mich um, packte meinen Wassersack und betrat den Frühstücksraum erneut – diesmal im Schwimmeroutfit und mit der Warnung: Fürchtet Euch nicht, ich bin es! (Den Spruch „Ich will nur spielen“ habe ich mir verkniffen). Die Chefin, Frau Sarfert, konnte das nicht schrecken, sie macht selber Triathlon und wusste sofort, was sie zu tun hatte. Die anderen Gäste waren jetzt doch neugierig geworden und ich erklärte ihnen, was ich hier trieb. Hinter der Schlossschenke fand ich die Treppe zum Fluss, heute ohne den kiffenden Burschen vom Vorabend. Zum Glück war ich bereits im Schutzanzug und kam so ungebrannt an den Brennesseln vorbei. An dieser Treppe fand ich die stärkste Strömung des ganzen Wochenendes vor, hier war der Abflusskanal des E-Werks. Die ersten 500 Meter schoss ich in gut 5 Minuten hinunter! Die Sonne stand noch tief und schickte einzelne Strahlen durch die Büsche am Ufer auf’s Wasser. Ich genoss die sonntagmorgendliche Ruhe und den kräftigen Rückenwind bis zur Baustelle in Duggendorf, wo mich ein gar schröckliches Warnschild des Wassers verwies. Hinter der Brücke stieg ich wieder ein und schwamm ohne weitere Zwischenfälle nach Pielenhofen, wo ich eine kurze Pause einlegte.

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408215

Ab Pielenhofen kannte ich die Strecke von einer ersten Erkundung im August 2014, aber heute hatte ich deutlich bessere Bedingungen – dafür aber schon 20 Kilometer in den Armen. Seit dem Start am Morgen war ich am Rumrechnen. Wenn ich in Etterzhausen ausstieg, wäre ich in 10 Minuten am Bahnhof und könnte, mit einigem Umsteigen, vor Mitternacht zu Hause sein. Schwamm ich durch bis zum Ziel in Mariaort, bräuchte ich zu Fuß und mit dem Bus eine ganze Weile bis zum Bahnhof Regensburg, wo ich den gleichen Zug erwischen müsste wie im vorigen Fall. Im Lauf des Tages stellte sich heraus, dass ich genügend Zeit hatte, um bis Mariaort zu schwimmen. (Auch wenn hintenraus einiges anders kam, als geplant.) Samstag war ich überwiegend im Dreierzug unterwegs gewesen. Auf langen Strecken beugt das einseitiger Belastung vor, aber ich kann den halt nicht so gut – den größten Teil des Jahres atme ich nur nach rechts. Im Lauf des Sonntags musste ich immer öfter in den Zweierzug wechseln, weil ich beim links Atmen einfach zu viel Wasser schluckte. Kurz vor dem mittäglichen Etappenziel in Penk hatte ich eine seltsame Begegnung: vom rechten Ufer löste sich ein Baumstamm und schwamm zielstrebig quer über den Fluss. Ich war zwar nie bei den Pfadfindern, aber mein Reptilienhirn signalisierte mir: ein Baumstamm, der wie ein Tier schwimmt, ist ein Krokodil! Nach dem ersten Schreck schaltete sich mein Buchhalterhirn in die Debatte ein: Krokodile können in bayerischen Flüssen gar nicht überleben, die werden von Killerwelsen gefressen! Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das Phänomen als eine Gruppe von Enten, die in Formation unterwegs waren. Die steckten wahrscheinlich mit den Scherzbolden unter einer Decke, die am Kanuausstieg ein Warnschild aufgehängt hatten (s. Foto unten).

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408228

Nach einem reichhaltigen Mittagessen ging ich zurück zum Kroko-Badeplatz. Dort landete gerade ein Pärchen auf einem SUP-Board an. Ein Kanufahrer ließ es sich nicht nehmen, das Teil zu testen. Ich stieg wieder in die Naab und nahm die letzten zwei Etappen von je vier Kilometer in Angriff. Die erste führte mich zum Badeplatz in Etterzhausen, wo ich mit meine schnieken Anzug reichlich deplatziert wirkte zwischen all den Plantschern und Badern. Ich schob schnell einen Riegel ein und schwamm weiter.

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408247

Hinter Etterzhausen hatte ich zunächst Begleitung von einer Ruderin und einem Kajakfahrer. Dabei lernte ich aus ihrer Unterhaltung, dass die traumhaften Ufergrundstücke, an denen ich vorbeigeschwommen war, auch ihre Schattenseiten haben. Wenn man die nicht mit Stacheldraht und Selbstschussanlage sichert, parken und müllen einem die lieben Zeitgenossen die Wiese gnadenlos zu. Die restliche Strecke war dann enorm mühsam. Das Tal wurde breiter und von einer Strömung konnte keine Rede mehr sein. Mein Tempo ging gnadenlos in den Keller (wahrscheinlich zum Lachen). Der Schwimmbeutel, sonst federleicht über’s Wasser gleitend, zerrte entnervend am Gürtel. Ich konnte mich nicht einmal mehr zum Fotografieren aufraffen. Wenn ich, trotz strengstem Verbot, mal auf die Uhr schaute, war ich kaum ein paar Meter weiter gekommen. Endlich sah ich den Fußgängersteg von Mariaort. Davor plantschten mehrere Familien fröhlich im Wasser – toll, dass die Leute tatsächlich noch im Fluss baden! Mit letzter Kraft krabbelte ich die Stufen hoch und machte mich auf den Heimweg (der Dank der Deutschen Bahn ein Abenteuer für sich war, aber das ist hier nicht Thema). Den Montag habe ich dann zum größten Teil verpennt.

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408280

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Naab und Autor erledigt (Teil 1)

Am Wochenende habe ich die Beschwimmung der Naab erfolgreich und erschöpft abgeschlossen! Am Freitag fuhr ich mit dem Zug nach Regensburg. Auf den letzten Kilometern hatte ich schon eine schöne Aussicht auf die Naab kurz vor der Mündung in die Donau. Hier wollte ich am Sonntag ankommen. Ganz sicher war ich noch nicht, Plan B wäre der Ausstieg in Etterzhausen gewesen, von wo aus ich einen Zug nach Hause bekommen hätte. Am Abend bin ich bei meiner Schwester in Regensburg eingefallen – Danke für den netten Abend und die exzellente Verpflegung! Samstag früh nahm ich den 41er Bus nach Burglengenfeld, der sich in Anlehnung an die Harry Potter-Saga nicht für Bussteig 4 oder 5 entscheiden kann.

Auch der Busfahrer hatte seine liebe Mühe mit einer Baustelle. Ein ortskundiger Passagier wies ihm den richtigen Weg drum herum. Nach einem Wendemanöver in Regendorf – genau an einem Etappenziel meiner Regentour in 2014 – kamen wir pünktlich in Burglengenfeld an. Hier hatte ich 2015 mein Naabschwimmen abgebrochen, ein Infekt und schlechtes Wetter kamen damals zusammen. Diesmal fühlte sich Alles gut an. Nach einem Boxenstop im Cafe am Marktplatz schlenderte ich über die Pitiviersbrücke zum Kanu-Einstieg, wo sich gerade eine Familie mit Kleinkind einschiffte.

Die Kanuten kamen mir gerade recht, denn ohne Hilfe bekomme ich meinen Neoprenanzug nicht zu. Die Variante, den schon bei meiner Schwester anzuziehen, hatte ich verworfen. Eine Stunde Busfahrt samt Umsteigen und der Besuch im Cafe hätten die Gefahr der Erregung öffentlicher Erregung heraufbeschworen. Langstreckentauglich eingepackt startete ich zur ersten Etappe bis zum Wiesenwehr in Schirndorf. Zwei Schwäne begleiteten mich einen großen Teil der Strecke. Das Wetter spielte hervorragend mit, es war leicht bewölkt bei angenehmer Temperatur. Das Wasser habe ich nicht eigens gemessen, laut Webseite sollte es rund 20°C haben. Zwischen bewaldeten Ufern schwamm ich genüsslich dahin. Ab und zu kam ich an einer kleinen Siedlung vorbei, manchmal sah ich Radfahrer oder Fußgänger am Ufer. Eine leichte Strömung half mir beim Vorwärtskommen. Auch Flachstellen gab es, aber die waren selten und kurz – nicht wie 2015 im Oberlauf, wo ich fast kilometerweise mit dem Schwimmsack unter dem Arm über Steine und durch Schlingpflanzen gestolpert war. Nach 4,4 km erreichte ich das Wehr. Knapp neben einem Frosch stieg ich aus und machte eine Pause, mit Energieriegel und Apfelschorle. Hier die Strecke bei Garmin Connect:

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408128

Und hier die Fotos:

Die Schnaken vertrieben mich recht bald wieder von meinem Plätzchen. Das war nicht schlimm, ich fühlte mich recht fit und machte mich auf den Weg nach Kallmünz. An einem Campingplatz vorbei und immer der Nase nach kam ich wieder gut voran, trotz einer weiteren Flachstelle. Bald sah ich die Burgruine hoch über Kallmünz. Der Anblick von Biergartenschirmen am Ufer beflügelte mich zu einem furiosen Endspurt. Ich zog mich um, hängte Neo und Handtuch zum Trocknen auf und gönnte mir ein nahrhaftes Mittagessen mit reichlich Bratkartoffeln. Hier die Strecke und die Fotos:

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408146

Auf der Wiese neben dem Einstieg übte die Feuerwehr spektakulär Wasserspritzen. Ich vollzog den nächsten Kostümwechsel, diesmal half mir ein Passant mit dem Reißverschluss. Kurz nach dem Start wurde es plötzlich frisch und bewegt. Die Vils brachte kaltes Wasser und jede Menge Schwung in die Naab, so dass die restlichen Kilometer bis Heitzenhofen die schnellsten des Tages wurden. Das Wehr in Heitzenhofen hatte noch einen rechten Irrgarten von Kanälen zu bieten. Hier war ich froh über meine laminierte Karte, die ich immer am Schwimmsack hängen habe. Über ein steiniges Ufer kletterte ich auf ein Inselchen, von dem eine Brücke zum Ufer führte. Völlig illegal latschte ich quer durch das Betriebsgelände des E-Werks zum Ausgang. Der Angler dort machte mich wider Erwarten nicht zur Schnecke, sondern befragte mich interessiert zu meinem Vorhaben und meiner Ausrüstung. Ich machte mich wieder stadtfein und checkte im Hotel ein. In der Schlosswirtschaft gab es erst mal Kaffee und Kuchen und nach einem Stadtrundgang durch ganz Heitzenhofen (lässt sich in 2:47 Minuten erledigen) ein gepflegtes Abendessen.

https://connect.garmin.com/modern/activity/1250408160

 

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Packtag

Heute nachmittag breche ich in Richtung Naab auf. In zwei Tage will ich dort 31 Kilometer schwimmen. In letzter Minute habe ich getestet, ob ich überhaupt das ganze Gepäck unterbringe. Für dieses Abenteuer brauche ich Schwimmklamotten inklusive Neoprenanzug und Handtuch, Zivilklamotten für abends (immerhin habe ich in der Schlossresidenz gebucht), sowie Futter, Zahnbürste und Ladekabel. Ausgebreitet sieht das nach richtig viel aus:

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So lange ich schwimme, muss das meiste Geraffel in den Sack. Zum Glück habe ich den in XL und alles passt rein:

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Nach dem Schwimmen (ist vor dem Schwimmen) darf ich umpacken, mit Neo drin wird selbst der XL-Sack langsam knapp, dafür braucht er dann nicht mehr dicht zu halten. Und damit man das Teil noch schleppen kann, packe ich es in einen alten Neo-Beutel und nutze zwei Riemen als Schultergurte:

Zugticket und Übernachtung habe ich schon organisiert, jetzt kann’s los gehen!

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