Verkehrte Welt am Sonntag

Wenn die zwei bisher nettesten Menschen des Tages Autofahrer sind, weißt du, was die Stunde geschlagen hat :-(

Die Saison ist praktisch rum und ich mache nur noch Wellness-Sport. Letztes Wochenende war Christian zu Besuch bei mir. Gemeinsam sind wir am Samstag ein paar Meter in der Enz bei Bietigheim geschwommen und haben Kanuten unterhalten. Sonntag haben wir eine gemütliche Radrunde gedreht, das wars dann schon für die Woche. Montag durfte ich mitten in der Nacht zum Flughafen, England unsicher machen. Eine volle Woche im Büro in Eynsham, das war so nicht vorgesehen. Ich wollte eigentlich Mittwoch und Donnerstag mit swimtrek die Themse runterschwimmen, aber der trip kam mangels Teilnehmern nicht zustande – wie so vieles in England diesen Sommer. Die Leute hatten solche Panik vor dem Olympia-Chaos, dass alle daheim geblieben sind. Theater, Restaurants, Museen – alle haben die Spiele verflucht. Dann also Büro. Eine geschlagene Woche. Wenigstens bringt das was für die mentale Härte, die ja im Ausdauersport entscheidend ist. Und von swimtrek habe ich jetzt einen Rabattgutschein und einen Kapuzenpulli. Das Büro war dann doch nicht so schlimm. Um die Eingeborenen zu beeindrucken, hatte ich bei Wiggle im SSV eine Team-GB Tasche und ein T-Shirt bestellt und ins Büro liefern lassen. Die Kollegen waren schwer beeindruckt und verliehen mir, zum Trost für die magere deutsche Medaillenbilanz, eine Goldene:

Bei einem Ausflug nach Oxford konnte ich noch ein drolliges Rad ablichten. Ich dachte zunächst, das sei ein Serien-Rad eines holländischen Designers (dessen Name mir gerade nicht einfällt), bei näherer Betrachtung sah es aber verdammt handgestrickt aus:

Freitag nachmittag war ich wieder zu hause. Gerade, als ich nichts Böses ahnend oder sinnend auf der Schüssel hocke und das Germanwings-Sandwich in einem Stück von mir gebe, erlebe ich den Schock meines Lebens: eine schwarze Hand greift um das Türblatt und ein hünenhafter Senegalese mit rot unterlaufenen Augen zwängt sich durch den Türspalt. Wir schreien uns vor Schreck gegenseitig an, bevor der Eindringling das Weite sucht. Durch die wieder geschlossene Tür schreie ich raus: “Was machst du noch hier, du solltest doch gestern zu deiner Hochzeit fliegen?” Es stellte sich heraus, dass mein Stiefsohn wegen einer S-Bahn-Störung seinen Flieger verpasst hatte… Am Samstag ist er dann mit neuem Ticket los. In diesen Minuten wartet er in Istanbul auf seinen Anschlussflug.

Heute früh bin ich ins Freibad gefahren. Nach langer Pause durfte das Liegerad mal wieder raus. Auf den vier Kilometern dorthin bin ich in wenigen Minuten zwei unglaublich netten Autofahrerinnen begegnet. Eine hat vor einer Engstelle angehalten, um mich durch zu lassen (anstatt sich ebenfalls reinzuquetschen). Die zweite ist auf dem schmalen Weg von Ossweil runter einen halben Kilometer hinter mir gefahren, ohne zu drängeln. Erst nach der Abzweigung hat sie mich in weitem Bogen überholt. Das hat einem entgegen kommenden Rad(!)fahrer überhaupt nicht gefallen. Obwohl die gute Frau weit vor ihm wieder eingeschert ist, wäre der Nasenbär in seinem Tobsuchtsanfall vor lauter Schreien und Gestikulieren beinahe vom Rad gefallen. Dass er seinerseits bei der Aktion nach links gezogen hat und genau auf mich zuhielt, hat er erst bemerkt, als ich beruhigend auf ihn einsprach. Den Rest vom Sonntag gibts nach der Werbepause.

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Finanzvorstand und Triathlet
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