Fotos von der Naab

Sodele. WordPress ist gerade durchgeknallt und meint, der Internet Explorer sei ein Auslaufmodell. Dann probier ich das mal auf firefox, das scheint zu funktionieren. Worum geht’s? Im Eintrag über die Naab fehlen die Fotos! Hier reiche ich sie nach:

Thermo

Schiff

Erst mal habe ich die Temperatur gecheckt, derweil kam ein Schiff vorbei.

Start

Am Start in Pielenhofen war ich noch unsicher, dafür unzerknautscht

Angler
Idylle am Start.

Brücke

Hier geht’s durch.

Naab

Und da geht’s lang.

Pause

Zur Pause bereits Abnutzungserscheinungen.

 

Ziel

Am Ziel.

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Zurück im Regen

Nach einem kurzen Intermezzo im Senegal bin ich letzten Sonntag in die Oberpfalz zurück gekehrt. Der Kalender hatte das Wochenende (zu Recht) als nicht verplant und (zu Unrecht) als Sommer vermeldet. Nach der traumhaften Tour im Regen hatte ich als Nächstes die Naab ins Visier genommen und wollte die mal antesten. Schon die Anreise im Auto war ein Psychodrama. Die Außentemperatur konnte sich einfach nicht zwischen ein- und zweistellig entscheiden. In Mariaort hatte ich gar keine Lust zum Aussteigen. Böiger Wind schob graue Wolken durch die Gegend und verlieh der Naab eine wenig einladende Oberflächenstruktur. Ich schlich erst mal über den Parkplatz und erkundete die Uferregion, wo ich aussteigen wollte. Dann der erste Tiefschlag: der Krieger, bei dem ich mich am Ende aufwärmen und stärken wollte (“zum Essen schwimmen” war das Motto) hatte Betriebsurlaub! Ich ging meine Optionen durch: Einfach heim fahren kam ja gar nicht in Frage. Blieb die Entscheidung zwischen 2×4 km schwimmen, wie ursprünglich geplant, oder 7+4 km, wie zwischenzeitlich mal erwogen. Die Wassertemperatur von 17° war auch keine echte Entscheidungshilfe.  Andererseits gab es kein echtes Killerkriterium und genügend Notausgänge. Bevor ich unterkühlt auf den Grund des Flusses sinken würde, könnte ich immer aussteigen und maximal 4 km zurück zum Fahrrad oder vor zum Auto wandern, Handtuch und trockene Klamotten hätte ich im Drybag dabei. Also schnallte ich meinen Krempel auf den Buckel und radelte stromaufwärts. Die Naab, das konnte ich dabei sehen, ist wesentlich breiter als der Regen und mindestens so idyllisch. In weiten Bögen fließt sie durch ein bewaldetes Tal, dessen Bäume erste Zeichen herbstlicher Färbung zeigten. Vorbei an Etterzhausen und Penk fuhr ich bis zum Startpunkt in Pielenhofen. Nach und nach fiel mir ein, was ich alles vergessen hatte: die fehlende Vaseline würde für einen scheuernden Kragenrand des Neoprenanzugs sorgen; und vor lauter Konzentration darauf, den Autoschlüssel nicht im Fahrzeug einzusperren, hatte ich den Schlüssel für das Radschloss im Auto gelassen. In Pielenhofen stieg ich von der Brücke auf die Insel im Fluss. Das Radschloss wickelte ich kunstvoll um den Rahmen und um einen Pfosten und drapierte es so, dass es zugeschlossen aussah. Mittlerweile hatte die Sonne eine Wolkenlücke gefunden und bewarf mich zaghaft mit vereinzelten Strahlen. Ein Angler auf dem Wehr beobachtete verwundert, wie ich mich in den Neo zwängte, meine Klamotten in den Beutel packte und ins Wasser stieg. Es war hurtig frisch, aber noch diesseits von unerträglich kalt. Trotzdem hatte ich anfangs einige Mühe, einen vernünftigen Rhythmus zu finden. Immerhin ist die Naab breit und tief genug, um ohne Bodenkontakt vorwärts zu kommen, aber die Temperatur machte mich kurzatmig und ungelenk, so dass der Dreierzug nicht recht klappen wollte. Im Zweierzug schwamm ich los und unter der Brücke durch. Nach ein paar Minuten Einschwimmen fand ich mich zurecht. Die Temperatur war erträglich, wenn auch mehr Sonne schöner gewesen wäre. Auf dem ersten Abschnitt hatte ich reichlich Rückenwasser (wie Rückenwind, nur in flüssiger Form) und kam gut voran. Nach wenigen hundert Metern passierte ich in Poser-Manier den Campingplatz Pielenhofen. Bald darauf schwamm ich an der alten Wehrkirche von Penk vorbei, wo ursprünglich der Start geplant war.  Der weitere Weg war schön zu schauen, gibt aber in der Erzählung wenig her. Ich schwamm meinen Dreierzug mit gelegentlichem Sowosama-Heber. Ab und zu ließ ich mich auf dem Rücken liegend treiben und genoss die Aussicht. Links und rechts stiegen bewaldete Hügel an, überwiegend mit dunklen Laubbäumen bestanden. Vereinzelt leuchtete schon ein Baum in frühherbstlicher Färbung, wenn die Sonne mal durchkam. Kurz vor Etterzhausen, nach 6,8 km, stieg ich beim Badeplatz aus und machte Brotzeit. Eigentlich wollte ich hier eine Stunde pausieren, aber an Land war die Kälte weit unangenehmer als im Wasser. Ich mampfte meine Semmel und ruhte mich nur kurz aus. Zu meiner Freude stand am Badeplatz ein sehr gepflegtes Dixi, dem ich einen Besuch abstattete. Ich unterhielt mich noch kurz mit einem Paddler, der im Seekajak angekommen war und ebenfalls hier Rast machte, dann stieg ich wieder ins Wasser. Kurz darauf zogen schwarze Wolken über mich hinweg. Eine Zeit lang hatte ich links die Wolkendecke und rechts Sonnenschein. Im Dreierzug kann einen das richtig wirr machen! Nach 2 km überholte mich ein seltsames Gefährt, ein Kanadier mit Gummi-Ausleger und Elektromotörchen, quasi ein Paddelec. Kurz darauf kam auch der Seekanadier wieder an mir vorbei. Vor Mariaort gab es dann noch Wasser von oben. Welch Ironie! Vor zwei Wochen im Regen war ich meteorologisch trocken geblieben, jetzt kam ich in der Naab in den Regen! (Gibts eigentlich einen Fluss namens Traufe?). Dann war ich praktisch am Ziel. Ich spürte den bekannten Temperaturabfall durch die nahe Donaumündung. An einer kleinen Treppe stieg ich an Land, schoss in aller Eile das abschließende Selfie und sah zu, dass ich aus dem Neo raus und in trockene Klamotten reinkam. Die Heizung im Auto stellte ich erst mal auf Anschlag. In Pielenhofen fand ich mein Fahrrad unversehrt vor. Nach einer Verpflegungspause beim Seidl fuhr ich heim.

Mein Fazit von der Naab: ein wunderschöner Wanderschwimmerfluss. Nächstes Jahr, bei besserem Wetter, möchte ich sie in ganzer Länge beschwimmen. Wer mitkommen möchte, kann hier einen Kommentar hinterlassen. Und natürlich freue ich mich auch über eine Spende für meinen Start beim Amsterdam City Swim!

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Modou Fall im Sengal

Zur Zeit kann man Modou Fall in seinem natürlichen Habitat studieren – ich bin seit einer Woche im Senegal, abwechselnd in Dakar und Ngaparou. Einen kleinen Teil der Kalorien aus den drei reichlichen Mahlzeiten pro Tag konnte ich mit Sport verbrennen. Ein Lauf am Morgen und eine Runde im Atlantik zu Mittag reichen gerade, um nicht komplett aus dem Leim zu gehen. Heute früh habe ich wieder was dazu gelernt: bei knapp 30 Grad sollte man zum Laufen was zu Trinken mitnehmen. besonders, wenn man nach drei Kilometern beschließt, bis zum Monument der afrikanischen Renaissance weiter zu laufen und dann zurück, was unterm Strich auf 12 km insgesamt hinausläuft, von denen sich die letzten zwei gewaltig ziehen. Unterwegs habe ich gesehen, was meine Frau bereits berichtet hatte: am Sonntag sind ganze Gruppen Rennradler im vollen Ornat unterwegs. Jogger sieht man übrigens jeden Tag zu jeder beliebigen Zeit. Für den nächsten Heimaturlaub merke ich mir: Trinkgürtel mitnehmen! Der muss dann aber in den Koffer passen, mit dem Ding um die Hüfte komm ich nicht durch die Security am Flughafen.

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Nach dem Regen

Der Regen ist durch, als Nachtrag gibt es hier die Filmchen vom zweiten Tag:

http://youtu.be/sUpIkH1Z7ro

http://youtu.be/9BwNTcykEfg

Am Montag war ich ausgesprochen platt, wusste aber nicht, ob das von der Anstrengung kam oder doch von einer kleinen Sommergrippe. Muskeln und Gelenke haben das Abenteuer klaglos überstanden, obwohl am Ende des zweiten Tages der Ellbogen nicht mehr so gern nach oben kam. Ich werte das als ein Indiz, dass meine Technik zumindest nicht so schlecht ist, dass sie auf Selbstverstümmelung hinausläuft.

Auf dem Heimweg bin ich natürlich noch beim Seidl eingekehrt und habe die Schokoladenvorräte aufgestockt.

Mein nächstes Ziel ist die Naab, ein paar Meter westlich vom Regen. Schwandorf-Regensburg wäre mal eine gepflegte Ansage. Ich werde mir einen Kanuführer besorgen und die Etappen dazu ausdenken. Eventuell starte ich am 24. August einen Probelauf ab Penk. Mitschwimmer melden sich bitte beim regenschwimmer(at)yahoo.de.

Und auch hier darf mein Spendenaufruf im Zusammenhang mit dem Amsterdam City Swim nicht fehlen: Jeder Beitrag hilft!

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Fertig mit Regen (Tag 2)

Sonntag früh. Eigentlich sollte es in Strömen regnen. Tut es aber nicht, nur dicker Dunst weist darauf hin, dass nachts einiges runterkam. Ich schicke eine SMS an Sabine und lasse mir von meiner Heldenschwester einen Kaffee brauen. Eine Stunde später parke ich das Auto am Unteren Wöhrd und begutachte die Ausstiegsmöglichkeiten, die Bootsrampe der DLRG ist ideal für mein Vorhaben.

Regenmündung

Mit dem Rad fahre ich auf dem Regentalweg nach Norden. Das Schöne an dieser Vorgehensweise ist, dass man mehrmals hintereinander was von der Strecke hat: erst die Besichtigung vom Radweg aus, dann das Schwimmen im Fluss und zum Abschluss ein Resümee, wenn man das Rad abholt. Heute war ich zu früh dran und hatte meine sieben Zwetschgen bereits sortiert, als Sabine ankam.

Sabine

Sogar die Kamera war einsatzbereit, nach einer Nacht an der Steckdose. Frohgemut stiegen wir ins Wasser und schwammen los.

Start2

Wollten losschwimmen. Nur leider war zu wenig Wasser da. Wir begriffen das nicht: oberhalb des Wehres war der Regen schön tief, hinter dem Wehr irgendwas zwischen Knöchel und tiefer Wade. Unter Gemurmel gepflegter Verwünschungen stolperten wir über die groben Kiesel im Flussbett und knallten mit den Zehen gegen Steine. Wir testeten verschieden Techniken, auf dem Bauch, auf dem Rücken, krabbelnd, kriechend und scheuerten das gute Neopren über die Kiesel. Dass im Triathlon Kriechen eine erlaubte Fortbewegungsart ist, bewahrte uns immerhin vor einem Regelverstoß. Fraglich allerdings, ob die FINA mit unserer Interpretation des “front crawl” einverstanden wäre. Nach rund zweihundert Metern kamen wir endlich in schiffbare Gewässer. Wir machten da weiter, wo wir am Samstag aufgehört hatten: mit Genussschwimmen durch die Flussschleifen, zwischen dicht bewachsenen Ufern dahin. Rechtzeitig zur 10-Uhr-Messe kamen wir an der Zeitlarner Kirche vorbei und wurden mit Glockengeläut und Chorälen begrüßt. Mit der Ruhe war es ohnehin vorbei, weil wir schon die nahe Autobahn hören konnten. Nach rund 90 Minuten stiegen wir in Pielmühle an einer nagelneuen Treppe aus dem Wasser, die mit einem Schwimmverbotsschild verziert war (das sollte noch wegkommen, versicherte man uns).

Pielenhofen

Unser Timing war perfekt. Wir hatten gerade das obligatorische Selfie geschossen, als der Kiosk öffnete. Beim zweiten Frühstück erklärte ich Sabine noch Mal die Geschichte mit dem Amsterdam City Swim und der ALS, für die ich hier Spenden sammle.

Gegen halb zwölf verabschiedeten wir uns und ich machte mich allein auf den letzten Teil meiner Reise. Zunächst schwamm ich durch eine nasse Allee, die beiderseits von hohen Bäumen gesäumt war. Je näher ich der Stadt kam, desto lichter wurde der Bewuchs und allmählich tauchten die ersten Radlergruppen am Ufer auf. Ab Reinhausen wechselte der Charakter der Veranstaltung zu urban swimming. Zu meiner Überraschung sah ich schon bald die beiden Brücken, die das nahe Ziel ankündigten. Hatte ich mich so vermessen? 5,1 km sollten es laut Karte insgesamt werden, ich hatte aber gerade einmal 3,5 hinter mir. Die Messung stimmte am Ende doch. Die Brücke, die so nahe schien, war noch 500 Meter weg und auch der Weg danach, durch Kanal und Donau, war noch ein gutes Stück. Unter der B8 legte ich mich noch mal entspannt auf den Rücken, um Kräfte für das Schlussstück zu sammeln. Besorgte Passanten auf der Brücke riefen, ob alles in Ordnung sei. Ich versicherte ihnen, dass die Übung dazu gehöre und bedankte mich für die Achtsamkeit.

Der Regen fließt ja eigentlich nicht mehr in die Donau, sondern mündet technisch gesehen in den Kanal, der zum Main hinüberführt. An dieser Stelle grinste ich breit in die Kamera und machte mich auf die Suche nach meiner Ausstiegsstelle. Die Schleusentore zu meiner Rechten waren zum Glück geschlossen und auch sonst war nirgends ein Zeichen von Schiffsverkehr zu sehen. Ich querte zügig zum Grieser Spitz und winkte den Triathleten zu, die dort beim heutigen Tristar-Wettkampf  am Laufen waren. Von hier ging es einige hundert Meter an der Spundwand entlang. Am äußersten Ende erklärte mir ein netter Angler, wo seine Haken hingen und ich schlug einen solchen um jene herum. Der Untere Wöhrd war jetzt in Schlagweite. Da wurde es noch einmal dramatisch: eine eisige Hand umklammerte mich und zog mich zur Seite. Hier trafen Kanal und Donau aufeinander und letztere hatte wohl gut fünf Grad weniger, dafür eine deutlich stärkere Strömung. Besorgt schielte ich stromabwärts und beschloss, nicht dorthin getrieben werden zu wollen. Ich stellte mich quer zum Fluss und gab noch mal Gas. Nach einem kurzen Zwischenspurt kam ich in ruhigeres Uferwasser und paddelte die letzten Meter bis zum Ausstieg. Der Stadt und dem Erdkreis tat ich kund, dass ich gesund angekommen war, dann gabs was zu Essen.

Ziel

Der Regen ist somit durchschwommen. Altmühl, Laber, Naab und Vils könnte man als Nächstes erkunden. Wer mitkommen will, soll an den regenschwimmer(at)yahoo.de schreiben, oder einfach eine Spende hinterlassen.

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Fertig mit Regen (Tag 1)

Der Regen ist bezwungen!

Im August 2013 bin ich ein Stück den Regen hinunter geschwommen. Seither hatte ich den Vorsatz, diesen Donauzufluss bis zur Mündung weiter zu schwimmen. Das Frühjahr über habe ich Karten studiert, Strecken vermessen und Pläne gemacht. Schließlich hatte ich eine theoretische Möglichkeit gefunden, wie ich die 22 Kilometer in fünf Etappen an zwei Tagen bewältigen könnte (ja, ich weiß, ein echter Schwimmer macht so was vor dem Frühstück, aber ich bin Triathlet, kann also per Definition nicht schwimmen!). Das Ergebnis druckte ich als Karte farbig aus und ließ es laminieren. Mittlerweile hatte ich mich zum Amsterdam City Swim angemeldet und die Verpflichtung eingegangen, Spenden für eine holländische Stiftung einzuwerben. (Ihr dürft ruhig weiter lesen, der Spendenlink kommt unten noch mal). Die Mittelbayerische Zeitung unterstützte mich bei der Kombination beider Vorhaben und kündigte mein Vorhaben in einem ausführlichen Artikel an. Prompt meldete sich daraufhin Sabine und fragte, wie man denn eine Teilstrecke mitschwimmen könne. Nach einigen Mails und Telefonaten haben wir ausgemacht, dass sie die Startetappe bis Ramspau mitmacht.

Freitag nach der Arbeit packte ich mein Fahrrad und zwei strategisch mit Material gepackte Taschen ins Auto und fuhr nach Regensburg.

Auto

Herzlichen Dank an meine Heldenschwester Eva, die mir tatsächlich Samstag um 6 Uhr morgens ein Frühstück servierte! Kurz nach sieben fuhr ich mit dem Auto zur Staustufe bei Regendorf. Bis dorthin wollte ich am Samstag kommen. Ich lud mein Fahrrad aus, zog mich um und packte alles, was ich zum Schwimmen brauchte, in ein Säckchen.

Rad

Überflüssige Trümmer wären dabei bestenfalls lästig gewesen, vergessene hätten das Potential zur Katastrophe gehabt. Weil ich mich wieder mal verfranzt hatte, radelte ich ziemlich sportlich zum Treffpunkt in Heilinghausen, wo Sabine schon wartete. Wir begrüßten uns zum ersten Mal im echten Leben (so wie real life, nur krasser). Die Fahrräder ketteten wir an eine Hinweistafel. Ich hatte tatsächlich gefühlt einen Lastwagen Krempel mit, den ich erst einmal sortieren durfte.

Geraffel

Schließlich war alles im Sack, was reingehörte und alles draußen, was ich brauchte. Der Sack ist übrigens ein Schwimmbeutel der Marke Chillswim. Kanuten kennen diese Teile, es sind wasserdichte Taschen, die man verschließt, indem man den oberen Rand ein paar Mal umschlägt und dann verschließt. Der Schwimmsack hat zudem zwei Luftkammern zum Aufblasen. Man zieht in an einer kurzen Leine hinter sich her. Ich komplettierte das Teil mit einer Action-Cam der Marke GoPro, die ich mit einem Gurt um den Sack spannte. Unter den Gurt steckte ich noch meine Sandalen für spontane Landgänge und an den Henkel hängte ich meine Flusskarte. (Im Endausbau ist ds Teil beinahe zulassungspflichtig). Voller Stolz auf mein Sammelsurium technischer Kostbarkeiten startete ich die Kamera. Ich korrigiere: wollte ich die Kamera starten; aber sie wollte nicht. Nach monatelanger Vorbereitung stand ich hier mit einem leeren Akku! Asche auf mein Haupt! Da dies aber die schlimmste Panne des ganzen Unternehmens war, kann ich es im Nachhinein verkraften.

Start

Ungefilmt stiegen Sabine und ich in das trübe Regenwasser, wünschten uns viel Spaß und schwammen los. Und Spaß hatten wir! Bei schönstem Wetter schwammen wir die Flusschleifen entlang, zwischen Wiesen und Wäldern, an kleinen Inseln vorbei und an vereinzelten Bauernhöfen, die am Ufer stehen. Anfängliche Unsicherheiten bezüglich divergierender Reisegeschwindigkeit legten sich bald. Sabine war höflicherweise etwas langsamer als ich. Ich ließ mich ab und zu ein Stück treiben und sie holte schnell wieder auf. Wir wechselten ein paar Worte und schwammen weiter. Immer wieder machten wir mit dem Flussgrund Bekanntschaft. Oft war das Wasser so seicht, dass wir beim Schwimmen in den Kies am Grund griffen. Bei Pausen konnten wir uns entspannt aufstellen und das Wasser ging gerade bis zur Hüfte.

Wir waren eine knappe Stunde unterwegs, als der Druck in meiner Blase alarmierend anstieg. Ich hatte keine Lust, in den Neo zu pinkeln und sah mich nach einer Möglichleit zu einem Landgang um (mehrfach in den Neo pinkeln würde ich erst später). Dabei sah ich schon die leuchtend orangen Türme von Schloss Ramspau.

Ramspau

Sabine und ich waren gleichermaßen enttäuscht darüber, wie schnell diese Etappe vorbei gegangen war. Kurz darauf stiegen wir, nach 3,5 Kilometern, an der Badewiese aus dem Regen und genehmigten uns ein zweites Frühstück. Ein Anruf ergab die schlechte Nachricht, dass mein vorgesehener Begleiter für die dritte Etappe des Tages zu krank zum Schwimmen war. Dafür war Sabine inzwischen angefixt und wollte gar nicht mehr aufhören. Wir machten aus, dass sie Mittag nach Regenstauf kommen und von dort nach Regendorf mitschwimmen sollte.

Ausgeruht und gestärkt macht ich mich auf die 4,5 km lange Strecke nach Regenstauf. Ab dem Valentinsbad hatte ich reichlich Zuschauer. Am Kanuausstieg vor dem Regenstaufer Wehr kletterte ich aus dem Wasser und machte Mittagspause. Die moraltheologische Frage, ob ein Schwimmer Radler trinken darf, habe ich großzügig zu meinen Gunsten ausgelegt.

Regenstauf

Pünktlich um halb zwei waren wir wieder komplett und zwängten uns in unsere Gummihäute – bei mittlerweile fast 30 Grad ein schweißtreibendes Unterfangen. Bei 23 Grad Wassertemperatur hätte auch die Badehose gereicht, aber Warmduscher kühlen halt nach einer Stunde aus.

Temperatur

Wir schwammen unter der Straßen- und der Bahnbrücke durch, nach einer Weile auch unter einem Fußgängersteg. Immer wieder ließen wir uns einfach treiben und genossen die sommerliche Hitze, schließlich hatten wir Wasserkühlung. Jetzt kamen wir auch an zahlreichen Badestellen vorbei. Mal standen fünf Männer in der Flussmitte im Kreis (Wasser bis zum Bauchnabel) und plauderten. An einer tieferen Stelle hatten zwei angehende Nachwuchsingenieure eine Seilkonstruktion über den Fluss gespannt, an der sie zur Mitte rauschten und sich dort fallen ließen. Bei Laub blamierte ich uns bei den Badenden mit den Fragen, welche Ortschaft das sei und wie weit noch bis Passau. Kurz hinter Laub ging es 90° links ab, auf die Zielgerade. Bald kam die Brücke bei Regendorf in Sicht. Zwischen der Brücke und dem Wehr stiegen wir stolz und glücklich aus dem Wasser.

Regendorf

Das Wetter hatte den ganzen Tag mitgespielt, aber für Sonntag waren Regen und Gewitter angesagt. Im schlimmsten Fall wäre hier Feierabend, aber immerhin das längere Teilstück geschafft. Sabine hatte immer noch nicht genug und drängte darauf, sonntags weiter zu schwimmen. Wir machten aus, dass wir in der Früh aus dem Fenster schauen und dann SMSen würden.

Wie versprochen hier noch mal der link zu meiner Spendenseite. Wenn genug zusammenkommt, schreibe ich morgen weiter.

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Ein phänomenales Wochenende

Samstag war Hochsommer angesagt, also nix mit Schwimmen. Ins Freibad sind wir aber trotzdem. Eingedenk des Chaos an Pfingsten, und weil der neue Parkplatz samt Brücke nicht vor 2017 kommt, und weil es ohnehin zünftiger ist, sind wir mit den Rädern hin, mein Sohn und ich. Damit es sich halbwegs rentiert, habe ich mir einen stylishen Bremsfallschirm an die Hüften geknotet:

bux

Die Schnellschwimmerbahn war zwar mittels Leine abgetrennt, aber durch die kids, die an der Leine rumturnten, unbeschwimmbar. Nebendran war immerhin genug Platz, um einige Bahnen runterzuziehen. Ein paar Technikübungen, ein bisserl Beinschlag und es war doch nicht ganz umsonst. Eingedenk schlechter Erfahrungen machten wir nachher einen Bogen um die Freibadgaststätte und nahmen im Uferstüble einen Imbiss, bevor wir heimradelten. Nach der Bergwertung vom Neckar hoch in die Stadt hatte ich Lust auf einen Besuch im Freibad, aber der Sohnemann hat gestreikt.

Sonntag früh bin ich dann richtig geschwommen. Kurz nach acht war ich am Uferstüble und quetschte mich in meinen Neo. Ein freundlicher älterer Radfahrer frug, ob ich Gold suchen wolle. Nein, Fische fangen, gab ich zurück. Er war ganz begeistert, weil er in seiner alten Heimat – die damals noch Jugoslawien hieß – einen (damals) jungen Mann gekannt hatte, der auch immer Fische mit bloßen Händen hochtauchte. Ich enttäuschte ihn mit dem Eingeständnis, dass ich eigentlich nur schwimmen ginge. Kurz darauf pflügte ich los, den drybag mit meinen Klamotten im Schlepptau. Schon nach Kurzem wusste ich wieder, warum ich hier war: der Neckar war spiegelglatt, die Sonne schien über die Bäume und trotz des Uferwegs knapp neben mir schwamm ich in vollkommener Ruhe den Fluss hinunter. Samstag abend hatte ich noch “Die Frau, die sich traut” angeschaut. Der Film hat sich leider als Familien-Melodram erwiesen, immerhin mit reichlich glaubhaftem Bezug zur Schwimmerei. Davon inspiriert, versuchte ich mich am Dreierzug, weil die Beate im Film auch immer Dreierzug schwimmt und nebenbei ganz unverkrampft zur Orientierung nach vorn schaut. Das klappte dann sogar ganz gut und ich kam einigermaßen voran, vorbei an den Anglern, die mich misstrauisch beäugten und an denen, die mich freundlich begrüßten. Ich wollte diesmal zweihundert Meter weiter schwimmen als zu Pfingsten, weil es in meiner Erinnerung an eine Kanutour vor drei Jahren hinter der Kurve und noch weit genug vor der Schleuse einen guten Ausstieg gab. Die Phänomene belehrten mich eines besseren. Dass es den Ausstieg nur in meiner Erinnerung und auf Google Earth gibt, war noch das Geringste. Erst mal floss der Neckar bergauf. Gegenüber vom Marbacher Kraftwerk gibt es offensichtlich eine Gegenströmung, die am linken Ufer für Verwirrung sorgt. Ich hatte den Schleusenwärter im Verdacht, mit den Schleusenkammern zu spielen und rechnete jederzeit mit einem bergwärts fahrenden Frachtschiff (kam aber keines). Ich stellte um von Reisetempo-Dreierzug auf kampfmäßigen Zweierzug und hatte irgendwann diesen Bereich hinter mir. Dann kam die Linkskurve, hinter der ich meinen erinnerten Ausstieg wähnte. Ich schwamm also um die Linkskurve. Und schwamm und schwamm. Die Linkskurve nahm kein Ende und ich fürchtete schon, in einer unendlichen Warteschleife zu hängen und gleich wieder den Anglern von vorhin zu begegnen. Stattdessen standen plötzlich beiderseits des Flusses Hinweisschilder, die vor der Schleuse warnten. Ich gab die Suche nach meinem Ausstieg schweren Herzens auf und ging an Land, was hier zum Glück recht gut möglich war. 4,57 km verbuchte mein Garmin an dieser Stelle. Ich verschnaufte, recycelte das unterwegs gebunkerte Neckarwasser und macht mich hübsch für den Rückweg. Inzwischen habe ich eine Technik erfunden, mit der man den drybag auch auf den Rücken schnallen kann. Ich stecke den in den Transportbeutel des Neo und schnalle ihn wie einen Rucksack auf den Buckel. Damit mir die Schnüre des Beutels nicht die Schultergelenke duchsägen, packe ich Schaumstoffhülsen drumrum, mit denen sonst Klempner Leitungen isolieren. Die Enden der Schnüre binde ich vor dem Bauch fest und komme so zumindest die Strecke laufend wieder zurück, die ich hergeschwommen bin. Falls Nicht-Bayern hier mitlesen: Laufen = Rennen (schwäbisch auch: Sauen). Ganz nebenbei habe ich dabei ein neues Triathlon-Format erfunden: 4,5 Swim, 4,5 Run, 4,5 Bike. Ich warte auf phänomenale Angebote der großen Veranstalter!

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Schwimmen im Regen reloaded

Es geht an die Feinplanung. Letztes Jahr bin ich von Nittenau bis Heilinghausen geschwommen (ein Teilstück per Anhalter im Kanu), am 2. August will ich den Rest der Strecke bis Regensburg in Angriff nehmen. Für Preißn und andere Ausländer: der Regen ist ein Nebenfluss der Donau und ein beliebtes Kanurevier.

Für den 2./3.8. habe ich einstweilen folgende Planung:

Samstag: Start in Heilinghausen, nach 3,8 km Rast in Ramspau. Von dort 4,1 km nach Regenstauf zum Mittagessen. Hoffentlich gut erholt geht es dann auf die 5,6 km lange Königsetappe nach Regendorf, wo hoffentlich noch das Auto steht, dessen Schlüssel ich hoffentlich im Drybag bei mir habe. Mit dem Auto hole ich dann das Fahrrad vom Startpunkt ab.

Sonntag: von Regendorf 4,4 km bis zum Wehr hinter Zeitlarn. Nach einer Pause die restlichen 5,1 km bis zur Mündung in die Donau.

Weitere Eckpunkte: Im August 2013 bin ich im Regen mit Neopren geschwommen, das war richtig gemütlich. Pfingsten 2014 war ich dort nur mit Badehose unterwegs, aber nur kurz; auch das ging.

Ich schwimme zur Zeit die 1000 Meter im Pool in 21 Minuten. Der Regen hat eine deutliche Strömung, die nimmt einem gut 10% der Arbeit ab.

Mitschwimmer: einer hat schon ernsthaftes Interesse bekundet, weitere sind gern willkommen. Man sollte die Distanz sicher schwimmen können und so halbwegs in der Tempozone unterwegs sein. Das Ganze ist rein privat und erfolgt auf eigene Gefahr. Bei Interesse einfach einen Kommentar hinterlassen.

Nebenbei sammle ich auch bei dieser Aktion Spenden für ALS, die holländische Stiftung zur Erforschung der amyothrophischen Lateralsklerose. Hier der link zur Spendenseite:

http://amsterdamcityswim.nl/nl/donations/add/guenter-eckert

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Nachtrag zum 24h-Schwimmen

Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich das hier ausbreiten soll.

Das war jetzt eine schamlose Lüge. Als ich rang, dachte ich nur daran, wie ich das auf dem blog hier unterbringe. Gerungen habe ich dabei mit dem Gasinnendruck in den Gedärmen auf dem letzten Abschnitt beim 24h-Schwimmen im Bottwartal. Keine Ahnung, warum ausgerechnet da die Methanproduktion auf Hochtouren lief. Beim Frühstück hatte ich nichts außergewöhnliches eingeworfen und danach auch abgewartet, bevor ich wieder ins Becken stieg. Wieso auch immer, es rumorte gewaltig. Ich denke, ich bin nicht der Einzige (und wenn, wärs mir egal), den in solchen Situationen der Zweifel über den vollständigen Aggregatzustand dessen plagt, was da drückt. Beim  gemeinen Ausdauersportler kommt das ja gelegentlich mal vor. Und der Volksmund sagt: “Scheiße ist, wenn der Furz was wiegt.” Ich wartete einen geeigneten Moment ab, in dem ich möglichst gleich weit weg von den nächsten Schwimmern war und öffnete vorsichtig das Überdruckventil. Zum Glück kein Gewicht dabei (physikalisch eigentlich: Masse), eher im Gegenteil. Die Entlastung war erfreulich, aber nur von kurzer Dauer. In regelmäßigen Abständen tutete ich wie ein Mississippidampfer. Leider ist meine schelmische Badehose genau das Gegenteil von Goretex: sie lässt Wasser durch, aber kein Gas! Und so pflügte ich mit einem geblähten Heißluftballon am Arsch (das darf ich jetzt schreiben, ist eh schon egal) meine letzten Bahnen herunter. Mal schauen, ob in der Gallery des Veranstalters was davon zu sehen ist.

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Fotos vom 24h-Schwimmen im Bottwartal

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